2010

Die Rheinpfalz vom 29. Dezember 2010

„Meine Vision ist eine VG Eistal-West"

Interview: Noch bis zum Freitag ist Walter Brauer offiziell Bürgermeister der Verbandsgemeinde Eisenberg, bevor er aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand eintritt. Wir haben mit dem Kerzenheimer über seine 14-jährige Amtszeit, über Erfolge und Enttäuschungen sowie über die Zukunft der Verbandsgemeinde gesprochen.

Herr Brauer, Sie haben sich aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Eisenberg zurückgezogen. Wie geht es Ihnen derzeit?

Die Frage wird mir natürlich öfter gestellt. Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Im Moment bin ich noch in einer Phase, in der ich nicht weiß, wo ich hingehöre. Ich bin noch voll in der Arbeit drin, und auf das, was auf mich zukommt, muss ich mich erst noch vorbereiten.

Hatten Sie schon einmal Zweifel, ob Sie die richtige Entscheidung getroffen haben?

Nein. Es war absolut die richtige Entscheidung. Das wurde mir auch in Gesprächen, die ich in der letzten Zeit hatte, bestätigt.

Sie haben vor 44 Jahren Ihre Laufbahn in der Verwaltung begonnen. Was hat Sie damals dazu bewogen, diese Richtung einzuschlagen?

Mein Traumberuf war eigentlich Schiffskoch. Das wollte ich mit 14 Jahren nach der Schule unbedingt werden. Davon hat mich mein Vater aber abgebracht. Mein zweiter Traumberuf war Förster. Aber Tiere tot zu schießen, war nichts für mich. Am Ende bin ich weiter in die Schule gegangen, und heute sitze ich da und bin Bürgermeister.

Sie haben, bevor Sie selbst Bürgermeister geworden sind, unter verschiedenen anderen Bürgermeistern gearbeitet. Was haben Sie von diesen Persönlichkeiten gelernt?

Jeder der drei Bürgermeister - Heinrich Rauschkolb, Dr. Winfried Hirschberger, der heute Landrat in Kusel ist, und Dietrich Holthöfer - hatte einen anderen Stil und jeder hat auf seine Art etwas mitgegeben, das man für seine eigene Laufbahn verwenden konnte. Heinrich Rauschkolb war beispielsweise noch ein Verwaltungsmann von altem Schrot und Korn, bei dem bis auf vier Stellen hinterm Komma alles stimmen musste. Winfried Hirschberger war dann ein jüngerer Beamter mit anderen Vorstellungen und Herangehensweisen. Ich wurde, egal wo ich war, ins kalte Wasser geworfen. Als Lehrling bei der Gemeindeverwaltung in Kerzenheim musste ich schon alles machen, was an Verwaltungsarbeiten anfällt. Nach der Verbandsgemeindebildung 1972 war ich unter anderem im Personalamt, im Standesamt, war für Friedhöfe, Schulen und Sport zuständig. Später bei den Verbandsgemeindewerken als Werkleiter fand ich mich wieder im kalten Wasser. Seinerzeit war ich gerade 28 Jahre alt. Alle Meister, für die ich jetzt der Chef war, waren weit über 50. Büroleitender Beamter unter Bürgermeister Holthöfer zu sein, war wieder eine ganz andere Herausforderung. 1996 wurde ich dann zum Bürgermeister gewählt - wieder kaltes Wasser. Ich habe also viel kaltes Wasser kennengelernt in meiner Laufbahn.

Sie waren ungefähr 30 Jahre in leitender Position. Was hat Ihnen Spaß an der Aufgabe gemacht?

Man kann von sich aus etwas bewegen und Ideen umsetzen. Zunächst als Fachbereichsleiter mit den Bürgermeistern zusammen, und später als Bürgermeister dann direkt. Es gab aber auch Momente, in denen mir die Führungsaufgabe nicht leicht gefallen ist, weil ich eigentlich ein Teamworker bin, der mit den Mitarbeitern zusammen etwas erreichen will. Aber das geht eben nicht immer. Dann muss man Entscheidungen treffen, und die Entscheidungen waren nicht immer ganz leicht, insbesondere wenn es gegen Mitarbeiter gegangen ist.

Politisch sind Sie in der SPD beheimatet. Was verbindet Sie mit der Partei?

Ich habe durch die Bank mit SPD-Bürgermeistern zusammengearbeitet. Am Anfang war ich politisch neutral, aber irgendwann habe ich festgestellt, dass das, was sich die SPD auf die Fahne schreibt, auch meine Linie ist und habe versucht, die Ideale in meiner Arbeit umzusetzen. Nicht unbedingt, was das große Politische, sondern was das Menschliche anbelangt. So habe ich mich auch viel um die „kleinen" Dinge bei unseren Bürgern gekümmert.

Spielt die Parteizugehörigkeit auf der kommunalen Ebene überhaupt eine große Rolle für die Politik?

Ja und nein. Meine Arbeit habe ich nicht vordergründig parteipolitisch gesehen, sondern habe die Aufgabe und den Menschen in den Vordergrund gestellt. Natürlich habe ich bei umzusetzenden Projekten auch parteipolitische Grundsätze eingebracht.

Welche der Projekte, die in Ihrer Amtszeit umgesetzt wurden, liegen Ihnen am meisten am Herzen?

Mein persönlicher Schwerpunkt lag bei Schulen, Bildung und Sport. Sämtliche Schulen bei uns sind gebührenfreie Ganztagsschulen, sogar mit Ferienbetreuung Wir haben das Mittagessen für einen Euro eingeführt, was beispielsweise ein Punkt war, bei dem sozialdemokratische Überzeugungen eine Rolle gespielt haben. Es gab Sanierungsmaßnahmen in allen drei Grundschulen und an der DOS. Im Sportbereich haben Kerzenheim und Ramsen Kunststoffleichtathletikbahnen bekommen, um Schulsport vor der Haustür machen zu können. Die Weiterentwicklung unserer Schulangebote, etwa der Kampf - und das war ein wirklicher Kampf - aus der Hauptschule eine Duale Oberschule zu machen. Das hat viel Zeit und Kraft gekostet. Die Schulentwicklung ist aber rasant weiter galoppiert, so dass es dann darum ging, die Integrierte Gesamtschule nach Eisenberg zu holen. Persönlich stolz bin ich auf den Ausbau und die Sanierung des Waldstadions. Als junger Kerl war ich selbst Sportler, auch wenn man das heute nicht mehr so sieht. Als Fußballer und Leichtathlet war ich öfter auch im Waldstadion unterwegs und habe mir vorgestellt, wie irgendwann einmal aus dem dunklen, dreckigen Platz ein Rasenplatz wird. Das Landesjugendsportfest und das große Gauturnfest bleibt bei mir in der Erinnerung haften. Der Bau von Feuerwehrhäusern, die B-47-Umgehung, die Reaktivierung der Bahnstrecke nach Ramsen und zum Eiswoog, ein gemeinsames Quartier von Bezirksdienst der Polizei und Ordnungsamt - auch wenn es da im Moment klemmt - waren weitere Themen. Die Idee zum Autofreien Eistal kam mir, um auch auf die Notwendigkeit des heutigen Fuß- und Radweges zwischen Eisenberg und Grünstadt aufmerksam zu machen. Beim E-Werk haben wir es geschafft, alles zu verkabeln, koordiniert mit der Pfalzgas und der Telekom, was die Breitbandverkabelung anbelangt. Die Kläranlage war neben den Regenentlastungsanlagen mit rund 14 Millionen Mark die größte Investitionsmaßnahme meiner Amtszeit, vor der ich etwas Bammel hatte. Der Verbesserung der Versorgungssicherheit beim Wasserwerk habe ich besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Im Verwaltungsbereich fallen mir etwa die Stichworte Amtsblatt und Bürgerservicebüro mit dem Angebot der Kfz-Zulassung ein.

Gibt es auf der anderen Seite etwas, das Sie im Nachhinein anders machen würden oder sich vorwerfen?

Ich gebe Ihnen zwei Beispiele für schwierige Situationen, was aber nicht unbedingt heißt, das ich es anders machen würde. Das Wohnheim für Obdachlose und Asylbewerber war gegenüber der Firma Gienanth angesiedelt. Ich will nicht von menschenunwürdigen Zuständen sprechen, aber es war nötig, dass dort etwas passiert, auch weil die Firma Gienanth erweitern wollte und die Lkw auf der Straße stehen mussten. Es kam die Idee, das Grundstück an Gienanth zu verkaufen und das Wohnheim an anderer Stelle neu aufzubauen. Ich dachte, dass man das mit dem Verkaufspreis finanzieren kann. Es wurde aber teurer. Wenn sie dann mit Mehrkosten zum Rat kommen, hat man schon ein kleines Problem. Auch bei der Sanierung der Grundschule in Eisenberg - einem fast 100 Jahre alten Gebäude - gab es die eine oder andere Überraschung, die zu Mehrkosten führte. Wenn man das vorher gewusst hätte, hätte man es vielleicht anders angepackt.

Sie haben die Schulentwicklung angesprochen. Das könnte man auch kritisch sehen, weil es künftig weniger Plätze für Schüler in Eisenberg gibt und viele beispielsweise nach Göllheim ausweichen müssen.

Ich sehe es trotzdem vom Schulangebot her positiv, auch mit Blick auf die demografische Entwicklung. Es ist ein Fakt, dass die Schülerzahlen zurückgehen. Was mir ein wenig leid tut, ist die Tatsache, dass der jahrzehntelang gut funktionierende Schulverband Eisenberg-Hettenleidelheim auf der Strecke geblieben ist. Ansonsten bin ich sicher, dass die IGS gut angenommen wird.

Wie Sie schon angedeutet haben, hakt es bei dem Plan, das Ordnungsamt am Marktplatz anzusiedeln, obwohl es schon seit Jahren im Gespräch ist. Müssen Sie sich in der Angelegenheit etwas vorwerfen?

Mein Part war, das Ganze konzeptionell auf den Weg zu bringen. Das Konzeptionelle ist schon lange in trockenen Tüchern. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, indem wir beispielsweise einen zusätzlichen Vollzugsbeamten bei der Verbandsgemeinde eingestellt haben. Das Domizil, an dem es nun zum zweiten Mal hakt, hängt zusammen mit der Umsetzung Soziale Stadt. Da sind andere gefragt.

Mit Stadtbürgermeister Kauth, der auch Ihr Erster Beigeordneter in der Verbandsgemeinde war, hatten Sie in Ihrer Amtszeit nicht immer ein gutes Verhältnis. So gab es eine Dienstaufsichtsbeschwerde der FWG-Fraktion im Verbandsgemeinderat gegen Sie. Wie stehen Sie heute zu der Sache?

Das ist abgehakt, zumal ich mir persönlich nichts vorzuwerfen hatte und dies auch im Verfahren so bestätigt wurde.

Sie werden Ihrem Nachfolger auch eine Menge Schulden hinterlassen, die in den vergangenen 16 Jahren noch einmal gestiegen sind. Haben Sie deshalb ein schlechtes Gewissen?

Was die Verbandsgemeinde angeht, ist es noch in einem erträglichen Rahmen. Die Schulden haben zwar auch, was die Investitionskredite angeht, zugenommen, und zwar von 3,06 auf 4,7 Mio. Da stehen aber die großen Investitionen, die ich angesprochen habe, gegenüber. Was Sorgen macht, ist die Tatsache, dass die Kassenkredite zugenommen haben, und zwar deshalb, weil insbesondere bei der Stadt Eisenberg die Gewerbesteuereinnahmen in den vergangenen zehn Jahren total eingebrochen sind. Wenn die Einnahmen bei den Ortsgemeinden fehlen, geht es der VG auch nicht gut, weil sie einen Umlagehaushalt zu finanzieren hat. Würde sie ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen, würde sie den Ortsgemeinden komplett den Hahn abdrehen. Meine Politik, die auch Konsens über alle Fraktionen hinweg war, bestand darin, dass die Verbandsgemeinde solidarisch mit den Ortsgemeinden in die Verlustzone hineingegangen ist. Gerade das Thema Kassenkredite gibt eine Aufgabe für meinen Nachfolger.

Mit welchen Themen wird sich Ihr Nachfolger sonst noch beschäftigen müssen?

Außer das Thema Finanzen wäre da das Thema Energie zu nennen, egal ob es Energiesparen oder -produktion ist. Da muss auch bei uns, über das hinaus, was schon investiert wurde, noch einiges angeschoben werden, um so weit wie möglich energieautark zu werden.

Beim Thema Energie hat es zuletzt mit dem Aus für die geplanten Solarparks einen Rückschlag gegeben.

Die Sache liegt planmäßig in der Schublade. Wenn sich die Vorgaben morgen wieder ändern, ziehen wir das raus und setzen es sofort um. Alles bis hin zur Organisationsform ist schon geregelt. Das dritte Schlagwort ist die Kommunalreform. Eisenberg ist da nicht außen vor. Gerade das Thema Finanzen ist auch für uns Anlass, darüber nachzudenken, wie wir durch interkommunale Zusammenarbeit, Zusammenlegungen oder Gebietsreformen bei der Verwaltung Geld sparen. Da ist Eisenberg keine Insel der Glückseligen. Wir müssen schauen, wo es hingeht, auch wenn wir von unserer Infrastruktur und Einwohnerzahl her nicht diejenigen sind, die aktiv werden müssen, wie das vor einiger Zeit aus der Nachbarschaft zu hören war. Eigentlich müsste sich die Nachbarschaft hier auf den Weg machen und mit uns partnerschaftliche Gespräche führen, die natürlich auf Augenhöhe zu führen sind. Was das heißt, müssen wir alle noch lernen.

Welche Konstellation wäre bei einer Gebietsreform Ihre Wunschvorstellung?

Als junger Inspektor habe ich 1972 miterlebt, wie Verbandsgemeinden gebildet wurden. Das war vielleicht politisch richtig, aber verwaltungsmäßig nicht unbedingt der Durchbruch. Jetzt sind wir wieder soweit. Meine Meinung habe ich auch schon gegenüber hochrangigen Politikern in Mainz geäußert: Meine Vision wäre eine Verbandsgemeinde, die man überblicken kann, wenn man sich bei Tiefenthal an die Autobahn stellt und ins Eistal schaut. Alles was links und rechts des Eisbachs an Gemeinden liegt, wäre ideal für die Bildung einer Verbandsgemeinde Eistal-West. Konkret hieße dies: die Verbandsgemeinde Eisenberg komplett, die nördliche VG Hettenleidelheim, der südliche Teil der VG Göllheim und die eine oder andere Gemeinde von der VG Grünstadt-Land im Osten. Problematisch dabei ist, dass man es mit zwei verschiedenen Kreisen und unter Umständen mit vier verschiedenen Verbandsgemeinden zu tun hat. Das wäre ein Kunststück, diese Vision politisch hinzukriegen. Es wäre aber eine sinnvolle Entwicklung, wenn man die vorgegebenen Maßstäbe anlegt.

Wird die SPD wieder einen Bürgermeisterkandidaten nominieren?

Ich allein bin nicht die SPD und auch der falsche Ansprechpartner. Mitte Januar werden die entsprechenden Sitzungen stattfinden. Die Gemeindeverbandskonferenz ist autark, um den Kandidaten oder die Kandidatin zu küren. Natürlich habe ich mir nicht erst seit gestern Gedanken gemacht, wo die Reise hingeht und versucht, entsprechende Weichen zu stellen. Ob diese Weiche so gestellt wird, das ist vom Gremium abhängig, das für die Nominierung zuständig ist. Ich habe selbstverständlich meinen persönlichen Favoriten.

Wie geht es für Sie persönlich weiter?

Ich versuche, mich mehr um meine Familie zu kümmern, wo ich auch gebraucht werde. Auch einige Freundschaften sind auf der Strecke geblieben. Eines meiner Vorhaben im Ruhestand ist, mich mit der Natur zu beschäftigen. Sie werden mich also sehr oft draußen in freier Natur, im Wald oder im Garten erleben, beim Radfahren, Schwimmen, Spazierengehen - Dinge, die bisher aus Zeitgründen nicht so möglich waren. Außerdem werde ich meinen ursprünglichen Berufswunsch teilweise umsetzen. Ich koche nicht nur ab und zu zu Hause, sondern auch gerne als „Schiffskoch" auf einem Segelschiff. Mit 14 Jahren war ich schon aktiver Chorsänger. Später war das aus Zeitgründen, unter anderem auch wegen der Musikerkarriere bei den „Stumpfwaldkrischern", nicht mehr möglich. Jetzt werde ich wieder beim Männerchor in Kerzenheim mitsingen. Außerdem möchte ich schauen, was es noch Schönes in der Welt gibt. Dabei brauche ich nicht die große Reise. Es gibt viele schöne Sachen bei uns in der Umgebung.

Worauf freuen Sie sich am meisten?

Dass ich meinen Terminkalender nun selbst bestimmen kann.

Das Interview führte Timo Leszinski.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.302
Datum: Mittwoch, den 29. Dezember 2010
Seite: Nr.22
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Die Rheinpfalz vom 16. Dezember 2010

Vermittlung oft erfolgreich

EISENBERG: 37 Mal wenden sich Bürger seit April an den Sozialbeautragten der VG

Über ihre ehrenamtliche Arbeit im vergangenen Jahr berichteten dem Eisenberger Verbandsgemeinderats die Gleichstellungsbeauftragte Jutta Knoth und der Sozialbeauftragte Markus Krauß.

