Die Rheinpfalz vom 11. April 2014

Veröffentlicht am 11.04.2014 in AntiFa/Migration

„Kein Platz für diese Ideologie“

INTERVIEW: Am Samstag, ab 9 Uhr, will das Aktionsbündnis „Eisenberg ist bunt“ in der Fußgängerzone wieder Flagge gegen Rechtsextremismus zeigen. Anlass ist eine Kundgebung der NPD, die zeitgleich auf dem Marktplatz stattfinden soll. Mit Reinhard Wohnsiedler, SPD-Ortsvereinsvorsitzender und einer der Organisatoren der Gegendemo, haben wir gesprochen.

Wie haben Sie erfahren, dass die NPD eine Veranstaltung in Eisenberg plant? Wir haben das kurzfristig über die Kreisverwaltung erfahren. In der jüngeren Vergangenheit gab es schon zweimal ähnliche Veranstaltungen: Zum ersten Mal 2010. Damals ist auf Initiative von Markus Krauß das Bündnis „Eisenberg ist bunt“ entstanden. 2013 gab es dann nochmal eine ähnliche Veranstaltung. Wir haben damals als SPD-Ortsverein gemeinsam mit den protestantischen und katholischen Kirchengemeinden, dem islamischen Kulturverein, dem DGB und Einzelgewerkschaften, dem Migrations- und Integrationsbeirat, CDU, FWG, Grünen und Linken in Eisenberg eindrucksvoll demonstriert, dass unsere Stadt bunt ist.

Wie wollen Sie den Rechtsextremen diesmal entgegentreten? Wir haben kurzfristig einen Rundruf gestartet und uns am Montagabend getroffen. Es waren Vertreter der katholischen Kirche sowie von SPD, FWG, CDU und Grünen da. Auch die Organisationen, die nicht an der Besprechung teilnehmen konnten oder so schnell nicht informiert werden konnten, werden sich sicherlich am Samstag beteiligen. Wir wollen in der oberen Fußgängerzone mit Ständen und Transparenten Flagge zeigen. Verschiedene Teilnehmer des Bündnisses werden auch etwas sagen.

Haben Sie mitbekommen, was konkret das Anliegen der NPD am Samstag ist?  Die NPD will wohl Wahlkampf für die Europawahl machen. Anscheinend ist eine ganze Serie von Veranstaltungen geplant. Am gleichen Tag soll es noch eine Kundgebung in Worms geben. Weil diese wohl kleiner als geplant ausfällt, wird glücklicherweise in Eisenberg genügend Polizei vor Ort sein.Warum wird Ihrer Ansicht nach immer wieder Eisenberg als Veranstaltungsort ausgewählt?Es spielt sicher eine Rolle, dass der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund in Eisenberg relativ hoch ist. Trotz aller Probleme, die es sicher auch gibt, darf die Ideologie der Rechtsextremen hier nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Befürchten Sie denn Feindseligkeiten? Auch wenn sich die Parteien im Wahlkampf befinden, sind wir uns in dem Punkt einig, dass Rechtsextremismus hier keinen Platz haben darf. Wir werden deutlich unsere Meinung sagen. Aber das soll natürlich friedlich passieren. Zwischen den Veranstaltungsorten wird wohl eine gewisse räumliche Distanz sein. Wir hoffen, dass nicht von anderswoher Leute mit weniger friedlichen Absichten kommen.

Aus der Erfahrung der vergangenen Jahre: Kommen die Rechtsradikalen alle von außerhalb, oder sind auch Eisenberger darunter? In der Vergangenheit waren vielleicht 20 bis 25 Leute bei den NPD-Veranstaltungen. Ich habe dabei keinen einzigen Eisenberger erkennen können.

Wie groß schätzen Sie generell das Potenzial für rechtsextreme Parteien in Eisenberg ein? Bei Wahlen in der Vergangenheit kamen rechtsradikale Parteien meist auf nicht mehr als ein bis zwei Prozent. Die Gefahr bei der Europawahl ist, dass diese Parteien von einer Welle der Europaverdrossenheit profitieren.

(Archivfoto: Studenski) Interview: Timo Leszinski

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle

Ausgabe Die Rheinpfalz - Unterhaardter Rundschau - Nr. 86
Datum Freitag, den 11. April 2014
Seite 17
 

Gustav Herzog - unser Bundestagsabgeordneter

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