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Kein Platz für braune Umtriebe
EISENBERG: Parteien, Gewerkschaften und Kirchen gemeinsam gegen Rechtsextremismus - Reaktion auf NPD-Infostand
Dass in Eisenberg kein Platz ist für Neonazis, wollen Parteivertreter, Gewerkschaftler und Kirchenvertreter unmissverständlich klar machen. Nachdem die NPD vor gut einer Woche auf dem Marktplatz Unterschriften gesammelt hatte, fanden sich am Samstag knapp 70 Menschen zu einer Infoveranstaltung gegen Rechtsextremismus ein. Auch während der kommenden Wochenenden will man wachsam bleiben.
Für insgesamt sechs Samstage im Juli und August hat die NPD bei der Verbandsgemeindeverwaltung einen Infostand auf dem Eisenberger Marktplatz angemeldet. Das bestätigte Bürgermeister Walter Brauer auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Wir haben keine Möglichkeit, die Genehmigung zu verweigern", erklärt Brauer. Bei der NPD handle es sich um eine zugelassene Partei.
Auf ihrer Homepage brüsten sich die Rechtsextremen: „Es war, als ob man auf uns Nationaldemokraten in der überfremdeten Stadt Eisenberg gewartet hätte." Über 40 Unterstützungsunterschriften für die Landesliste und den Direktkandidaten bei der Landtagswahl habe man innerhalb von drei Stunden gesammelt und auch neue Interessenten gewonnen. Weitere Infostände, auch in Kirchheimbolanden und Rockenhausen, werden auf der Internetseite angekündigt.
Dass die Neonazis in der Stadt so viele Unterstützer haben, wie sie behaupten, „zweifle ich ganz stark an", so Brauer. In Eisenberg gebe es seiner Einschätzung nach nicht mehr Sympathien für rechtsextremes Gedankengut als anderswo. Auch Stadtbürgermeister Adolf Kauth sieht es ähnlich: „Bei Wahlen in der Vergangenheit gab es nur vereinzelte Stimmen für die NPD, sie hatte hier nie eine dominante Rolle."
Dennoch will man in der Stadt den Anfängen wehren: Am vergangenen Samstag versammelten sich trotz starken Regens laut Organisator Markus Krauß, der für die SPD im Stadtrat sitzt, knapp 70 Menschen auf dem Marktplatz zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Eisenberg ist bunt". Neben der SPD waren auch die anderen in Stadt- und VG-Rat vertretenen Parteien dabei: FWG, CDU und Grüne. Außerdem beteiligten sich das DGB-Ortskartell, die IG Bau sowie Vertreter der protestantischen und katholischen Kirchen. Die NPD habe sich am vergangenen Samstag nicht in Eisenberg sehen lassen, so Krauß.
„Ich bin mehr als zufrieden mit der Veranstaltung, zumal ich sie sehr kurzfristig organisieren musste", zieht Krauß Bilanz. Besonders beeindruckt habe ihn dass Demokraten aller Couleur dabei waren: „Auch wenn man sich im Stadtrat mal streitet, haben alle Parteien zusammen mit Gewerkschaften und Kirchen am Samstag als ein gemeinsamer Block dagestanden." So etwas habe es noch nie in Eisenberg gegeben, freut sich auch der Verbandsbürgermeister. Aus der Bevölkerung sei ebenfalls Zuspruch gekommen.
Weil die NPD theoretisch noch an vier weiteren Terminen in Eisenberg auftauchen kann, will Krauß auch in Zukunft wachsam bleiben und zu diesem Zweck die Aktion „Eisenberg ist bunt" zu einem dauerhaften losen Netzwerk ausbauen. Man habe Telefonnummern ausgetauscht. Sollten die Neonazis noch einmal in Eisenberg erscheinen, könne man so ohne lange Vorlaufzeit die Teilnehmer mobilisieren und wieder im Stadtzentrum Präsenz zeigen.
„Wenn nötig, stehen alle Gewehr bei Fuß", ist auch Verbandsbürgermeister Brauer sicher, der am Samstag ebenfalls dabei war. Und auch Stadtbürgermeister Adolf Kauth kündigt an: „Wir müssen wachsam bleiben und die Menschen politisch überzeugen, dass wir die NPD nicht brauchen." (zin)
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.166
Datum: Mittwoch, den 21. Juli 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6613616'
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