Zum ersten Mal tat dies der Sozialbeauftragte Markus Krauß - das Ehrenamt wurde im Frühjahr neu geschaffen. Grund für die Bestellung eines Sozialbeauftragten war, einen Ansprechpartner für Themen wie Arbeitslosenunterstützung, Rente, Alters- und Kinderarmut, Obdachlosigkeit oder Asyl zu schaffen. Seit April habe er 31 Sprechstunden abgehalten und dabei 37 Besucher gehabt, so Krauß. Die meisten Klienten suchten einen Mittler, der ihnen bei Problemen mit verschiedenen Institutionen zur Seite stehe. Als Beispiele nannte Krauß Probleme mit Anträgen der Arge, mit der Kranken- oder Rentenversicherung oder mit dem Vermieter. Auffällig sei, dass viele Klienten Probleme hätten, Briefe und Bescheide von Ämtern überhaupt zu verstehen. In der Regel könne er bei den betreffenden Institutionen einen Zeitaufschub erreichen, um die Angelegenheit zu klären. In einigen Fällen - etwa wenn es um die Auslegung des Sozialgesetzbuchs geht - empfehle er den Klienten auch, sich einen Rechtsbeistand zu suchen.

Beziehungsprobleme und zuletzt auch vermehrt wirtschaftliche Probleme sind es, mit denen sich die Gleichstellungsbeauftragte hauptsächlich beschäftigt. Rat suchten ausschließlich Frauen, so Jutta Knoth. Sie veranstalte unter anderem gemeinsam mit der VG-Bücherei Lesungen und arbeite im „Aktionsbündnis gegen Gewalt in engen sozialen Beziehungen" im Kreis mit. (zin)

Kontakt

Gleichstellungsbeauftragte Jutta Knoth: Termin nach Absprache, Telefon 06351/407351, E-Mail: j.knoth@eisenberg-stadt.de

Sozialbeauftragter Markus Krauß: Sprechstunde donnerstags 16 bis 18 Uhr bei der Verbandsgemeindeverwaltung, sonst Kontakt unter Telefon 0160/2515914 oder E-Mail markus-krauss@arcor.de.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.292
Datum: Donnerstag, den 16. Dezember 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '7147374'
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Die Rheinpfalz vom 16. Dezember 2010

Bürgermeisterwahl am 27. März

EISENBERG: Neuer Chef der Verbandsgemeinde wird am gleichen Tag wie der Landtag gewählt - Parteien beraten über Kandidaten

Der neue Bürgermeister der Verbandsgemeinde Eisenberg wird am 27. März gewählt, also am gleichen Tag wie der neue rheinland-pfälzische Landtag. Das beschloss der Verbandsgemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend. Sollte eine Stichwahl nötig werden, wird diese zwei Wochen später, am 10. April, stattfinden.

Weil Walter Brauer, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hat, offiziell am 31. Dezember in den vorgezogenen Ruhestand eintritt, ist es möglich, die Bürgermeisterwahl gemeinsam mit der Landtagswahl abzuhalten. Wie der Erste Beigeordnete Adolf Kauth, der bis zur Wahl eines neuen Bürgermeisters die Geschäfte führt, auf Anfrage der RHEINPFALZ mitteilte, müsse ein neuer Bürgermeister binnen eines Vierteljahres gewählt werden. Nach dem entsprechenden Beschluss des Verbandsgemeinderats werde die Stelle des Bürgermeisters der VG Eisenberg nun im Amtsblatt und im Staatsanzeiger ausgeschrieben.

Ob und, wenn ja, wen sie als Kandidaten ins Rennen schicken, darüber werden die Parteien in der Verbandsgemeinde Eisenberg erst Anfang 2011 ihre endgültigen Entscheidungen treffen. Der Eisenberger SPD-Vorsitzende Reinhard Wohnsiedler deutet auf Anfrage der RHEINPFALZ an, dass seine Partei, der auch der scheidende Bürgermeister Brauer angehört, wieder einen Kandidaten aufstellen könnte. Noch in dieser Woche solle eine Vorstandssitzung des Gemeindeverbands stattfinden. Anschließend gebe es Mitgliederversammlungen der drei Ortsvereine, die dann Delegierte wählen, die wiederum einen Kandidaten küren könnten. Bis Mitte Januar soll eine Entscheidung gefallen sein, so Wohnsiedler.

Auch der Vorsitzende der Freien Wählergruppe in der VG Eisenberg, Adolf Kauth, kündigt an, dass sich die FWG im Januar treffen und eine Entscheidung fällen wolle. Die CDU will sich Ende des Jahres treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten, so der Vorsitzende Klaus Groß. Möglich ist auch, dass es Einzelbewerber gibt, sofern sie die erforderliche Anzahl an Unterstützungsunterschriften vorlegen können. (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.292
Datum: Donnerstag, den 16. Dezember 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '7145616'
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Die Rheinpfalz vom 14. Dezember 2010

Wasserpreise ändern sich

EISENBERG: Frischwasser wird teurer, Abwasser dafür billiger - Heute im VG-Rat

Der Eisenberger Verbandsgemeinderat will in seiner heutigen Sitzung die Wirtschaftspläne der VG-Werke für das kommende Jahr beschließen. Erstmals seit vier Jahren soll der Wasserpreis angehoben werden, dafür sinken im gleichen Zug die Abwassergebühren.

Statt 1,65 werden künftig netto 1,85 Euro pro Kubikmeter Frischwasser fällig. Die Preiserhöhung hat laut dem kaufmännischen Werkleiter Stefan Lorentz im Wesentlichen drei Gründe: Erstens stehen einige größere Investitionen an: So muss im kommenden Jahr der Hochbehälter in Ramsen saniert werden, weil sich im Inneren des in die Jahre gekommenen Baus kleinere Teile lösen. Rund 300.000 Euro wird das kosten. Mit rund 250.000 Euro schlägt die Erneuerung der rund 40 Jahre alten Leitungen inklusive Hausanschlüssen in der Ebertsheimer Straße zu Buche, die im Zuge der Straßensanierung ebenfalls 2011 durchgeführt wird. Auch in der Albert-Schweitzer- und der Wilhelm-Bernhard-Straße werden neue Leitungen verlegt. Zweitens übersteigen die Verlustvorträge inklusive dem Jahresverlust aus 2009 die Summe der vorhandenen Allgemeinen Rücklage zuzüglich der zweckgebundenen Rücklagen. Um zu vermeiden, dass die Verbandsgemeinde als Träger gezwungen ist, die Verlustvorträge durch allgemeine Haushaltsmittel auszugleichen, sollen diese in den kommenden fünf Jahren auf null heruntergefahren werden. Dritter und letzter Grund für die Gebührenerhöhung sind zurückgehende Einnahmen: So ist der Wasserverbrauch seit Jahren rückläufig. Bei dem leichten Anstieg, der von 2008 auf 2009 verzeichnet wurde, habe es sich wohl nur um einen „Ausrutscher nach oben" gehandelt, vermutet Lorentz. 2010 werden die Werke wohl nur 605.000 Kubikmeter Wasser verkaufen und damit so wenig wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit. Weniger Geld nehmen die Werke außerdem aus den Zählergebühren ein, da in den vergangenen drei Jahren viele größere gegen kleinere Zähler ausgetauscht wurden,

Im Geldbeutel der Verbraucher wird sich die Gebührenerhöhung allerdings kaum bemerkbar machen, denn parallel zur Anhebung der Frischwassergebühren um 20 Cent werden die Abwassergebühren um 24 Cent, von 3,67 auf 3,43 Euro pro Kubikmeter gesenkt. Dies sei möglich, da das Kanalwerk in den vergangenen Jahren ausreichend große Gewinne erwirtschaftet habe, erläutert Lorentz. Die verrechnete Schmutzwassermenge in der VG sei nicht im gleichen Maße gesunken wie die abgesetzte Frischwassermenge, unter anderem weil etliche Kunden eigene Brunnen hätten.

Mit den neuen Gebührensätzen zahle eine durchschnittliche vierköpfige Familie, die 150 Kubikmeter Wasser im Jahr verbrauche, nicht mehr, sondern sogar 30 Cent weniger. Noch günstiger kämen Gewerbetreibende weg, die Vorsteuern beim Finanzamt geltend machen können.

Info

Sitzung des Verbandsgemeinderats Eisenberg heute, Dienstag, 18.30 Uhr im Rathaus. Neben den Wirtschaftsplänen der VG-Werke sind unter anderem der Termin für die Verbandsbürgermeisterwahl und die Berichte von Gleichstellungsbeuftragter und Sozialbeauftragtem Themen. (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.290
Datum: Dienstag, den 14. Dezember 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '7130362'
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Die Rheinpfalz vom 3. Dezember 2010

 

Die Rheinpfalz vom 01. Dezember 2010

Genossen bleiben kämpferisch

ALSENZ: Gustav Herzog als SPD-Unterbezirksvorsitzender bestätigt

Eine gute Bilanz zogen die Sozialdemokraten des Unterbezirks Donnerberg am Samstag bei ihrem Parteitag in Alsenz. Zugleich stimmten sie sich auf die bevorstehende Landtagswahl im kommenden März ein. Gustav Herzog (Zellertal) wurde mit deutlichen 96 Prozent als Unterbezirksvorsitzender bestätigt.

Die stellvertretende Vorsitzende Luise Busch (Rockenhausen) betonte schon zur Begrüßung in der Festhalle, dass es nicht nur Sonnenschein in der Region gebe. Wenn die Befürchtungen bei der Firma Keiper in Rockenhausen - das Unternehmen soll eventuell verkauft werden - eintreten, wäre das eine Katastrophe für die gesamte Region.

Gustav Herzog, Unterbezirksvorsitzender und Mitglied des Deutschen Bundestages, lobte in seinem Rechenschaftsbericht die harmonische Abstimmung zwischen der Partei und den Gremien auf den verschiedenen Ebenen. Hart kritisierte er die auf Eis gelegten Projekte im Straßenbau. Davon betroffen sei auch die Umgehung von Imsweiler. In der Mitgliederentwicklung sei die Trendwende noch nicht geschafft, aber eine deutliche Verbesserung sei erkennbar. Die Struktur der Partei verändere sich weiter, was sich in weiteren Fusionen von Ortsvereinen zeige. Er kritisierte die Entscheidungen auf Bundesebene zur Atompolitik und zur abgesenkten Mehrwertsteuer im Hotelgewerbe. Es gelte, so Herzog, „schwarz-gelb im März die rote Karte zu zeigen".

Ein verlustreiches Jahr, in dem es galt, Wahlkämpfe zu finanzieren, schilderte Kassierer Joseph Blaum (Rockenhausen). In diesem Jahr habe sich die Situation schon wesentlich gebessert.

Um die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen im Kreis sei es ruhig geworden, bemerkte Vorsitzende Dagmar Heidrich (Alsenz). Dabei gebe es immer noch deutliche Unterschiede in der Arbeitswelt und den Führungsetagen. Die monatlichen Treffen der Jungsozialisten seien gut besucht, resümierte Jaqueline Rauschkolb (Eisenberg). Dabei würden vielfältige Themen diskutiert. In Vorbereitung sei eine „Party gegen Atomkraft". Bernhard Heise (Eisenberg) kritisierte die Erhöhung der Krankenkassenbeiträge auf Kosten der Arbeitnehmer und die Kopfpauschale. Eine Zunahme der Altersarmut sieht Hermann Biebel (Zellertal). Die bundesweiten Beschlüsse zu Hartz IV wirken sich auch im Kreis aus, informierte Landrat Winfried Werner. 40 Prozent weniger Geld stehe der Arge zur Verfügung.

Kämpferisch zeigte sich die Wahlkreisabgeordnete und Staatsministerin Margit Conrad. Die Bildung sei der Schlüssel zu Wohlstand und Sicherheit. Deshalb setzte sich ihre Partei für ein durchgängiges kostenfreies Schulsystem ein. Wichtig seien Mindestlöhne und die Tariftreue bei öffentlichen Aufträgen, betonte Conrad. Sie setze sich für einen starken Mittelstand ein und den Ausbau der Infrastruktur. Mit einer ausreichenden Finanzausstattung wollen die Sozialdemokraten die Gemeinden handlungsfähiger machen.

Der Unterbezirksparteitag fordert von der Landesregierung eine Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte im Dienst. Immer wieder komme es zu Gewalttaten durch Polizisten im Dienst, begründete Tristan Werner den Antrag. Gerade bei Großeinsätzen, wenn die Polizeibeamte Schutzkleidung und Helme tragen, seien die Beamten nicht zu identifizieren. Keine Überraschungen gab es bei den Wahlen zum Unterbezirksvorstand der Sozialdemokraten. Die Vorschlagsliste wurde von den 108 Delegierten aus dem Donnersbergkreis angenommen. Dabei wurden die bisherigen Amtsinhaber in ihren Aufgabenbereichen bestätigt. (osw)

Wahlen

Unterbezirksvorsitzender Gustav Herzog, Zellertal; Stellvertreter: Luise Busch, Rockenhausen; Markus Krauß, Eisenberg; Kassierer: Joseph Blaum, Rockenhausen; Schriftführer: Gerno Grüner, Kirchheimbolanden; Beisitzer: Michael Bauer, Alsenz; Judith Schappert, Kirchheimbolanden; Jaqueline Rauschkolb, Eisenberg; Tristan Werner, Kirchheimbolanden; Klaus Gebhardt, Gehrweiler; Bernhard Heise, Eisenberg; Kerstin Klöckner, Eisenberg; Heidi Schulz, Winnweiler; Nicole Steingaß, Marnheim; Revisoren: Karl-Heinz Flach, Rockenhausen; Andreas Müller, Marnheim; Manfred Rauschkolb, Eisenberg; Werner Rösel, Dielkirchen; Vorsitzender der Schiedskommission: Klaus Rüter, Kirchheimbolanden; Stellvertreter Marje Beisiegel, Kirchheimbolanden; Hermann Biebel, Zellertal; Beisitzer: Peter Dechl, Sippersfeld; Peter Schulz, Winnweiler; Gerlinde Sünder, Imsweiler; Erich Zubiller, Dörnbach.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.279
Datum: Mittwoch, den 01. Dezember 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '7087732'
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Ender Önder, Vorstandsmitglied des Ortsvereins, wird mit dem Innovationspreis der SPD und AGS in Berlin ausgezeichnet

Beim Wirtschaftsempfang der SPD mit Peer Steinbrück verleiht die SPD und die Arbeitsgemeinschaft der Selbständigen in der SPD (AGS) am Donnerstag, dem 2. Dezember 2010, im Willy-Brandt-Haus in Berlin, den Innovationspreises 2010 unter anderem an

Ender Önder, Unternehmer und Geschäftsführer von ida GmbH Rheinland-Pfalz, Integration durch Ausbildung

Die diesjährigen Preisträger werden aufgrund ihrer herausragenden Verdienste um nachhaltige und innovative Unternehmensführung und ihrem besonderen Beitrag zur Selbstständigkeit von Menschen mit Migrationshintergrund geehrt.

Nach der Begrüßung durch den Bundesvorsitzenden der AGS, Sven Hauke Kaerkes, hält der ehemalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den Festvortrag zum Thema "Das Ende des nationalen Denkens - Lehren aus der Finanzkrise".

Herzlichen Glückwunsch vom SPD-Ortsverein für diese hohe Auszeichnung!

 

Die Rheinpfalz vom 17. November 2010

Brauer will vorzeitig aufhören

EISENBERG: Verbandsbürgermeister stellt Antrag auf vorgezogenen Ruhestand - Gesundheitliche Gründe

Eisenbergs Verbandsbürgermeister Walter Brauer hat seine vorzeitige Versetzung in den Ruhestand beantragt. Das bestätigte Brauer gestern auf Anfrage der RHEINPFALZ. Gesundheitliche Gründe haben den Ausschlag gegeben.

Brauers Amtszeit wäre eigentlich erst im August 2012 abgelaufen. Nun werden - vorausgesetzt Brauers Antrag wird angenommen - voraussichtlich schon im kommenden Jahr Neuwahlen nötig. Die Entscheidung, sein Amt aufzugeben, habe er vor rund vier Wochen getroffen, sagt Brauer. Im September war der Bürgermeister aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen im Krankenhaus gewesen. Vor acht Jahren hatte er bereits einen Herzinfarkt. Heute gehe es ihm „den Umständen entsprechend". „Der plötzliche Tod des Ramser Bürgermeisters Norbert Bayer hat mich nachdenklich gemacht", sagt der 60-Jährige. Er habe nun fast 45 Dienstjahre, davon über 30 Jahre in verantwortlicher Position. „Das steckt man nicht so einfach weg."

Den Verbandsgemeinderat habe er in der jüngsten Sitzung Anfang November im nicht-öffentlichen Teil über seine Entscheidung informiert, berichtet der Kerzenheimer. Auch seine Mitarbeiter in der Verwaltung wüssten Bescheid. Mit dem Schritt an die Öffentlichkeit habe er noch bis nach der Bürgermeisterwahl in Ramsen warten wollen, um diese nicht zu belasten. Zum weiteren Prozedere - wann genau er beispielsweise sein Amt niederlegen wird oder wann Neuwahlen stattfinden - könne er sich erst äußern, wenn sein Antrag endgültig bestätigt sei, so Brauer. Es handle sich noch um ein schwebendes Verfahren. Brauer gesteht ein, dass ihm die Entscheidung nicht leicht gefallen ist. „Nach so langer Zeit ist das natürlich schwierig", sagt der 60-Jährige. „Aber es eröffnet auch eine Perspektive für einen neuen Lebensabschnitt."

1950 in Quirnheim geboren, begann Brauer seine berufliche Laufbahn 1966 als Verwaltungslehrling unter Bürgermeister Karl Schneider bei der damaligen Gemeindeverwaltung Kerzenheim. Nach der Verwaltungsprüfung wurde Brauer als Inspektor von der neu gebildeten Verbandsgemeinde übernommen und war als persönlicher Referent von Stadt- und VG-Bürgermeister Heinrich Rauschkolb im Hauptamt tätig. 1979 wechselte er zu den VG-Werken, wo er ein Jahr später zunächst als stellvertretender und ab 1983 als Werkleiter für die Sicherstellung der Wasserversorgung, Kanalbauprojekte und Stromversorgung verantwortlich war. Seit 1990 saß er - mittlerweile zum Oberamtsrat ernannt - als Geschäftsleitender Beamter in der Schaltzentrale der VG-Verwaltung. 1996 wurde Brauer zum VG-Bürgermeister direkt gewählt, 2004 stellte er sich erfolgreich zur Wiederwahl.

Geprägt von den SPD-Bürgermeistern Rauschkolb, Hirschberger und Holthöfer sowie dem Kerzenheimer Ortsbürgermeister Karl Schneider war 1992 die Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten nur noch der letzte Schritt in die Kommunalpolitik. Über seine dienstlichen Aufgaben hinaus ist er Mitglied in zahlreichen Vereinen. Er engagiert sich unter anderem ehrenamtlich als Vorsitzender des VG-Kinder- und Jugendchores und kümmert sich als Rechner der katholischen Kirchenstiftung Kerzenheim um die kirchlichen Finanzen. (zin/hsc)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.267
Datum: Mittwoch, den 17. November 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '7036270'
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Die Rheinpfalz vom 29. Oktober 2010

 

Die Rheinpfalz vom 27. Oktober 2010

„Sprache ist Schlüssel zum Erfolg"

Begegnung: Ender Önder lebt in Eisenberg und kümmert sich als Unternehmer um Integration

EISENBERG. Sein Opa war einer der ersten vier Türken, die 1964 bei Gienanth in Eisenberg Arbeit fanden, er selbst lebt in dritter Generation in Eisenberg, sieht sich als Sohn der Stadt, hat hier seine Heimat, auch wenn die Wurzeln in der Türkei nicht vergessen sind. Ender Önder wohnt in Eisenberg, gehört der SPD an, ist in der türkischen Gemeinde recht bekannt, die deutschen Mitbürger kennen ihn hauptsächlich als Fußballer.

Bei der TSG Eisenberg hat er in der F-Jugend zu spielen begonnen, später schaffte er 1993 den Sprung in die Landesliga-Mannschaft der TSG. Heute engagiert er sich als zweiter Vorsitzender des türkisch-deutschen Sportvereins Mutterstadt, der in der Landesliga spielt. „Meine Söhne spielen bei der TSG Eisenberg", erzählt Önder über die mittlerweile vierte Generation seiner Familie, die in Deutschland lebt.

Integration ist für ihn selbst kein Thema mehr, der 35-jährige Unternehmer sieht sich als voll integrierter Mensch der deutschen Gesellschaft. Er hat in Eisenberg gebaut, hat hier seine erste Firma - eine Unternehmensberatung - 2002 gegründet. Dennoch ist Integration ein Thema, mit dem er sich dauerhaft beschäftigt. Aus der kleinen Firma im eigen Haus ist mittlerweile eine Firmengruppe geworden. Önder ist Gesellschafter und Prokurist des ambulanten Pflegedienst MKS Medical GmbH in Ludwigshafen, betreibt weiterhin Fedo Consulting und betreut noch das Projekt des Landes IDA (Integration durch Ausbildung), dessen Geschäftsführer er ist. Außerdem hat er in der nagelneuen Rheingalerie ein Geschäft eröffnet mit dem Namen Cencini, das Pizza und Pasta anbietet.

„Das alles ist im Laufe der Jahre gewachsen, mittlerweile beschäftige ich 38 Leute in der Unternehmensgruppe", so Önder. Das wichtigste ist für den 35-Jährigen aber das Projekt IDA. „Hier kommen Integrationsbemühungen und Unternehmergeist zusammen", so Önder, der über IDA behaupten kann, ein bundesweites Vorzeigeprojekt zum Erfolg geführt zu haben. 121 Jugendliche hat er seit der Gründung im Juli 2007 in dauerhafte Arbeitsverhältnisse vermittelt. „Das sind nicht nur Türken, sondern auch Einwanderer aus Osteuropa oder auch aus Iran", erklärt er.

„Wir versuchen heute die Versäumnisse der ersten und zweiten Generation von Einwanderern nach Deutschland aufzuarbeiten und zu verbessern", sagt Önder. Es sei nicht so einfach, Menschen, die aus einem völlig anderen Kulturkreis kommen, in die deutsche Gesellschaft zu integrieren.

„Die Fehler wurden von der deutschen und türkischen Regierung in der Vergangenheit gemacht. Die Menschen wurden oft ohne gesellschaftliche Perspektive für einige Jahre nach Deutschland eingeladen, mit dem Gedanken, dass sie in ihre Heimat zurückkehren werden. Viele sind geblieben, da die Verträge verlängert wurden", analysiert Önder die heutigen Probleme, die aktuell hochbrisant diskutiert werden. „Als mein Großvater vor fast 50 Jahren nach Eisenberg kam, hat niemand erwartet, dass sich viele seiner Landsleute hier dauerhaft niederlassen würden." Heute haben beiden Seiten kapiert, dass die Einwanderer nicht mehr aus Deutschland weg zu denken sind, seit 1984 gibt es Bemühungen Perspektiven aufzuzeigen, so Önder weiter. „Die Migranten müssen in jedem Fall die Anpassung betreiben, sie müssen die Sprache erlernen", sagt Önder. Sprache ist der Schlüssel zu Ausbildung, gesellschaftlichem Engagement und letztlich zu Verständnis, ist Önder sicher. Da er selbst beide Sprachen sehr gut spricht, wurde er vor vier Wochen auch zum Vorsitzenden des Türkisch-Deutschen Unternehmerverbandes Pfalz gewählt worden, der seinen Sitz in Ludwigshafen hat.

Regelmäßig wird der 35-Jährige als Podiumsgast zu Diskussionsveranstaltungen eingeladen, die von der Landes- oder Bundesregierung organisiert werden, um dort über die Erfolge von IDA zu berichten. (jös)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.250
Datum: Mittwoch, den 27. Oktober 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6965385'
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SPD der VG informiert sich bei Kaiser Holzbau in Ramsen

Die SPD der Verbandsgemeinde Eisenberg besuchte den Handwerksbetrieb Kaiser Holzbau in Ramsen. Leonhard und Heike Kaiser konnten in ihrem Betrieb 20 Mitglieder der SPD aus Ramsen, Eisenberg und Kerzenheim, darunter auch die Bürgermeisterkandidatin Christel Pätzold, willkommen heißen. Der Handwerksbetrieb kann 2011 sein 25jähriges Bestehen feiern und wurde von Leonhard und Heike Kaiser als Zimmereibetrieb gegründet. Im Laufe der Zeit konnte die Firma um Sparte Dachdeckerei erweitert werden. Zur Zeit beschäftigt Kaiser Holzbau 10 Mitarbeiter.
Der Betrieb bildet von Anfang an aus, mittlerweile nicht nur Zimmerleute, sondern auch Dachdecker. Beklagt wird vom Inhaber, dass immer mehr der Nachwuchsmangel von qualifizierten Handwerkern zum Problem wird. Heute kann Kaiser Holzbau alle Kompetenzen als alleiniger Ansprechpartner für Umbau, Anbau, Aufstockung, Dachsanierung, ökologische Dämmung oder kompletten Neubau seinen Kunden anbieten. Mit den Kunden werden Festpreise vereinbart. Eine besondere Herausforderung für Herrn Kaiser ist immer wieder der Neubau eines Holzhauses. Der Betrieb ist der Leistungsgemeinschaft Einer.Alles.Sauber. angeschlossen, in der Meisterbetriebe besonders mit der staubfreien Modernisierung werben. Sehr wichtig ist die Kundenzufriedenheit. In Rückmeldungen teilen die Kunden mit wie zufrieden sie mit der Ausführung der Arbeiten sind und was verbessert werden kann.
Der Betrieb ist gut ausgelastet. Seinen Mitarbeitern hat Kaiser Holzbau bis jetzt immer Vollbeschäftigung geboten. Witterungsbedingte Entlassung, wie in der Branche üblich hat es nicht gegeben. Leonhard Kaiser sieht insbesondere in der überschaubaren Anzahl der Mitarbeiter einen großen Vorteil seines Betriebes. Es findet dauernd ein offener Austausch untereinander statt und es wird aus Fehlern gelernt. In wöchentlichen Denkzeiten werden Fehler besprochen, dokumentiert und Verbesserungen überlegt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Betriebsbesichtigung waren beeindruckt von der Leistungsfähigkeit des Ramser Handwerkbetriebes. In der großzügigen Holzhalle der Firma konnten sie das gute Raumklima des Werkstoffes Holz erfahren.
Der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Reinhard Wohnsiedler bedankte sich herzlich bei Leonhard und Heike Kaiser für die guten Informationen und Führung durch den Betrieb und die kompetenten Antworten auf die zahlreichen Fragen. Wohnsiedler betonte, wir können froh sein in Ramsen einen solch hoch qualifizierten Handwerksbetrieb zu haben.


 

Die Rheinpfalz vom 18. September 2010

Mut zu Veränderung auch nach 275 Jahren

EISENBERG: Eisengießerei Gienanth feiert Jubiläum mit großem Festakt - Auch Ministerpräsident Beck gratuliert

Wenn ein Wirtschaftsunternehmen 50, 75 oder 100 Jahre alt wird, dann ist das schon etwas Besonderes. Wenn ein Betrieb aber sein 275-jähriges Bestehen feiern kann, wie gestern Gienanth in Eisenberg, dann ist das ein fast einmaliges Ereignis.

Er sei sich „ziemlich sicher, dass Gienanth das älteste produzierende Industrieunternehmen in Rheinland-Pfalz" sei, sagte Ministerpräsident Kurt Beck beim Festakt. Auch Geschäftsführer Andreas Hecker zeigte sich ehrfürchtig, angesichts dieser langen Tradition: „Ich bin erst seit einem Jahr bei Gienanth. Das sind gerade einmal 0,4 Prozent der Zeit", rechnete er vor.

Um das große Jubiläum gebührend zu feiern, waren gestern zahlreiche Gäste aus Wirtschaft und Politik zur Feier in das Festzelt auf dem Werksgelände geladen. Genau genommen sei es keine Eisengießerei, die vor 275 Jahren in Eisenberg gegründet wurde, sondern ein „Hammer", also eine Art Schmiede, blickte Hecker in seiner Ansprache zurück auf die Anfangstage, bevor er kurze Schlaglichter auf wichtige Stationen der Unternehmensgeschichte richtete: den Einstieg der Familie Gienanth, die Umstellung von Holzkohle auf Koks Mitte des 19. Jahrhunderts, den Bau von Werkswohnungen und die Einführung einer Betriebskrankenkasse, die Eisenbahnanbindung, die ersten Motorblöcke aus Eisenberger Produktion in den 1920er Jahren sowie als vorerst letzten Punkt die Übernahme durch den Finanzinvestor Cognetas im Jahr 2008.

Die Gegenwart sehe - nach einer schwierigen Zeit vor einem Jahr - erfreulich aus. „Das Werk ist sehr gut ausgelastet", so Hecker. In Kürze stehe eine Investition von 5,2 Millionen Euro in die Putzerei an. „Wir können nicht sicher sein, dass das, was wir heute machen, morgen noch richtig ist", mahnte Hecker für die Zukunft den Mut zu Veränderungen und Innovationen an. Als Beispiel, wie etwa auf steigende Rohstoff- und Energiepreise reagiert werden könne, führte er Pläne an, überschüssige Energie aus dem Kupolofen an EKW oder Kommunen abzugeben.

Es gelte, Lehren aus der Krise zu ziehen. Orientierung sollen seiner Ansicht nach vier Kardinaltugenden geben, welche bereits von den alten Griechen hochgehalten wurden: Mut, Mäßigung, Gerechtigkeit und Weisheit. Als Symbol für letztere durfte jeder Gast eine gusseiserne Eule mit nach Hause nehmen.

„Wirkliche Leistung muss immer noch mehr Wert sein als spekulativer Gewinn", spielte auch Ministerpräsident Beck auf die Finanz- und Wirtschaftskrise an. Dass es gelungen sei, Gienanth zu konsolidieren, sei auch dem Vorsitzenden des Betriebsrats, Bernhard Heise, zu verdanken, lobte Beck. Der Landrat des Donnersbergkreises, Winfried Werner, sprach die Rolle der von Gienanths in der Firmengeschichte an. Diese seien Patriarchen gewesen, die sich aber auch für die Region verantwortlich gefühlt hätten. Großen Wert hätten sie beispielsweise auf eine gute Ausbildung der Mitarbeiter gelegt, was die Firma auch heute noch tue.

Marion von Gienanth, die Tochter des letzten Geschäftsführers aus den Reihen der Familie, erinnerte an die Integration ausländischer Arbeiter am Beispiel des „Türkensalons" im Herrenhaus. Dieser war vor über 100 Jahren dort eingebaut und in den 60ern den muslimischen Arbeitern als Gebetsraum zur Verfügung gestellt worden.

Für die Unterhaltung sorgte der Materialwissenschaftler Claus Mattheck. Auf einem schmalen Grad zwischen Wissenschaft und Comedy wandelnd, vermittelte er auf äußerst unterhaltsame Weise, warum „Zugdreiecke" die „Universalform der Natur" sind. (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.217
Datum: Samstag, den 18. September 2010
Seite: Nr.15
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Am Anfang war der Hammer

275 Jahre sind für einen Industriebetrieb ein geradezu biblisches Alter. Ein solch seltenes Jubiläum feiert in diesen Tagen das Eisenwerk in Eisenberg. Eng verknüpft ist die Geschichte der Gießerei mit dem Namen der Familie Gienanth, die einst aus der Schweiz in die Pfalz eingewandert war und hier zu einer der einflussreichsten Industriellendynastien wurde.

Von Timo Leszinski

Was für Ludwigshafen und die Vorderpfalz die BASF, das ist für Eisenberg und die Region südlich des Donnersbergs die Eisengießerei Gienanth. Auch wenn sie nur rund 600 Menschen und nicht über 30.000 Arbeit gibt, so sind jene, die dort ihre oft harte Arbeit verrichten, doch stolz darauf, zu diesem traditionsreichen Werk zu gehören. Manche Familie hält ihm schon seit Generationen die Treue.

Die enge Verbindung der Menschen in und um Eisenberg mit dem Gienanth-Werk liegt auch in der Geschichte begründet: Schon früh lassen die Eigentümer im 19. Jahrhundert Werkswohnungen für ihre Beschäftigten bauen, gründen eine Werksschule für deren Kinder und richten eine Betriebskrankenkasse ein - aus christlich-sozialem Verantwortungsgefühl, aber auch, um die Arbeiter an das Werk zu binden. Die Gießerei erweist sich auch in der jüngeren Vergangenheit noch als identitätsstiftender Schmelztiegel - im wahrsten Sinne des Wortes. Als in den 1960er-Jahren immer mehr türkische Arbeitskräfte beschäftigt werden, stellt die Firmenleitung den Muslimen einen historischen „Türkensaal" mit orientalischen Dekorationen im ehemaligen Herrenhaus der Eigentümerfamilie als Gebetsraum zur Verfügung.

Am Anfang war der Hammer: 1734 befiehlt Graf Carl von Nassau-Saarbrücken-Weilburg, der in Kirchheimbolanden residiert, oberhalb von Eisenberg am Eisbach einen „Großhammer" mit einem Stauweiher zu errichten. Ab 1735 bearbeiten von Wasserkraft angetriebene Hämmer das Eisen. Das Tal zwischen Eisenberg und Ramsen ist ein idealer Standort für die Eisenproduktion: Erz findet sich in größeren Mengen am nahen Donnersberg bei Imsbach, der Stumpfwald liefert das zur Verhüttung nötige Holz und der Eisbach die zum Betreiben der Hämmer nötige Wasserkraft. Die Vorzüge der Gegend kannten schon Kelten und Römer, die hier einst ebenfalls Eisen herstellten.

Hüttenherr in Eisenberg wird 1753 Johann Jakob Gienanth. Dessen Urgroßvater - der Schmied Pièrre Guinand - ist rund 100 Jahre zuvor aus der Schweiz in die nach dem Dreißigjährigen Krieg entvölkerte Pfalz eingewandert. Zur Zeit Johann Jakobs ist die Familie bereits dick im Eisengeschäft: In verschiedenen Orten der Pfalz und im Saarland hat sie Eisenschmelze und -schmieden errichtet oder gepachtet. 1742 gründet sie ein Eisenhüttenwerk in Hochstein im Alsenztal. Auch in Trippstadt und Altleiningen gibt es bald Gienanth-Werke.

Den ersten Hochofen in Eisenberg baut allerdings ein anderer: der Posthalter Franz Didier aus Kaiserslautern, der 1771 den Erbbestand für das Werk erwirbt. Nach den Wirren der Französischen Revolution kommt es wieder in die Hände der Familie Gienanth, wo es von da an fast 200 Jahre bleiben soll. Nicht nur für die Wirtschaftsgeschichte, auch für die politische Geschichte der Pfalz spielen die Gienanths eine wichtige Rolle: So hat Ludwig Gienanth während der Franzosenzeit als Mitglied des Départment-Rates in Mainz die Oberaufsicht über den Straßenbau, und wenig später, unter bayerischer Herrschaft, ist er Präsident jenes Wahlkollegiums, das den ersten Landrat, den Vorläufer des heutigen Bezirkstags, wählt. „Von" schreiben dürfen sich die ehemaligen Immigranten ab 1819, als sie vom bayerischen König in den Adelsstand erhoben werden.

Das Eisenberger Werk erlebt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen stetigen Aufschwung: Neue Hämmer entlang des Eisbachs werden gebaut, Werkstätten und Arbeiterwohnungen kommen hinzu. 1830 liegt die Jahresproduktion an Eisen bei 10.000 Zentnern. Noch sind drei Viertel davon Roheisenbarren, doch immer öfter verlassen auch fertige Gusswaren das Werk: Von der Urinrinne über Waffeleisen und Öfen bis hin zum lebensgroßen gusseisernen Edelhirsch hat das Unternehmen bald fast alles im Programm. Die Belegschaft wächst binnen eines halben Jahrhunderts von rund 20 auf mehr als das Zehnfache.

Während im Eisenberger Eisenwerk die Industrialisierung Fahrt aufnimmt, erlebt nur wenige Meter weiter der adelige Repräsentationsgedanken seine Renaissance: Friedrich von Gienanth lässt bis 1829 ein Herrenhaus im klassizistischen Empire-Stil auf dem Werksgelände erbauen - inzwischen ist dort die Firmenverwaltung untergebracht. Gleich nebenan entsteht ein fünf Hektar großer englischer Landschaftspark inklusive Orangerie. Heute bemüht sich ein Verein um Erhalt und Restaurierung der Parkanlage.

Mitte des Jahrhunderts bekommt das Eisenberger Eisen zunehmend Konkurrenz. In England wird das Verfahren entwickelt, Eisenerz mit Koks zu verhütten. Das Produkt ist zwar anfangs noch qualitativ schlechter, aber billiger als jenes aus den Holzkohleöfen. Um den Anschluss nicht zu verlieren, benötigt Eisenberg eine Anbindung an die Eisenbahn, für die sich Eugen von Gienanth daher einsetzt. 1876 ist es soweit: Mit Koks beladenen Züge können auf zwei Stichgleisen direkt aufs Werksgelände rollen.

Als Eugen 1872 Elise Engelhorn, die Tochter des BASF-Gründers, heiratet, verbinden sich zwei der wichtigsten Industriellenfamilien der Region. Elise ist es, die den eingangs erwähnten Türkensalon vom väterlichen Haus in Mannheim nach Eisenberg holen lässt. Nach Eugens Tod zeigt sie unternehmerisches Geschick und führt das Werk mit Unterstützung eines Direktors weiter. Die Zahl der Arbeiter steigt bis 1910 auf 400, die Jahresproduktion auf rund 5000 Tonnen. Auch französische Besatzung und Weltwirtschaftskrise in der Zwischenkriegszeit verhindern nicht, dass das Unternehmen weiter wächst. Bekannt in ganz Deutschland ist Gienanth für seine Öfen, die zahllose Wohnstuben beheizen. Doch auch die Produktion von Teilen für die Automobilindustrie beginnt in jener Zeit: Für den „Frosch" von Opel liefern die Eisenberger die Zylinder, und für Bugatti werden in der Pfalz Rennmotorenblöcke gegossen.

Während des Zweiten Weltkriegs ist die Eisenberger Gießerei in die Rüstungsindustrie eingebunden, produziert Rohlinge für Bomben und Granaten - ein Kapitel, das in den offiziellen Firmenveröffentlichungen der Nachkriegszeit geflissentlich übergangen wird. Doch frühere Gienanth-Arbeiter, die jene Zeit miterlebt haben, erinnern sich. Demnach ist das Werk auch beim Thema Zwangsarbeit keine Ausnahme: Franzosen und Russen müssen in Eisenberg schuften. „Insel Krim" heißen im Volksmund die Baracken auf dem Werksgelände, in denen letztere untergebracht waren.

Die Eigentümerfamilie passt sich - wie schon in der Vergangenheit - der politischen Großwetterlage an und unterstützt die Nationalsozialisten. Ulrich von Gienanth ist während der Nazizeit Gesandter des Regimes, zunächst in den USA, später in Schweden.

Nach Kriegsende übernimmt die französische Besatzungsmacht das Werk, Teile werden demontiert. Doch läuft die Produktion mit rund 50 Arbeitern langsam wieder an. Nach kurzer Zeit hat sich die Gießerei von den Kriegs- und Nachkriegswirren erholt. 1950 erhält Ulrich von Gienanth trotz seiner Nazivergangenheit die Fabrik zurück, und im Jahr 1959 beschäftigt das Unternehmen in Eisenberg mit rund 1000 Menschen so viele wie nie zu vor - und auch nie mehr danach.

Noch bis 1972 ist mit Ulrich von Gienanth ein Mitglied jener Familie, welche die Firmengeschichte so lange bestimmte, Geschäftsführer. Mittlerweile hat die Globalisierung auch diesen Dinosaurier pfälzischer Industriegeschichte voll erreicht: 1992 geht die Gebrüder Gienanth GmbH in das Eigentum der amerikanischen Familie Fink über. Seit 2008 gehört die Firma, nun unter dem Namen Gienanth GmbH, dem Finanzinvestor Cognetas. Zur Gienanth-Gruppe gehört auch als Tochterfirma die Fronberg Guss GmbH in der Oberpfalz.

Gefertigt werden in Eisenberg heute zum einen Teile für die Autoindustrie - beispielsweise Kupplungs- oder Getriebeteile -, zum anderen werden im Werk Motorblöcke für Großmaschinen gegossen, wie sie beispielsweise in Schiffen, Zügen oder Minenfahrzeugen eingesetzt werden.

Nachdem die Wirtschaftskrise Gienanth hart getroffen hat, bewegt sich das Unternehmen heute wieder in ruhigerem Fahrwasser. Kurzgearbeitet wird in Eisenberg schon seit Monaten nicht mehr. Stattdessen wird das Personal wieder aufgestockt, der Umsatz steigt, und demnächst will die Firmenleitung fünf Millionen Euro in das Werk investieren - es scheint, als könne die lange Firmengeschichte noch um etliche Kapitel ergänzt werden.

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.217
Datum: Samstag, den 18. September 2010
Seite: Nr.25
"Deep-Link"-Referenznummer: '6817380'
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Abendessen des Ortsvereinsvorstandes zu Ehren von Frau Edith Fröhlich und Gustav Eichling

Bewegend war die Begegnung mit Frau Fröhlich für die Teilnehmer des Abendessens, zu dem der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Reinhard Wohnsiedler in das Gasthaus „Zum Engel“ eingeladen hatte.
Auf Anregung von Gustav Eichling hatte die Stadt Eisenberg Frau Edith Fröhlich, wohnhaft in den USA, zu einem Besuch eingeladen. In Begleitung ihres Sohnes William Froehlich besuchte die 87jährige Dame ihren Geburtsort in Hessen und Eisenberg, die Heimat ihres verstorbenen Ehemannes Walter Fröhlich. Dieser war wegen der Judenverfolgung 1936 in die USA ausgewandert. Er war der Sohn von Emma und Wilhelm Fröhlich, Kerzenheimer Str. 4, Eisenberg, die 1942 in Auschwitz ermordet wurden.

Als Geschenk zu seinem 95. Geburtstag hatten die Eisenberger Sozialdemokraten ihrem ältesten Mitglied Gustav Eichling die Einladung zu einem Essen anläßlich des Besuches von Frau Edith Fröhlich in Eisenberg mit dem SPD-Ortsvereinsvorstand überreicht. Reinhard Wohnsiedler freute sich endlich das Versprechen einlösen zu können.

Frau Fröhlich und Gustav Eichling beeindruckten nachhaltig mit ihren Erfahrungen während der NS-Diktatur. Heimatgeschichte wurde lebendig, über die man in der Vergangenheit wenig gesprochen hatte. Dass sich in Eisenberg die Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Vereine und Organisationen in dem Netzwerk „Eisenberg ist bunt“ gegen braune Umtriebe zur Wehr setzen imponierte den Gästen aus den USA und dem hessischen Rödelheim sehr.

Edith Fröhlich, Jahrgang 1923



William Froehlich, Sohn von Edith und Walter Fröhlich



Gisela Forster-Schmitz, Walter Brauer, Markus Krauß, Annette Wahl



Gustav Eichling, Adolf und Lioba Kauth

 

Die Rheinpfalz vom 25. August 2010

„Das ist Stoff für einen Film"

EISENBERG: Edith Fröhlich aus den USA besucht das Elternhaus ihres verstorbenen Ehemanns, der 1936 vor den Nazis geflohen war

Um das Haus der von den Nazis ermordeten Eltern ihres verstorbenen Ehemanns Walter in der Eisenberger Innenstadt noch einmal wiederzusehen und Zeitzeugen der Judenverfolgung im Dritten Reich zu treffen, hat die 87-jährige Edith Fröhlich eine weite Reise auf sich genommen: Gemeinsam mit ihrem ältesten Sohn Wilhelm kam sie für eine Stippvisite aus den USA. Im Rathaus wurde ihr am Montag ein schöner Empfang bereitet.

Initiator des Besuchs ist Gustav Eichling, Jahrgang 1914, der sich intensiv mit dem Schicksal der Juden in der Stadt auseinandergesetzt hat. Bei den Recherchen zu seiner Chronik „Das jüdische Leben in Eisenberg von 1755 bis 1945", die der Oberamtsrat im Ruhestand mit Hilfe seines Sohns Ulrich im August 2003 fertig stellte, war er auch auf die Familie Fröhlich gestoßen. Schließlich hatte er Kontakt zu Edith Fröhlich, geborene Stern, in Buffalo im US-Bundesstaat New York aufgenommen. Damit die alte Dame noch einmal nach Deutschland kommen konnte, bat Eichling zu seinem 95. Geburtstag um Geldspenden.

Äußerst herzlich und sichtlich gerührt begrüßte die gebürtige Hessin das Eisenberger Urgestein. Bei der „kleinen historischen Stunde", wie Stadtbürgermeister Adolf Kauth den Empfang nannte, erzählte Fröhlich von damals und beantwortete Fragen der Eisenberger.

Mit dabei waren auch Heiko und Uschi Lüßmann. Sie haben die Geschichte der Juden in Frankfurt-Rödelheim dokumentiert, woher Edith Fröhlich stammt und wohin sie morgen fährt. Als Jugendliche war sie in ein Kinderlager nach Schweden geschickt worden. „Im Januar 1941 bin ich dann ab Moskau zehn Tage und zehn Nächte mit der Transsibirischen Eisenbahn gefahren und gelangte über Japan, Vancouver und Chicago nach Buffalo, wo meine Eltern und meine Oma schon lebten", blickte die Seniorin zurück.

Wann sie das Gefühl gehabt habe, in Amerika angekommen zu sein, wollte Kauth wissen. Fröhlich zuckte die Achseln: „Wir waren froh am Leben zu sein, und da wir bei unserer Auswanderung nichts mitnehmen durften, haben wir von früh bis spät gearbeitet. Ich besuchte auch die Abendschule." Wenige Jahre später lernte die junge Frau ihren Mann kennen. Walter Fröhlich war mit seiner Schwester Ella schon im Mai 1936 in die Vereinigten Staaten emigriert. Der anderen Schwester, Liesel, die mit dem gleichaltrigen Eichling zusammen die Volksschule in Eisenberg besuchte, gelang in der Reichskristallnacht im November 1938 die Flucht nach Mannheim, von wo aus sie ebenfalls in die USA ging.

Die Eltern Wilhelm und Emma Fröhlich, die für ihre soziale Einstellung bekannt und im Eisenberger Gewerbeverein sowie im Sportverein aktiv waren, durchlitten derweil Furchtbares. Ihr Kaufhaus für Bekleidung und Schuhe in der Kerzenheimer Straße 4 wurde geplündert und zerstört. Gustav Eichling weiß noch, dass ein Sofa der Familie auf dem Marktplatz brannte und die Schaufensterscheiben zertrümmert waren. Silvester 1942 wurden die Eheleute in Auschwitz ermordet. Daran erinnert eine Gedenktafel an ihrem Wohn- und Geschäftsgebäude. Sie wurde - ebenso wie eine zweite am ehemaligen Haus des jüdischen Metzgers Schwarzschild in der Ripperter Straße - auf Anregung Eichlings angebracht.

Am Schicksal von Vater und Mutter ist die älteste Tochter zerbrochen: Ella Fröhlich beging Selbstmord. Schwester Liesel heiratete in Baltimore. Walter rückte im März 1945 als amerikanischer Soldat in Eisenberg ein. Dabei fuhr er mit einem Panzer bis zu seinem Geburtshaus, das im Juni 1941 an den Grünstadter Textilkaufmann Jakob Jost verkauft worden war. „Das ist Stoff für einen Film", meinte Eichling, „ein Vertriebener kommt als Befreier seiner Heimat zurück." Auch Steuerberater Dieter Dech, dessen Mutter in den 1930er Jahren Hausangestellte bei Familie Fröhlich war, zeigte sich tief bewegt.

Heute gehört das Anwesen in der Kerzenheimer Straße 4 Ali Gil, der darin wohnt und den Bosporus-Grill betreibt. Gern gewährte er der auf den Spuren ihres 2000 verstorbenen Mannes wandelnden Besucherin aus Übersee Einblick in das Gebäude, in dem Innentüren und Treppe noch im Originalzustand sind. (abf)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.196
Datum: Mittwoch, den 25. August 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6724201'
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Margit Conrad MdL auf Informationsbesuch in Eisenberg

Die Landtagsabgeordnete des Donnersbergkreises und Ministerin für Umwelt von Rheinland-Pfalz informierte sich bei der Firma Langhammer. Das Eisenberger Unternehmen ist international führend in der Herstellung von Transport- und Palettieranlagen tätig. Beim Ortstermin in der Erdekaut beeindruckte die Ministerin besonders, wie sich das Landschaftsschutzgebiet Erdekaut entwickelt hat. Den Informationsbesuch beschloss das Abschlussgespräch im Eisenberger Rathaus bei Bürgermeister Walter Brauer. Daran nahmen auch Alfred Wöllner der Bürgermeister von Kerzenheim, Reinhard Wohnsiedler, 2. Beigeordneter der Verbandsgemeinde und der geschäftsleitende Beamte Bernd Frey teil. Themen waren waren vor allem Umweltprojekte in der Verbandsgemeinde Eisenberg.

Frau Kesselring, Leiterin der Finanzabteilung und der Geschäftsführer von Langhammer Herr Pes mit Margit Conrad bei der Betriebsbesichtigung.

Jürgen Stutzenberger, Fachbereichsleiter Tourismus und Wirtschaftsförderung in der Verbandsgemeinde informierte in der Erdekaut und der Grube Riegelstein.


Margit Conrad MdL mit Verbandsbürgermeister Walter Brauer im Ratssaal.

 

Die Rheinpfalz vom 21. August 2010

Mathe kommt am besten an
EISENBERG: Neue IGS-Schüler lassen Luftballons steigen - Zufrieden mit Schule

114 bunte Lufballons steigen gestern in den strahlend blauen Sommerhimmel über der neu geschaffenen Integrierten Gesamtschule (IGS) in Eisenberg. Die befindet sich im Gebäude der früheren Dualen Oberschule und heutigen Realschule Plus. Acht Lehrer kümmern sich um die Schüler der IGS, die jetzt bereits eine Woche Unterricht hinter sich haben. Vor allem Mathematik wurde gestern von den Zehn- bis Zwölfjährigen als Lieblingsfach genannt, als die RHEINPFALZ der IGS einen Besuch abstattete.

„Schön" findet Helena Knecht aus Eisenberg den Unterricht, auch wenn die ersten beiden Tage mit Einführung und Busschulung „ein wenig langweilig" gewesen seien. Sie besucht wie die Klassenkameraden aus zwei der insgesamt vier IGS-Klassen die Ganztagsschule. Die Luftballonaktion hat Evelin Urbach aus Steinborn am besten gefallen, auch wenn ausgerechnet ihr Ballon zunächst in einem Baum gelandet war. „Deutsch, Englisch, der Unterricht mit Polly dem Papagei im Schrank, das hat mit gefallen", so die Zehnjährige. „Ich habe schon viele aus meiner Klasse gekannt. Mathe ist interessant und macht Spaß", urteilt Julian Droese über die erste IGS-Woche.

Die drei Ganztagsschüler bekommen auch am Nachmittag regulären Unterricht. Außerdem gibt es zusätzliche Angebote, darunter sogar Yoga für Kinder, eine Musik-AG oder Bildende Kunst, erklärt Schulleiterin Christa Mayer. Nach sechs Stunde ist hingegen regelmäßig für Michel Kamegeli Schulschuss. Der Elfjährige aus Eisenberg finde Mathe, Deutsch und Englisch „eigentlich cool". Und die Schulwahl hat zumindest nach der ersten Woche auch Benjamin Scheifling aus Ebertsheim nicht bereut. „Ich fand es super. Ich wollte auch unbedingt an die IGS, auch wenn ich hier niemanden gekannt habe", sagt der Elfjährige. Solche Probleme wurden durch Kennenlern-Spiele ausgeräumt, und an diesen hatte die elfjährige Lena Kapp aus Göllheim in der ersten Woche Spaß. Auch sie hat sich gut eingewöhnt und freut sich über den Unterricht - vor allem über Mathe, wie sie selbst sagt. Rukye Kara ist zwölf und kommt aus Eisenberg. Auch ihr gefällt es an der IGS und Lieblingsfächer hat sie auch: „Mathe, Deutsch und Englisch". Der Schritt ins Neuland hat auch für die Lehrer große Bedeutung. Im noch etwas improvisieren Lehrerzimmer lagen kleine Schultüten auf dem Tisch - versehen mit Süßigkeiten für den ersten Schultag. „Für uns ist auch alles neu, aber der Start hat gut geklappt", urteilte gestern Christa Mayer, die gemeinsam mit den Schülern den bunten Luftballon hinterher sah, als diese in Richtung Westen davonfolgen. (jös)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.193
Datum: Samstag, den 21. August 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6714877'
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Die Rheinpfalz vom 30. Juli 2010


Der Mann am Saxophon ist verstummt

Ramsen: Ortsbürgermeister Norbert Bayer ist am Mittwoch im Alter von 61 Jahren gestorben

Die Rentnerband war sein Leben, und als Rentner wollte er sich um seine Heimatgemeinde Ramsen kümmern. Am Mittwochabend jedoch verstarb Ramsens Ortsbürgermeister Norbert Bayer nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 61 Jahren.

2009 wurde Bayer in der Stichwahl zum Ortsbürgermeister Ramsens gewählt und hatte damit auch die örtliche SPD nach einer langen Krise wieder stabilisiert. Norbert Bayer hatte erst relativ spät den Weg in eine Partei gefunden. Seit 2004 war er Mitglied der SPD, seitdem gehörte er auch dem Gemeinderat an. Dem Eisenberger Verbandsgemeinderat gehörte Bayer als Parteiloser in der SPD-Fraktion schon seit 1999 an.

Stark gewerkschaftlich organisiert war Norbert Bayer während seines ganzen Berufslebens. Bei Oerlikon in Eisenberg übernahm er von 1992 bis zu seiner Altersteilzeit die Aufgabe des Betriebsratsvorsitzenden. Der Stellenabbau von 520 auf 110 Mitarbeiter im Unternehmen fiel in diese Zeit, drei Sozialpläne hat er mit der Arbeitgeberseite ausgehandelt, dabei immer versucht, das Maximum für seine Kollegen zu erreichen.

Sein größtes politisches Ziel war es, im Gemeinderat Ramsen mit Einigkeit gemeinsam die Entscheidungen zum Wohl des Ortes zu tragen.

Viele Menschen kannten Norbert Bayer aber vor allem als den Mann mit dem Saxophon und der Klarinette. Seine größten Erfolge feierte der engagierte Musiker, der sein Hobby mit großer Leidenschaft betrieb, mit der Rentnerband. Als einer der Frontmänner war er nie um ein Solo verlegen. In zahlreichen anderen Ensembles hat er mitgewirkt, bei Seniorennachmittagen genauso für gute musikalische Unterhaltung gesorgt wie vor einem riesigen Publikum bei Jazz- und Dixie-Festivals, die er mit seiner Rentnerband besuchen durfte.

Norbert Bayer wird am Montag auf dem Friedhof in Ramsen bestattet. (jös)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.174
Datum: Freitag, den 30. Juli 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6645595'
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Die Rheinpfalz vom 21. Juli 2010

Kein Platz für braune Umtriebe
EISENBERG: Parteien, Gewerkschaften und Kirchen gemeinsam gegen Rechtsextremismus - Reaktion auf NPD-Infostand

Dass in Eisenberg kein Platz ist für Neonazis, wollen Parteivertreter, Gewerkschaftler und Kirchenvertreter unmissverständlich klar machen. Nachdem die NPD vor gut einer Woche auf dem Marktplatz Unterschriften gesammelt hatte, fanden sich am Samstag knapp 70 Menschen zu einer Infoveranstaltung gegen Rechtsextremismus ein. Auch während der kommenden Wochenenden will man wachsam bleiben.

Für insgesamt sechs Samstage im Juli und August hat die NPD bei der Verbandsgemeindeverwaltung einen Infostand auf dem Eisenberger Marktplatz angemeldet. Das bestätigte Bürgermeister Walter Brauer auf RHEINPFALZ-Anfrage. „Wir haben keine Möglichkeit, die Genehmigung zu verweigern", erklärt Brauer. Bei der NPD handle es sich um eine zugelassene Partei.

Auf ihrer Homepage brüsten sich die Rechtsextremen: „Es war, als ob man auf uns Nationaldemokraten in der überfremdeten Stadt Eisenberg gewartet hätte." Über 40 Unterstützungsunterschriften für die Landesliste und den Direktkandidaten bei der Landtagswahl habe man innerhalb von drei Stunden gesammelt und auch neue Interessenten gewonnen. Weitere Infostände, auch in Kirchheimbolanden und Rockenhausen, werden auf der Internetseite angekündigt.

Dass die Neonazis in der Stadt so viele Unterstützer haben, wie sie behaupten, „zweifle ich ganz stark an", so Brauer. In Eisenberg gebe es seiner Einschätzung nach nicht mehr Sympathien für rechtsextremes Gedankengut als anderswo. Auch Stadtbürgermeister Adolf Kauth sieht es ähnlich: „Bei Wahlen in der Vergangenheit gab es nur vereinzelte Stimmen für die NPD, sie hatte hier nie eine dominante Rolle."

Dennoch will man in der Stadt den Anfängen wehren: Am vergangenen Samstag versammelten sich trotz starken Regens laut Organisator Markus Krauß, der für die SPD im Stadtrat sitzt, knapp 70 Menschen auf dem Marktplatz zu einer Veranstaltung unter dem Motto „Eisenberg ist bunt". Neben der SPD waren auch die anderen in Stadt- und VG-Rat vertretenen Parteien dabei: FWG, CDU und Grüne. Außerdem beteiligten sich das DGB-Ortskartell, die IG Bau sowie Vertreter der protestantischen und katholischen Kirchen. Die NPD habe sich am vergangenen Samstag nicht in Eisenberg sehen lassen, so Krauß.

„Ich bin mehr als zufrieden mit der Veranstaltung, zumal ich sie sehr kurzfristig organisieren musste", zieht Krauß Bilanz. Besonders beeindruckt habe ihn dass Demokraten aller Couleur dabei waren: „Auch wenn man sich im Stadtrat mal streitet, haben alle Parteien zusammen mit Gewerkschaften und Kirchen am Samstag als ein gemeinsamer Block dagestanden." So etwas habe es noch nie in Eisenberg gegeben, freut sich auch der Verbandsbürgermeister. Aus der Bevölkerung sei ebenfalls Zuspruch gekommen.

Weil die NPD theoretisch noch an vier weiteren Terminen in Eisenberg auftauchen kann, will Krauß auch in Zukunft wachsam bleiben und zu diesem Zweck die Aktion „Eisenberg ist bunt" zu einem dauerhaften losen Netzwerk ausbauen. Man habe Telefonnummern ausgetauscht. Sollten die Neonazis noch einmal in Eisenberg erscheinen, könne man so ohne lange Vorlaufzeit die Teilnehmer mobilisieren und wieder im Stadtzentrum Präsenz zeigen.

„Wenn nötig, stehen alle Gewehr bei Fuß", ist auch Verbandsbürgermeister Brauer sicher, der am Samstag ebenfalls dabei war. Und auch Stadtbürgermeister Adolf Kauth kündigt an: „Wir müssen wachsam bleiben und die Menschen politisch überzeugen, dass wir die NPD nicht brauchen." (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.166
Datum: Mittwoch, den 21. Juli 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6613616'
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Eisenberg ist bunt

Eindrucksvoll demonstrierten die protestantische und katholische Kirchengemeinde zusammen mit dem DGB-Ortskartell, der Gewerkschaft Bau, der SPD, FWG, CDU und Bündnis90/Die Grünen gemeinsam für Toleranz und Demokratie unter dem Motto "Eisenberg ist bunt". Bei allen Unterschieden in religiösen und politischen Überzeugungen sind sich alle einig, dass in Eisenberg für die undemokratischen und fremdenfeindlichen Aktionen und die Politik der NPD kein Platz ist. Deutlich wurde dies bei den gemeinsamen Infoständen am 17. Juli 2010 auf dem Eisenberger Marktplatz.

Die NPD will an mehreren Samstagen mit einem Infostand in Eisenberg am Marktplatz für sich werben und Unterschriften sammeln. Gegen die Aktionen und die Politik der NPD hat Markus Krauß die Initiative "Eisenberg ist bunt" ins Leben gerufen. Wenn die NPD wieder mit einem Infostand in Eisenberg auftritt, werden wieder alle Organisationen und Parteien gemeinsam deutlich machen, dass in unserer Stadt ein demokratisches und tolerantes Klima herrscht und niemand ausgegrenzt werden soll.

 

Die Rheinpfalz vom 16. Juli 2010

Solarpark-Pläne verschwinden in Schublade
nachgehakt: Anlagen auf Ackerflächen werden nach Bundesratsbeschluss nicht mehr gefördert

EISENBERG. Die Zustimmung des Bundesrats zu den von der schwarz-gelben Bundesregierung angestoßenen Gesetzesänderungen im Bereich der Solarförderung bedeutet erwartungsgemäß das (vorläufige) Aus für die Pläne, zwei Solarparks im Bereich der Verbandsgemeinde Eisenberg zu errichten. Das bestätigte Bürgermeister Walter Brauer auf RHEINPFALZ-Anfrage.

Ende vergangener Woche hatte der Bundesrat einem Kompromiss zugestimmt, bei dem es allerdings keine Änderungen zum ursprünglichen Entwurf gibt, was den Bereich Solaranlagen auf Ackerflächen angeht. Demnach entfällt die Förderung für solche Anlagen rückwirkend ab Juli 2010 komplett. Wie mehrfach berichtet, lassen sich die beiden in der Verbandsgemeinde Eisenberg geplanten Fotovoltaikanlagen unter diesen Voraussetzungen nicht wirtschaftlich betreiben.

„Ich bin definitiv enttäuscht", sagte Verbandsbürgermeister Walter Brauer. „Es war ein guter Weg, mehr auf regenerative Energien zu setzen. Leider lenkt die Politik die Entwicklung nun in eine andere Richtung", kritisiert der Sozialdemokrat. Das Argument, solche großflächigen Solaranlagen würden wertvolles Ackerland in Anspruch nehmen, auf dem ansonsten Lebensmittel angebaut werden könnten, weist Brauer zurück. „Ich kann dieses Argument für unsere Flächen nicht nachvollziehen", sagt der Bürgermeister. Bei den beiden Grundstücken - eines auf Eisenberger Gemarkung an der Grenze zu Tiefenthal, eines auf Kerzenheimer Gebiet im Bereich Esper - handele es sich um bergbauliche Vorrangflächen.

Das Eisenberger Gebiet sei Brachland. Die Kerzenheimer Fläche werde derzeit zwar als Acker genutzt, der Boden sei aber steinig und von minderer Qualität. „Wir haben auf ein Hintertürchen bei dem neuen Gesetz gehofft. Unsere Flächen wären ideal", so Brauer.

Ganz abschreiben will der Bürgermeister die Vision von Solarparks in der Verbandsgemeinde Eisenberg aber noch nicht. „Die Pläne kommen in die Schublade. Die Sache ist nicht vergessen", sagt er. Sollte sich die politische Großwetterlage ändern, könnten die Pläne wieder hervorgeholt werden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind bereits weitgehend geschaffen. Die Flächennutzungspläne sind fortgeschrieben und die Bebauungspläne aufgestellt. (zin)

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.162
Datum: Freitag, den 16. Juli 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6601849'
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Die Rheinpfalz vom 25. Juni 2010

Erlebnisbahn stößt auf Ablehnung
RAMSEN: „Funtrain" zwischen Eiswoog und Alsenborn geplant - Bayer beklagt mangelhafte Information

Eine Erlebnisbahn, die zwischen Enkenbach und dem Eiswoog verkehrt, planen die Verbandsgemeinden Eisenberg und Enkenbach-Alsenborn. In Ramsen ist man von dem Projekt wenig begeistert. Eine Reaktivierung der ehemaligen Bahnstrecke ist wohl ohnehin zu teuer. Die „Bahn" würde auf der Straße fahren.

Die Idee ist, dass Ausflügler an Sonn- und Feiertagen zwischen Enkenbach und Eiswoog hin- und herfahren können. Ursprünglich war sogar angedacht, die stillgelegte Bahnlinie dafür zu nutzen. Doch die zugewucherte Strecke befahrbar zu machen, wäre wohl zu teuer, ist aus Enkenbach-Alsenborn zu hören. Auch müsste die Strecke eigens angemietet werden. Deshalb soll stattdessen ein spezieller Traktor mit Anhängern auf der Straße verkehren.

Während sich der VG-Rat in Enkenbach öffentlich mit dem Thema beschäftig, wird in Eisenberg weitgehend nichtöffentlich beraten. Aktuell wurde eine geplante nichtöffentliche Beratung von der Tagesordnung des VG-Rats kurzfristig abgesetzt. Grund dafür ist wohl die große Kritik an diesem Vorhaben von allen Fraktionen im Gemeinderat Ramsen. Ortsbürgermeister Norbert Bayer spricht sogar von einem „Nürburgring im Stumpfwald" und einem Projekt dessen Zahlen „utopisch" und „schöngerechnet" seien.

Im VG-Rat in Enkenbach wurde das Projekt vorgestellt und bereits über die Gründung einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts mit der VG Eisenberg beraten. Das bestätigt auf Anfrage der RHEINPFALZ der Enkenbacher Bürgermeister Jürgen Wenzel. Er rechnet mit Anfangsinvestitionen von rund 240.000 Euro und Folgekosten von jährlich jeweils 20.000 Euro für die Verbandsgemeinde. Die VG Enkenbach-Alsenborn sei Antragsteller im Verfahren. Wenzel gab an, dass mit Betreibern ähnlicher Strecken Gespräche geführt wurden. „Es war uns immer klar, dass mit dem Funtrain keine Gewinne zu erwirtschaften sind und wir Geld zuschießen müssen. Aber wir in Enkenbach sehen darin einen wichtigen Lückenschluss, der helfen würde, die natürliche Barriere Stumpfwald zu überbrücken und die beiden Verbandsgemeinden bei der Verwirklichung ihrer gemeinsamen touristischen Anstrengungen näher zusammen zu bringen."

In Ramsen regt sich derweil Widerstand gegen die Erlebnisbahn, weil die Gemeinde in die Planung offenbar nicht richtig eingebunden wurde. „Schon mein Vorgänger wurde nur knapp über das Projekt informiert", sagt Bürgermeister Norbert Bayer. „Wir haben als Gemeinderat niemals darüber beraten, obwohl der Eiswoog und der Stumpfwald ganz klar zur Gemeinde Ramsen gehören. Das Projekt wird in Eisenberg von Adolf Kauth und dem für Tourismus zuständigen Mitarbeiter der VG, Jürgen Stutzberger, betreut und forciert, ohne Einbindung der Gemeinde. Auch die Stumpfwaldbahn weiß nichts", kritisierte Bayer. Da die FWG in der VG Eisenberg durch Koalitionsvereinbarungen gebunden sei, habe es jetzt auf Ortsebene ein Gespräch zwischen SPD und FWG zu dem Thema gegeben, in dem beide Fraktionen die Erlebnisbahn abgelehnt haben, so Bayer, der befürchtet dass das Projekt noch teurer als angekündigt werden könnte.

Mit dieser Tatsache konfrontierte die RHEINPFALZ den für Tourismus zuständigen VG-Beigeordneten Adolf Kauth. „Ja, ich weiß, dass es eine solche Zusammenkunft gab, und das Projekt in Ramsen auf Ablehnung stößt. Das liegt aber daran, dass die Ramser Räte nur mit Halbwissen und falschen Informationen an die Sache herangehen", so Kauth. Es sei insgesamt zu früh, über die Erlebnisbahn öffentlich zu beraten, noch sei alles in der Vorbereitung, kritisiert Kauth, der auch wenig Verständnis dafür aufbringt, dass in Enkenbach über das Vorhaben öffentlich beraten wurde. Enkenbach sei jedoch „federführend" bei der Beantragung der EU-Mittel, mit denen die Erlebnisbahn finanziert werden soll.

Kauth weist jedoch den Vorwurf zurück, dass das Projekt den Räten nicht hinreichend bekannt sei, seit drei Jahren werde bereits über den Funtrain gesprochen - auch öffentlich. Tatsache sei weiterhin, dass die Gemeinde Ramsen keine Kosten zu tragen habe, das Projekt werde, falls es überhaupt realisiert werde, von der VG finanziert. Kauth erwartet sich eine touristische Belebung durch die Gäste, die von Alsenborn zum Eiswoog kommen. „Es ist erwiesen, dass ein Tagesgast zwischen 40 und 60 Euro vor Ort lässt, davon würde in jedem Fall auch Ramsen profitieren", ist der Beigeordnete sicher.

Kauth räumt ein, dass die Stumpfwaldbahn bislang nicht in die Beratung einbezogen wurde, sieht aber auch keine Konkurrenzsituation. Im Gegenteil: Er erwartet, dass Gäste, die mit dem Funtrain anreisen, auch das Angebot der Feldbahnaktivisten nutzen und sich so „Synergieeffekte" ergeben könnten. Kauth: „Wir wollen Paketlösungen ausarbeiten und diese mit allen gemeinsam anbieten. Wenn Ramsen das Projekt ablehnt, dann wird sich die VG über diesen Willen aber nicht hinwegsetzen", sichert er zu. (jös/zin) EINWURF

SCHIFFJ

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.144
Datum: Freitag, den 25. Juni 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6503987'
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Die Rheinpfalz vom 25. Juni 2010

 

Die Rheinpfalz vom 24. Juni 2010


In Schulen wird weiter investiert
EISENBERG: Sanierung der Pausenhalle der Pestalozzischule - Freitagsbetreuung in Kerzenheim und Ramsen künftig kostenlos

Nach der energetischen Sanierung der Ostseite des fast 100 Jahre alten Gebäudes (wir berichteten), ist es mit Bauarbeiten rund um die Eisenberger Pestalozzi-Grundschule noch lange nicht getan. Als nächstes soll in die Pausenhalle investiert werden. Das beschloss der Verbandsgemeinderat am Dienstagabend.

Ursprünglich sei vorgesehen gewesen 2010 den für den Ganztagsbetrieb genutzten Keller inklusive Küche zu sanieren, sagte Bürgermeister Walter Brauer im Rat. Weil aber noch keine Zuschusszusage vorliegt und für die Arbeiten die kompletten Sommerferien benötigt werden, ist die Maßnahme auf 2011 verschoben worden.

Stattdessen wird nun bis Ende dieses Jahres die Pausenhalle teilweise saniert. Nachdem sich gezeigt habe, dass sich die statische Konstruktion der Halle noch in einem guten Zustand befinde, werden die Arbeiten vor allem das Dach betreffen. Hier werden der vorhandene Kies und die PVC-Folie entfernt. Neben neuen Dichtungsbahnen sollen anschließend auch größere Lichtkuppeln eingebaut werden. Zwei zugemauerte Rundbögen an der Nordseite sollen geöffnet werden und so für eine bessere Belichtung sorgen. Die Verbandsgemeinde rechnet mit Kosten in Höhe von rund 65.000 Euro, zu denen es keinen Zuschuss gibt. Weitere 30.000 Euro sind für eine Erneuerung der Bodenfläche unter der Pausenhalle angesetzt. Hinzu kommen noch 40.000 Euro für eine Sanierung des Kanals.

Gleichzeitig der Sicherheit der Kinder und dem Schutz vor Einbrechern sollen drei bis vier Überwachungskameras dienen, die auf dem Schulgelände installiert werden sollen. Nach wiederholten Einbrüchen - zuletzt am Wochenende (wir berichteten gestern) - sollen Kameras im Außenbereich, die nach Schulschluss aktiviert werden, Langfinger abschrecken. Eine Kamera soll auch während der Schulzeit laufen und den Zugang zu den Toiletten überwachen - zum Schutz der Kinder. Weiterhin ist geplant, das bestehende Rolltor mit Motorenunterstützung in das Schließanlagensystem der Grundschule zu integrieren.

Rund 32.000 Euro Mehrkosten wird die Übernahme der Nachmittags-Betreuungskräfte durch die Verbandsgemeinde Eisenberg verursachen. Die 23 betroffenen Angestellten waren bisher bei einem Förderverein angestellt. Grund für die Übernahme ist, dass das Personal für die Ganztagsschule und die Betreuung in allen drei Grundschulen der Verbandsgemeinde arbeitsvertraglich und tariflich gleichgestellt werden soll.

Gleichbehandlung gibt es künftig in der Verbandsgemeinde auch für Schüler, welche die Freitagnachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen. Mit Beginn des Schuljahres 2010/2011 soll in den Grundschulen Kerzenheim und Ramsen auf die monatlichen Gebühren von 15 Euro verzichtet werden. Für die Grundschule Kerzenheim vergab der VG-Rat zudem den Auftrag für Bauarbeiten an einer abgehängten Decke in Höhe von rund 7100 Euro an eine Obrigheimer Firma.

Sämtlichen Vorhaben erteilte der Verbandsgemeinderat einstimmig seine Zustimmung. Alle Fraktionen betonten, wie wichtig ihnen Investitionen in die Schullandschaft seien. Dies sei „allen ein Grundbedürfnis", sagte Uwe Kistner für die Freien Wähler. Und für die Sozialdemokraten stellte Ratsmitglied Alfred Wöllner fest: „Ich freue mich, dass wir an einem Strang ziehen." Als „gute Sache" bezeichnete Heinz-Jürgen Daub von der CDU das Ganztagskonzept in der Verbandsgemeinde Eisenberg. Und der Grüne Ernst Groskurt betonte den Aspekt der Gleichbehandlung von Schülern aus finanziell schlechter gestellten Elternhäusern. weiterer bericht folgt

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.143
Datum: Donnerstag, den 24. Juni 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6516830'
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Jaqueline Rauschkolb auf dem Juso-Bundeskongress

Jaqueline Rauschkolb bei der Antragsberatung auf dem Bundeskongress der Jungsozialisten in Essen.

 

Boule-Spielen in Steinborn

Zum zweiten Mal hatte die SPD Steinborn zum Boule-Spiel eingeladen und trotz Fußball-WM und königlicher Hochzeit in Schweden fanden etwa 25 Boule-Interessierte den Weg in Steinborns Zentrum, darunter auch Ortsvorsteher Alexander Haas mit Familie. Sie wurden, sofern nicht sowieso schon alte Boule-Hasen, von Hans-Jürgen Furchtmann in die Spielregeln eingeweiht. Bei Rotwein, Baguettes und Käse sowie bester Laune verbrachten sie einen angenehmen Spätnachmittag.

Wichtig war für die Organisatoren, dass es keine reine SPD-Veranstaltung sein sollte. Fraktionssprecher Wolfgang Schwalb: "Wir wollen dieses faszinierende Spiel, das für eine entspannte südfranzösische Lebensart steht, den Menschen in unserem Stadtteil näher bringen. Schließlich verfügen wir seit Jahren über diese zentral gelegene und ansprechende Anlage."

Die Ortsbeiratsmitglieder der SPD hatten im Vorfeld der Veranstaltung den Platz von Unkraut befreit und zur Verschönerung der Anlage eine formschöne Sitzbank aufgestellt. Sie hoffen nun, dass der Platz mehr als bisher angenommen wird.
Hoffnungsvolle Ansätze dafür gibt es: Einige Brucknersträßler wollen sich samstags um 16:00 Uhr zum gemeinsamen Boulespiel treffen und freuen sich auch über Teilnehmer aus anderen Straßen. Und die Siedlervereinigung Steinborn wird im Rahmen des Angerfestes am 14. August wieder ein Boule-Turnier veranstalten.

Die Rheinpfalz vom 10. Juni 2010

Stadtrat in Kürze

Aufträge für Sanierung
der Friedhofskapelle vergeben

An insgesamt acht Firmen hat der Stadtrat Aufträge für den zweiten Bauabschnitt der Sanierung der Friedhofskapelle mit der Leichenhalle vergeben. Die Gesamtsumme beträgt über 371.000 Euro. Dafür gebe es eine Förderung in Höhe von 180.000 Euro. Während die FWG-Fraktion ihre Freude darüber zum Ausdruck brachte, dass dabei drei Eisenberger Firmen als günstigste Bieter zum Zuge kommen, äußerte die SPD-Fraktion Skepsis hinsichtlich des günstigsten Angebots für die Putz- und Malerarbeiten. Es sei auffällig, dass dieses um die Hälfte billiger sei als Konkurrenzangebote, sagte Sprecher Manfred Rauschkolb. Die SPD werde ein genaues Auge darauf haben, dass die veranschlagten Kosten auch eingehalten werden.

Ostlandstraße wird wie
Saarlandstraße saniert

Der Eisenberger Stadtrat vergab den Auftrag für die Sanierung der Ostlandstraße an die Firma Höfli aus Mehlingen. Wie am Montag berichtet, soll die Straße im Sommer in gleicher Weise wie die Saarlandstraße saniert werden. SPD-Ratsmitglied Markus Krauß äußerte die Sorge, dass sich die Sanierung mit dem im zweiten Septemberwochenende stattfindenden Ostlandstraßenfest, dessen Erlös traditionell für schwerkranke Kinder gespendet wird, zeitlich überschneidet. Die Sozialdemokraten beantragten daher, die Baufirma auf den engen Zeitrahmen hinzuweisen. Bürgermeister Adolf Kauth versprach, dass das Fest an anderer Stelle stattfinden könne, sollte der Zeitplan nicht eingehalten werden.

Etliche Straßen werden
im Sommer ausgebessert

Für knapp 140.000 Euro werden nach Beschluss des Stadtrats im Sommer verschiedene Straßenabschnitte, die Schäden - entweder an Bordsteinen, Rinnen oder Straßenbelag - aufweisen, saniert. Betroffen sind in Eisenberg die Friedrich-Ebert-Straße, Karl-Marx-Straße, Kinderdorfstraße, Goethestraße, Tiefenthaler Straße und Gutenbergstraße sowie in Steinborn der Westring, die Beethovenstraße/Mozartstraße und die Richard-Wagner-Straße. Der Auftrag ging an die Firma Müller aus Enkenbach-Alsenborn.

Neue Wege in Ripperter Straße und Jakob-Schiffer-Straße
Der Stadtrat fasste den Grundsatzbeschluss, im Zuge der Sanierung der Kanäle und Wasserleitungen in der Ripperter Straße und Paul-Münch-Straße auf den betroffenen Abschnitten auch die Gehwege auszubauen. Hintergrund ist, dass bei der Baumaßnahme auch die Kanal- und Wasserhausanschlüsse erneuert werden. Betroffen sind in der Ripperter Straße ein Abschnitt von rund 100 Metern zwischen Videothek und Kreuzung Jakob-Schiffer-Straße und in der Paul-Münch-Straße in Steinborn ein Abschnitt von rund 170 Metern zwischen Ostring und Hausnummer 21. Laut dem technischen Werkleiter der Verbandsgemeinde, Helmut Zurowski, belaufen sich die Gesamtkosten auf rund 31.000 Euro, wobei die VG-Werke den Hauptanteil tragen und nur ein geringer Teil von Stadt und Anwohnern aufgebracht werden müsste.

Straße und Parkplatz
für Verkehr gewidmet

Im Zuge der Einführung der wiederkehrenden Beiträge war aufgefallen, dass ein Teil der Industriestraße nie offiziell für den Verkehr gewidmet wurde. Dies wurde nun vom Stadtrat nachgeholt. Außerdem wurde der erst vor einigen Monaten fertiggestellte Parkplatz Ecke Bahnhofstraße/Hauptstraße für den Verkehr gewidmet.

Neuer Vorsitzender des
Umlegungsausschusses

Obervermessungsrat Michael Loos vom Vermessungs- und Katasteramt Kaiserslautern wurde vom Stadtrat zum neuen Vorsitzenden des Umlegungsausschusses der Stadt gewählt, nachdem der bisherige Vorsitzende Egon Brubach Leiter des Amts in Kusel geworden ist.

Neue Parkplätze in
vier bis fünf Wochen

Bürgermeister Adolf Kauth informierte darüber, dass die Firma Azurit mit Abbrucharbeiten auf dem Gelände im Bereich des Zehnthauses begonnen habe. Dort soll ein Seniorenzentrum entstehen. Der Bau eines neuen Parkplatzes in diesem Bereich soll in vier bis fünf Wochen abgeschlossen sein. Der neue Parkplatz in der Tiefenthaler Straße sei indessen bereits fertiggestellt und werde gut angenommen.

Verkehrsprobleme
bei Wochenmarkt

SPD-Sprecher Manfred Rauschkolb wies auf die „gefährliche und geschäftsschädigende" Situation beim Wochenmarkt hin. Dort würden von Autofahrern Absperrungen nicht beachtet und Wege zugestellt. Bürgermeister Adolf Kauth kündigte einen Ortstermin zu dem Problem an. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.131
Datum: Donnerstag, den 10. Juni 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6468894'
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Die Rheinpfalz vom 10 Juni 2010

200 Jahre altes Haus wird abgerissen
EISENBERG: Kein Investor für Gebäude in der Hauptstraße gefunden - Auch benachbarte Scheune muss weichen

Zwei nicht mehr genutzte Gebäude in der Hauptstraße werden abgerissen. Das beschloss der Eisenberger Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstagabend. Es handelt sich dabei um ein fast 200 Jahre altes Haus und eine benachbarte Scheune.

Das stattliche Haus mit der Nummer 74 wurde 1817 erbaut und ist in seiner Geschichte bereits in vielfacher Weise genutzt worden: ein Bauernhof, eine Gastwirtschaft, Geschäfte und ein Versicherungsbüro seien unter anderem dort untergebracht gewesen, beschreibt Stadtbürgermeister Adolf Kauth im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Historie des Gebäudes. Die Familie Steuerwald habe das Anwesen mit ihrer Spedition genutzt, bevor die Firma in die Siemensstraße ausgesiedelt sei. 1996 erwarb die Stadt Eisenberg das Gebäude, in der Absicht es an einen Investor weiterzuveräußern. Seitdem habe es mehrere Interessenten gegeben, allerdings sei keines der Projekte spruchreif geworden, bedauert der Bürgermeister. Zuletzt scheiterte der Versuch, dort ein Ärztehaus einzurichten. Seitdem steht das Haus leer. „Inzwischen hat das Gebäude einen Zustand erreicht, in dem eine Modernisierung nicht mehr möglich ist", heißt es in der Beschlussvorlage des Stadtrats. Auch sei die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet. Zur Vermarktung des Grundstücks müsse das Gebäude abgerissen werden. Die Kosten dafür schätzt das Büro Bachtler, Böhme und Partner auf knapp 105.000 Euro brutto.

Die für Denkmalschutz zuständige Behörde habe den historischen Wert des Gebäudes geprüft und keine Einwände gegen einen Abriss, informiert Kauth. Allerdings sollen zwei mit Inschriften über die Erbauer versehene Steine gesichert und bei einem späteren Neubau eventuell wiederverwendet werden. Der Bürgermeister hofft, bald einen Investor zu finden, der auf dem Gelände bauen möchte. In der Frage, was auf dem Gelände entstehen soll, sei die Stadt offen.

Ebenfalls abgerissen wird eine Scheune in der Hauptstraße 72. Als die Stadt im Jahr 1997 das hinter dem Anwesen liegende Gelände für das Baugebiet Eisbach II erwarb, verpflichtete sie sich, die Scheune, die einem künftigen Neubau Licht wegnehmen würde, abzureißen. Da die Scheune mittlerweile - unter anderem durch Stürme - beschädigt sei, möchte die Verkäuferfamilie, dass der Abriss nun erfolgt, so Kauth. Hierfür werden die Kosten auf gut 52.000 Euro geschätzt. Beide Maßnahmen werden aus Mitteln der Stadtsanierung mit 70 Prozent gefördert. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.131
Datum: Donnerstag, den 10. Juni 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6468534'
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Eisenberger Delegierte auf der Wahlkreiskonferenz mit Margit Conrad MdL und Jaqueline Rauschkolb

Die Rheinpfalz vom 22. Mai 2010

Conrad mit Rückenwind
MORSCHHEIM: SPD kürt Landtagskandidatin - Jaqueline Rauschkolb B-Kandidatin

Kräftigen Rückenwind für die Landtagswahl 2011 gab die Donnersberger SPD Margit Conrad mit in den Kampf um das Mandat des Donnerbergkreises: Mit 98,3 Prozent Zustimmung zu ihrer Kandidatur bescherten ihr die Delegierten am Donnerstagabend auf dem Parteitag in Morschheim ein Traumergebnis. Gegenkandidaten gab es keine.

Die Bühne war mit Bedacht gewählt worden: In Morschheim - mehrfach wurde daran erinnert - hatte sich die Donnersberger SPD vor fünf Jahren darauf verständigt, die Umweltministerin als Kandidatin und Nachfolgerin Rudolf Franzmanns vorzuschlagen. Großen Beifall fand ebenso eine zweite Personalentscheidung. Nach ihrer erfrischenden und couragierten Vorstellung wurde die 22-jährige Jaqueline Rauschkolb - bei den Jusos in Kreis- und Landesvorstand und seit 2009 auch im Eisenberger VG-Rat - zur B- oder „Perspektivkandidatin" gekürt. Mit 70 Stimmen gab sie dem Rockenhausener Rechtsanwalt Tobias Münch, der 38 Stimmen erhielt, das Nachsehen.

Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit strich Conrad als programmatische Leitorientierung heraus - für sich wie für die Landesregierung. Die drittbeste Arbeitslosenquote im Bund oder ein gutes Klima für Investitionen in Ausbildung nannte sie als Beispiele dafür, dass im Land eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik mit sozialer Gerechtigkeit einhergehe. Dazu gehöre auch das Eintreten für Mindestlöhne und gegen prekäre Arbeitsverhältnisse. Hier kündigte Conrad ein Tariftreue-Gesetz an, das für die Vergabe öffentlicher Aufträge anständige Löhne als Voraussetzung vorschreibe. Es könne nicht sein, so Conrad, dass man sich „beim Staat Aufträge ergaunern kann bei mieser Bezahlung".

In der Bildungspolitik stehe Rheinland-Pfalz in vielem beispielhaft da, so Conrad weiter. „Bildung bedeutet für uns Teilhabe, sie ist Baustein unserer Projekte für mehr soziale Gerechtigkeit", strich sie das Ziel gleicher Bildungschancen für alle heraus, und das vom frühesten Alter an. Dafür stünden die Beitragsbefreiung der Kita-Betreuung und der Rechtsanspruch für Zweijährige ab Mitte diesen Jahres. Im Donnersbergkreis seien für fast 90 Prozent der Zweijährigen schon Plätze vorhanden, damit sei man Spitze in Rheinland-Pfalz. Auch die Ganztagsbetreuung führte Conrad an, 16 Schulen mit Ganztagsangebot stünden im Landkreis für Familienfreundlichkeit. Dass Kinder möglichst lange zusammen lernen, Bildungsgänge durchlässig gestaltet würden, seien weitere Ziele auf dem Weg zu Chancengleichheit in der Bildung.

Eine Herausforderung sah Conrad in der demografischen Entwicklung. Zurückgehende Bevölkerungszahlen verstärkten den Druck in Richtung einer Verwaltungsreform. „Das ist keine einfache Diskussion", räumte Conrad ein gegenüber den Delegierten aus der VG Alsenz-Obermoschel, die aufgelöst werden soll. Wichtig aber sei der Blick auf die Bedürfnisse der Menschen, die bürgernahe Dienstleistungen wollten, was nicht von einem Verwaltungssitz abhänge. „Wir sollten daraus ein Projekt machen mit Chancen für die Menschen, mit dem nicht Mängel verwaltet werden, sondern die Zukunft gestaltet wird", rief Conrad den Delegierten zu.

Die Umweltministerin erinnerte auch daran, dass der Landkreis seit Jahren überproportional von Zuwendungen des Landes profitiere, bei den Investitionsstockmitteln ebenso wie bei der Sportförderung - „Ihr habt das verdient", hob sie dabei das entsprechende Engagement vor Ort heraus. Beim aktuellen Straßenbauprogramm betonte sie, dass wegen des größeren Nachholbedarfs mehr in den Westkreis fließe, 6,5 der 10,2 Millionen Euro. „Dicke Bretter" hätten gebohrt werden müssen für den lange fälligen Straßenbau in Oberwiesen, auch Gehrweiler stehe nun in der Anfinanzierung. Abschließend hob Conrad auch die Energiepolitik des Landes hervor, die mit ihrer Förderung regenerativer Energien einen Job-Motor angeworfen habe.

In der Aussprache, in der auch Landrat Winfried Werner das Wort ergriff und die enge Abstimmung mit Conrad als beispielhaft hervorhob, legte Hermann Biebel den Finger auf die Wunde der öffentlichen Finanzen. 15 Prozent der Ausgaben des Bundes seien nur Kreditzinsen, zwei Billionen Euro öffentlicher Gesamtverschuldung bedeuteten eine Quote nicht fern von der Griechenlands. „Ja, die Menschen machen sich Sorgen", räumte Conrad ein. Die Politik müsse nun alles tun, damit die Kosten für die Rettungssysteme nicht die zahlen müssten, die die Krise nicht verschuldet haben.

Damit schlug Conrad den Bogen zu den Eingangsworten des SPD-Kreisvorsitzenden und Bundestagsabgeordneter Gustav Herzog, der wegen des Krisen-Managements hart mit der schwarz-gelben Koalition in Berlin ins Gericht gegangen war. „Wir wollen nicht immer nur Feuerwehr spielen, sondern endlich auch den Brandstiftern das Handwerk legen", betonte Herzog, dass die SPD an der Forderung einer Steuer auf Finanztransaktionen festhalte. Enthaltung kündigte er an für die gestrige Abstimmung zum Euro-Rettungspaket - nicht weil er dagegen sei, wohl aber, „weil wir wollen, dass die Verursacher beteiligt werden". (bke)

BEHNKET

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.117
Datum: Samstag, den 22. Mai 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6412994'
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Margit Conrad und Jaqueline Rauschkolb als Bewerberin und Ersatzbewerberin für die Landtagswahl gewählt

Mit einem Traumergebnis von mehr als 98 % Zustimmung wurde Margit Conrad, Landtagsabgeordnete und Umweltministerin von Rheinland-Pfalz, von den Delegierten der Wahlkreiskonferenz in Morschheim wieder zur Wahlkreiskandidatin der Donnersberger SPD für die Landtagswahl 2011 gewählt.

Jaqueline Rauschkolb aus Eisenberg setzte sich mit 70 Stimmen klar bei der Wahl als Ersatzbewerberin für das Landtagsmandat durch. Für ihren Gegenkandidaten Tobias Münch aus Rockenhausen stimmten 38 Delegierte.

 

Die Rheinpfalz vom 20. Mai 2010

2009 wurde die junge Eisenbergerin stellvertretende Juso-Landesvorsitzende

Schon in der Schule gegen Ungerechtigkeiten
BEGEGNUNG: Jaqueline Rauschkolb ist mit 22 Jahren schon fast ein Polit-Profi

EISENBERG. Frauenpolitik, Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik sind ihre Steckenpferde, Mitgliederwerbung und die Betreuung des Parteinachwuchses sind Aufgaben, um die sie sich kümmert. Wer jetzt allerdings ein altes Schlachtross der Sozialdemokraten erwartet, der liegt voll daneben: Jaqueline Rauschkolb, zarte 22 Jahre alt, gehört seit viereinhalb Jahren der SPD an. Heute kandidiert sie bei der SPD-Vertreterversammlung als B-Kandidatin ihrer Partei für das Landtagsmandat

Die Eisenbergerin engagiert sich bei den Jusos im Donnersberger Kreisverband und ist zudem stellvertretende Landesvorsitzende der Nachwuchsorganisation ihrer Partei. Politisch „vorbelastet" ist die 22-Jährige alleine schon wegen ihrer Familie. Ihr Großvater Heinrich Rauschkolb war Stadt- und Verbandsbürgermeister in Eisenberg von 1964 bis 1981, ihr Vater kandidierte 2009 ebenfalls für das Stadtbürgermeisteramt und ist Fraktionsvorsitzender im Stadtrat.

„Ich habe mich schon in der Schule für Politik interessiert, mich oft über Ungerechtigkeiten aufgeregt, überlegt, wie ich selbst etwas ändern könnte", blickt die junge Frau, die derzeit ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau absolviert, zurück. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität nennt sie als wichtige gesellschaftliche und persönliche Grundsätze, deshalb habe sie sich mit 18 Jahren für den Eintritt in die SPD entschieden. „Klar, dass da auch die familiäre Prägung eine Rolle spielt. Das alleine war aber nicht ausschlaggebend für meine Entscheidung", sagt Jaqueline Rauschkolb.

Die Mitarbeit bei der Nachwuchsorganisation der Sozialdemokraten kam dann fast automatisch. „Das erste Treffen mit den Jusos war in Kirchheimbolanden, die erste große Veranstaltung der Einstieg in den Landtagswahlkampf 2006 mit Kurt Beck in Mainz", erzählt die Eisenbergerin, die fast die komplette Parteihierarchie bei den Jusos durchlaufen hat. Nach dem Einstieg und der Basisarbeit kam 2007 der Vorsitz im Unterbezirk, 2008 übernahm sie die Aufgabe der stellvertretenden Vorsitzenden des Regionalverbands Pfalz bei den jungen Sozialdemokraten, und 2009 im September wählten ihre Genossen sie dann zur stellvertretenden Landesvorsitzenden.

Auch auf kommunaler Ebene ist sie stark engagiert: Im Ortsverein Eisenberg ist sie ebenfalls stellvertretende Vorsitzende, außerdem gehört sie seit 2009 dem Verbandsgemeinderat an und ist dort das jüngste Ratsmitglied am Tisch. „Die Arbeit in den verschiedenen Gremien fordert einen großen Teil meiner Freizeit, man muss sich arrangieren, die Freundschaften verlagern sich ebenfalls zu einem großen Teil in Richtung der Partei", hat die 22-Jährige feststellen müssen. „Da kann es schon mal passieren, dass sehr kurzfristig eine Telefonkonferenz dazwischen kommt, so wie kurz vor Pfingsten, als die Bundesvorsitzende wenige Wochen vorm Bundeskongress ihren Rücktritt angekündigt hat." Dafür muss auch der Freund der jungen Frau viel Verständnis mitbringen.

Im Juni reist Jaqueline Rauschkolb zum Bundeskongress nach Essen. Auf dieser Bühne kennt sie sich bereits recht gut aus, 2009 hielt sie vor über 400 Delegierten und zahlreichen Journalisten ihre erste große Rede. „Ich war sehr nervös, habe viel zu schnell gesprochen, aber seitdem bin ich sicherer", sagt sie. Deshalb lässt sich Jaqueline Rauschkolb auch nicht davon abschrecken, dass sie im Ortsverein als das „Küken" angesehen wird, das vielleicht in 20 Jahren „dann mal echte politische Verantwortung übernehmen wird".

Aktuell kandidiert sie sogar als B-Kandidatin für das Landtagsmandat im Donnerskreis, wäre quasi Nachrückerin für Margit Conrad, wenn sie am heutigen Donnerstag bei der Vertreterversammlung des SPD-Unterbezirks in Morschheim gewählt würde. Und die direkte Konkurrenz in der eigenen Familie sitzt dem politischen Nachwuchs auch schon im Nacken: Schwester Michelle ist mit 17 Jahren derzeit das jüngste Mitglied im SPD-Ortsverband Eisenberg. (jös)

SCHAEDB1

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.115
Datum: Donnerstag, den 20. Mai 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6403032'
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Die Rheinpfalz vom 12. Mai 2010


Griechen-Krise interessiert am meisten
EISENBERG: Zum bundesweiten EU-Projekttag diskutiert Umweltministerin Margit Conrad mit Zehntklässlern der Realschule plus

„Wird es Deutschland so ergehen wie Griechenland? Sind wir bald pleite, und müssen um unser Geld auf der Bank fürchten?" Das waren Fragen, die am Montagmorgen von Schülern der Klassen 10 a und 10 b der Realschule plus in Eisenberg an die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad gestellt wurden. Die Griechenland-Krise stand im Mittelpunkt der Fragerunde und des Vortrags der Ministerin, die eigentlich gekommen war, um über das Thema „Die EU als nachhaltiger Klimaschützer" zu sprechen und zu diskutieren.

Zunächst einmal sprach die Ministerin über das gewählte Thema, das im Rahmen des EU-Projekttages besprochen werden sollte. Conrad hob die Leistungen Deutschlands bei der Verringerung des CO|2-Ausstoßes hervor und erläuterte den Handel mit Verschmutzungsrechten, der Industrieunternehmen dazu bewegen soll, in Umweltschutzmaßnahmen zu investieren, um nicht für viel Geld eben jene Rechte erwerben zu müssen. Die Ministerin hob auch die Bedeutung der neuen Umwelttechnologien hervor, die außer den Verbesserungen für die Umwelt auch eine Chance auf gute Arbeitsplätze für die rund 40 Schüler bedeuteten. Immerhin wolle Deutschland bis 2020 seinen CO|2-Ausstoß um 40 Prozent verringern, so Conrad.

Detailliert erläuterte die Ministerin die Zusammenhänge zwischen Umweltschutz und Wirtschaftsinteressen, manche der Fragen der Schüler zielten auch auf diesen Interessenskonflikt ab: „Müssen Sie als Umweltministerin sich überhaupt mit Import- und Exportzahlen auseinandersetzen", fragte einer der Schüler. Im Wesentlichen waren es auch die Jungs, die sich trauten Fragen an Conrad zu stellen, während sich die Mädchen zurückhielten und allenfalls vorsichtig ein Foto von der Ministerin und dem Podium schossen.

Schnell wurde aber klar, dass es zur Zeit die Krise in Griechenland ist, welche die Schüler am meisten beschäftigt. „Warum sind die Griechen jetzt überschuldet?", lautete eine Frage. „Die Griechen haben viele Fehler gemacht, leisten sich bei Lehrern beispielsweise 14 Gehälter im Jahr. Und alle Griechen gehen nach 35 Jahren Arbeit in Rente. Solche Maßnahmen sind dauerhaft nicht finanzierbar", nannte Margit Conrad Gründe. Sie erklärte den Schülern außerdem, wie groß die Rolle von Börsenspekulanten ist, die auf einen finanziellen Ruin Griechenlands setzen und bereits jetzt in der EU neue Kandidaten ausmachen, um ihre Gewinne weiter zu maximieren. „Das müssen wir unterbinden", forderte die Ministerin, die gleich anschließend den jüngsten Beschluss zum Rettungsschirm für angeschlagene Staaten in Europa erklärte.

Immer wieder ging sie auch auf die Gesamtzusammenhänge von Politik, Wirtschaft und Umweltschutz ein, die im Geschichts-, Sozial- und Erdkundeunterricht nicht besprochen werden können. Wichtig sei auch das Energiesparen im eigenen Umfeld. Mit einem plakativen Beispiel erklärte die Ministerin, warum ihrer Ansicht nach derzeit keine Steuersenkungen möglich sind: „Alleine Rheinland-Pfalz würde 300 Millionen Euro weniger vom Bund bekommen, das würde heißen, dass 50 Prozent aller Lehrer oder Polizisten nicht mehr finanziert werden könnten." (jös)

WAGNERM

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.109
Datum: Mittwoch, den 12. Mai 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6378958'
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Margit Conrad und Jaqueline Rauschkolb als Bewerberin und Ersatzbewerberin für den Landtag vorgeschlagen

Die Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins Eisenberg (Pfalz) hat einstimmig folgende Personenvorschläge für die Wahl der Bewerber/innen für die Wahl zum 16. Landtag im Wahlkreis 39 am 20.05.2010 beschlossen:

Margit Conrad als Bewerberin und als Ersatzbewerberin Jaqueline Rauschkolb

Die Rheinpfalz vom 03. Mai 2010

„Wirtschaft muss den Menschen dienen"
EISENBERG: IG BCE-Sekretär Gunther Kollmuß Hauptredner bei Mai-Veranstaltung der DGB Ortsverbände

Trotz strömenden Regens hatten sich am Samstagvormittag viele Gewerkschaftsmitglieder, Betriebsräte und Politiker aufgemacht, um am Fischerhäuschen zwischen Eisenberg und Hettenleidelheim an der Mai-Veranstaltung der DGB-Ortsverbände Eisenberg und Leiningerland Flagge zu zeigen. „Gute Arbeit, gerechte Löhne, starker Sozialstaat", lautete das Motto, fast alle Redner hoben die enorme Bedeutung der Betriebsräte und der Mitbestimmung in den Unternehmen hervor.

Bereits im vorausgegangenen ökumenischen Gottesdienst bestimmte das DGB-Thema die Predigt, und Umweltministerin Margit Conrad hob in ihrer kämpferischen Rede hervor, „dass nur durch Arbeit Wohlstand erreicht wird". „Es ist der Mensch, der arbeitet, der die Errungenschaft seiner Tätigkeiten verdient, nicht der Spekulant an der Börse", beklagte Conrad, dass riskante Geldgeschäfte von Banken immer wieder schwer arbeitende Menschen um ihre Rücklagen und ihr Erspartes bringen. Die Ministerin sprach sich dafür aus, dass die öffentliche Hand nur Aufträge an Unternehmen vergeben sollte, die ihre Mitarbeiter anständig bezahlen, was wiederum zur Absage des DGB an Lohndumping durch Leiharbeit passte.

Hauptredner der Kundgebung war Gunther Kollmuß, Gewerkschaftssekretär der IG BCE im Bezirk Ludwigshafen. 100 Millionen Menschen weltweit hätten durch die von Spekulanten verursachte Wirtschaftskrise ihre Arbeit und ihre mühsam angesparte Altersvorsorge verloren, so Kollmuß. Sie seien es, die für die Gier der Zocker und Spekulanten die Zeche zahlen. Trotz aller Beteuerung sei es den Regierungen aber nicht gelungen, tragfähige Regulierungen der Finanzmärkte zu etablieren. Ein starker Sozialstaat sei gerade angesichts der Krise die wichtigste Voraussetzung für eine stabile Gesellschaft, so Kollmuß.

Klare Absagen erteilte der Gewerkschafter FDP-Chef Westerwelle und seinen Anhängern. Wenn von „freisetzen" gesprochen werde, dann bedeute dies, dass Menschen ein würdiges Leben nicht mehr ermöglicht werde. Spätrömische Dekadenz sei nicht die Unterstützung sozial schwacher Menschen, sondern das Versprechen an Unternehmen, dass es unregulierte Gewinnmaximierung geben kann. Kollmuß forderte mehr Investitionen in Bildung, öffentliche Infrastruktur, Energie- und Umwelttechnik und soziale Einrichtungen, gleichzeitig müsse eine demokratische und effiziente Kontrolle der Finanzwirtschaft geschaffen und eine globale Finanztransaktionsteuer eingeführt werden. „Die Wirtschaft muss den Menschen dienen nicht den Spekulanten."

Kollmuß erinnerte auch daran, dass nur durch den Einsatz der Gewerkschaften und Betriebsräte, durch Kurzarbeit und Tarifverträge mit Beschäftigungssicherung sowie die Konjunkturprogramme verhindert wurde, dass es heute noch mehr Arbeitslose gibt. Deshalb steige auch die Bedeutung der Gewerkschaften heute wieder, und Mitbestimmung in den Unternehmen müsse eine zentrale Bedeutung zugemessen werden.

Landrat Winfried Werner ging in seiner Rede auf die Beschäftigungssituation im Donnersbergkreis ein, Bürgermeister Walter Brauer hob die Aktivitäten der Verbandsgemeinde zur Standortsicherung in Eisenberg hervor, und Bundestagsabgeordneter Gustav Herzog prangerte das Unwort „betriebsratsverseucht", das Manager geprägt haben, an. Auch er betonte die Bedeutung von Mitbestimmung und Arbeitnehmervertretungen in den Unternehmen, die oft das einzige Instrument gegen rücksichtslosen Umgang mit Arbeitnehmern seien. Während und nach der Veranstaltung informierten Betriebsräte der großen Unternehmen der Region über ihre Arbeit, und das Aktionsbündnis „Köpfe gegen Kopfpauschale" machte gegen die Änderungspläne im Gesundheitswesen mobil. Umrahmt wurde die Kundgebung vom Spielmannszug Eisenberg. (jös)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.101
Datum: Montag, den 03. Mai 2010
Seite: Nr.27
"Deep-Link"-Referenznummer: '6332233'
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Die Rheinpfalz vom 03. Mai 2010

Schwimmbadsaison eröffnet
EISENBERG: Rutsche wird noch erneuert - Am 3. Juli wieder Schwimmbadfest

Bei einem Wolkenbruch, der sich im wahrsten Sinne des Wortes gewaschen hatte, eröffnete Verbandsbürgermeister Walter Brauer am vergangenen Samstag die diesjährige Badesaison. Von sieben bis 20 Uhr unter der Woche und am Wochenende von acht bis 19 Uhr kann nun wieder im Eisenberger Waldschwimmbad geplanscht und die Sonne genossen werden.

Es ist noch so manches zu tun: So muss die neue 83 Meter lange Rutsche ins 1,20 Meter tiefe Becken installiert werden - die alte Bahn hatte nach 25 Jahren ausgedient. Doch Schwimmmeisterin Romana Bethge ist guter Dinge: „Mitte Juni kann wieder gerutscht werden!" Bis dahin könne sich ja trotzdem mit Wasserpilz, Strömungskanal, Massagedüsen, Bodensprudler und Wasserliege vergnügt werden.

Auch das neue Kassensystem, das nun EDV-unterstützt ist, soll bald von den Mitarbeiter verinnerlicht sein. „Mit diesem neuen System fällt es uns zum Beispiel leichter, Besucherzahlen statistisch zu erfassen und auszuwerten", erklärt Helmut Zurowski von den Verbandsgemeindewerken. Generell wolle man das Schwimmbad individueller den Badegästen anpassen. So ist für 2011 ein Drehkreuz geplant, dass den Dauerkartenbesitzern lange Wartezeiten erspart. „Auch die Eintrittspreise wurden verändert", erinnert Bethge. So erhalten Schwerbehinderte, Sozialhilfeempfänger und Arbeitslose bei entsprechendem Nachweis 50 Prozent, Schüler und Studenten im Alter zwischen 18 und 26 Jahre zehn Prozent Nachlass.

Die nächste Veranstaltung, auf die sich nun die Schwimmmeisterin und ihre zehn Helfer vorbereiten, ist das Schwimmbadfest am 3. Juli. „Mit Arschbombenwettbewerb, Spielgeräten und Moderation von RPR wollen wir an den Erfolg vom vergangenen Jahr anknüpfen", sagt Bethge. Außerdem habe Bürgermeister Brauer versichert, dass an diesem Festtag der Eintritt ins Schwimmbad frei sein wird. Auch Startgelder für den Wettbewerb wolle man in diesem Jahr keine nehmen. „Alle 14- bis 18-Jährigen brauchen allerdings wieder eine schriftliche elterliche Erlaubnis", erinnert die Schwimmmeisterin.

Im vergangenen Jahr verzeichnete das Waldschwimmbad etwa 89.000 Besucher. „Super wäre es natürlich, wenn jeden Tag 2000 Besucher zum schwimmen kämen", hofft die Bademeisterin. Dann wären die Kapazitäten des Geländes erschöpft. (mpa)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.101
Datum: Montag, den 03. Mai 2010
Seite: Nr.27
"Deep-Link"-Referenznummer: '6332240'
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Die Rheinpfalz vom 30. April 2010

 

Im Wortlaut: Fragen und Antworten für den Artikel der "Rheinpfalz" vom 29.04.2010 zur Altersstruktur der Parteien

Nachstehend sind die Fragen der "Rheinpfalz" und die jeweiligen Antworten dazu für den am 29. April 2010 auf der Eisenberger Lokalseite erschienen Artikel zur Altersstruktur der Parteien im Wortlaut wiedergegeben.

1. Wie viele Mitglieder hat der SPD-Ortsverein? Und der Gemeindeverband?
Aktuell hat der SPD-Ortsverein Eisenberg (Pfalz) 154 Mitglieder. Der Gemeindeverband Eisenberg (Pfalz) hat 260 Mitglieder.
Da für die Mitgliederverwaltung und -betreuung jeweils die Ortsvereine zuständig sind, kann ich die weiteren Fragen nur für den Ortsverein Eisenberg beantworten.

2. Wie viele davon sind über 60?
Von den 154 Mitgliedern sind 87 sechzig Jahre und älter.

3. Wie alt sind die jüngsten Mitglieder?
Bis 35 Jahre (im Jungsozialistenalter) sind 10 Mitglieder. Diese haben das folgende Alter: 17, 22, 23, 23, 26, 28, 28, 32, 33, 34 Jahre.

4. Frauen- / Männeranteil? Überwiegen die Herren?
53 Frauen sind Mitglieder, also rund ein Drittel. Bei den 10 Jüngsten stellen die Frauen mit 6 mehr als die Hälfte.
Der Anteil der Frauen an den Mitgliedern wächst deutlich und wie in der Gegenüberstellung unter 5. dokumentiert auch langfristig.

5. Wie ist generell die Mitgliederentwicklung? Von der Zahl her rückläufig, vom Altersdurchschnitt her steigend?
Gegenüberstellung 2000 - 2010:
Anzahl der Mitglieder 213 - 154
Anzahl der Frauen 47 - 53
Anzahl der Männer 166 - 101
Anzahl jünger als 35 Jahre: 23 - 10
Anzahl 35 bis 64 Jahre: 132 - 83
Anzahl 65 und älter: 54 - 61
Seit der Bundestagswahl 2009 verzeichnet die Partei mehr Neueintritte als Austritte. Allerdings wird die Mitgliederzahl, bedingt durch den hohen Altersdurchschnitt noch geringer werden.

6. Wenn fast 50 Prozent der SPD-Mitglieder Senioren sind (wie in einer Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen festgestellt): Wie wirkt sich das auf die Politik aus? Fällt es manchmal schwer, die Jugend im Blick zu behalten? Haben die Jüngeren eine Chance, ihre Anliegen durchzubringen?
Vergleich Mandate in Stadt- und Verbandsgemeinderat Eisenberg:
Auflistung für die Ratsmitglieder der SPD Konstituierung der Räte 1999 - 2009
Anzahl Stadtratsmitglieder 10 - 9
Anzahl weibliche Stadtratsmitglieder 1 - 3
Alter jüngstes Stadtratsmitglied 44 - 33
Anzahl Stadtratsmitglieder unter 35 Jahre keine - 1
Anzahl Stadtratsmitglieder 35 bis 64 Jahre 7 - 8
Anzahl Stadtratsmitglieder 65 und älter 3 - keine
Durchschnittalter bei Konstituierung Stadtrat 54,7 - 54,4
Anzahl Verbandsgemeinderatsmitglieder 13 - 12
Anzahl weibliche VG-Ratsmitglieder 2 - 2
Alter jüngstes VG-Ratsmitglied 40 - 21
Anzahl VG-Ratsmitglieder unter 35 Jahre keine - 2
Anzahl VG-Ratsmitglieder 35 bis 64 Jahre 7 - 9
Anzahl VG-Ratsmitglieder 65 und älter 3 - 1
Durchschnittalter bei Konstituierung VG-Rat 53,0 52,2
Ich denke die Zahlen belegen, dass wir seit mindestens 10 Jahren die Jugend im Blick haben, auch wenn, wie unter Punkt 5 gezeigt, der Altersdurchschnitt steigt. Wir wissen, dass es für unsere Partei sehr wichtig ist, dass mehr jüngere Mitglieder kommunale Verantwortung übernehmen. Dies gilt natürlich auch für den Einfluss der Frauen. Bei den letzten Vorstandswahlen unseres Ortsvereins im November 2009 wurden als stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Jaqueline Rauschkolb (22 Jahre) und Markus Krauß (33 Jahre) gewählt. Als Beisitzer in den Vorstand wurde Ender Önder (34 Jahre) gewählt. Markus Krauß ist stellvertretender Vorsitzender der SPD im Donnersbergkreis und Mitgliederbeauftragter des Unterbezirks der SPD. Jaqueline Rauschkolb ist stellvertretende Landesvorsitzende der Jungsozialisten von Rheinland-Pfalz. Die Jüngeren und die Frauen haben bei uns sehr wohl Einfluß und die Chancen ihre Anliegen durchzubringen.

7. Was wird getan, um Jüngere (und / oder mehr Frauen) für die Politik und speziell für die SPD zu begeistern?
Zum Beispiel haben wir unsere Programme zur Kommunalwahl letztes Jahr in Klausurtagungen erarbeitet. Jede und jeder der Interesse hatte und die Zeit dafür aufbrachte, konnte eigene Ideen einbringen. Dies wurde auch besonders von den jüngeren Mitgliedern genutzt. Wie auch unter Punkt 6. beschrieben wurden Jüngere in den letzten Jahren besonders einbezogen und gefördert. Diese offenen Arbeitsformen und die Förderung wollen wir fortsetzen.
Zur Zeit sind wir dabei, die Strukturen unserer Arbeit im Ortsverein zu überarbeiten. In der neuen Arbeitsstruktur sollen Mitgliederwerbung und Mitgliederbetreung Schwerpunkte sein. Auf der nächsten Mitgliederversammlung soll das bis dahin erarbeitete Konzept vorgestellt, diskutiert und Umsetzungsbeschlüsse gefasst werden.
Besonders groß ist der Anteil der Jüngeren, die das Internet nutzen. Der Internetauftritt unseres Ortsvereins www.spd-eisenberg-pfalz.de ist seit mehr als eineinhalb Jahren, als einziger der politischen Organisationen auf örtlicher Ebene, aktuell präsent. Ausserdem sind wir im Internet auch bei wer-kennt-wen und facebook vertreten.

Allgemein steht fest, die angesprochenen Strukturprobleme der SPD sind auch gesamtgesellschaftliche Probleme. Damit haben alle Parteien, die Gewerkschaften, Kirchen und die meisten Vereine und Organisationen zu kämpfen. Der demografische Wandel, geänderte Arbeitszeiten und geändertes Freizeitverhalten wirken sich aus.

Die Rheinpfalz vom 29. April 2010

Politik nicht nur Seniorensache
EISENBERG: Altersstruktur der Parteien sehr unterschiedlich - Grüne haben mit Abstand die jüngsten Mitglieder

Von Anja Benndorf

Die Parteien altern schneller als die Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kam eine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Zentrums für Altersfragen (DZA). Demnach sind zum Beispiel knapp die Hälfte aller Mitglieder von SPD und CDU über 60, nur die Grünen seien deutlich jünger. Tendenziell trifft das auch auf die Ortsvereine im Raum Eisenberg zu. Bei den Sozialdemokraten sind allerdings mit großem Abstand die meisten Senioren zu finden.

„87 unserer 154 Mitglieder sind jenseits der 60", informiert Reinhard Wohnsiedler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Eisenberg. Das sind 56,5 Prozent. Im Jungsozialistenalter (bis 35 Jahre) befinden sich zehn Männer und Frauen (6,5 Prozent). Die Jüngste, die das rote Parteibuch in Händen hält, ist die 17-jährige Schülerin Michelle Rauschkolb. Ältester im Bunde ist der Oberamtsrat im Ruhestand Gustav Eichling, der in diesem Jahr 96 wird. Langfristig steigt der Altersdurchschnitt und sinkt die Mitgliederzahl. Im Frühjahr 2000 zählte die Eisenberger SPD noch 213 Angehörige, darunter fast elf Prozent Jungsozialisten. Der Anteil der Frauen ist in der vergangenen Dekade beträchtlich gewachsen: von 22 auf jetzt 34,4 Prozent. „Jüngere und Frauen haben bei uns Einfluss und die Chance, ihre Anliegen durchzubringen", sagt Wohnsiedler. Um beide Gruppen verstärkt an kommunale Verantwortung heranzuführen, habe der Ortsverein bereits vor über eineinhalb Jahren einen Internetauftritt installiert.

Eine Homepage im weltweiten Datennetz hat auch die Freie Wählergruppe (FWG). Sie wurde 1972 gegründet und hat mit 38,8 Prozent den zweitgrößten Seniorenanteil unter den vier politischen Gruppierungen um Eisenberg. 61 der 157 Mitglieder - 93 in Eisenberg, 34 in Kerzenheim und 30 in Ramsen - haben ihren 60. Geburtstag bereits gefeiert. Mit Blick auf die demografische Entwicklung sei das aber eine gute Altersstruktur, findet der Vorsitzende Adolf Kauth. Die FWG verfüge über einen „aktiven Mittelbau" der 40- bis 60-Jährigen. Das jüngste Mitglied sei 19. „Junge Leute anzusprechen, gelingt uns ganz gut, weil wir keine Parteiideologie vermitteln, sondern Probleme aus der Region aufgreifen", sagt Kauth, der sich auch über einige neu eingetretene junge Frauen freut. Insgesamt sei ein Drittel der Freien Wähler weiblich. Mit öffentlichen Grillfesten, Ausflügen und Vorträgen zu unterschiedlichen Themen versuche die FWG das Interesse an ihrer Arbeit zu wecken.

Auf gesellige Veranstaltungen setzt auch der CDU-Gemeindeverband. „Wir sind zudem dazu übergegangen, zu öffentlichen Fraktionssitzungen nicht nur Mandatsträger, sondern alle Bürger einzuladen", erläutert der Vorsitzende Klaus-Dieter Groß. Derzeit zählt der Gemeindeverband 67 Mitglieder. Darunter sind 19 Senioren über 60, das entspricht 28,3 Prozent. Der Altersdurchschnitt ist damit deutlich niedriger als nach der oben genannten Studie. „Unsere vier Jüngsten sind 20, 29, 31 und 32 Jahre alt", so Groß. Die CDU könne auf einen Frauenanteil von 23,8 Prozent verweisen. Generell stimme die Mitgliederentwicklung zuversichtlich: 2008 und 2009 seien neun Personen eingetreten. Da Gemeinwohl in einer Kommune nur funktionieren könne, wenn stets die Jugend ebenso wie die Älteren Beachtung fänden, setzten sich die Christdemokraten grundsätzlich für Anliegen aller Altersgruppen ein, „sofern diese berechtigt und finanziell machbar" seien.

Dank „sehr engagierter Senioren" verliere auch Bündnis 90/Die Grünen nicht die „Alten" aus dem Blick, obwohl die Partei eher einen niedrigen Altersdurchschnitt habe, versichert Ernst Großkurt, Fraktionsvorsitzender im VG-Rat. Gemäß der DZA-Untersuchung sind 11,4 Prozent der Grünen über 60. Im 66-köpfigen Kreisverband sind es gerade mal drei Personen, also 4,5 Prozent. Exakt dreimal so viele sind zwischen 18 und 25. „Nach den Kommunalwahlen 2009 hat es einige Eintritte gegeben, wodurch sich der Altersdurchschnitt weiter verringert hat", berichtet Großkurt. Interesse, gerade bei der Jugend, an der Mitarbeit in der Kommunalpolitik zu wecken, gelinge auch beim öffentlichen Stammtisch, der einmal im Monat in der Jahnstube in Eisenberg stattfinde.

Auch hinsichtlich der Geschlechterverteilung heben sich die Grünen von anderen Parteien ab: Im Kreisverband sind 34 Männer und 32 Frauen. (abf)

SCHAEDB1

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.99
Datum: Donnerstag, den 29. April 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6183462'
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Die Rheinpfalz vom 29. April 2010

 

Die Rheinpfalz vom 23. April 2010

„Eine erfahrene und engagierte Leiterin"
EISENBERG: Christa Mayer ist Rektorin der neuen IGS

Christa Mayer wird Rektorin der Integrierten Gesamtschule (IGS) Eisenberg, die nach den Sommerferien ihren Betrieb mit den fünften Klassen aufnimmt. Die Entscheidung des Mainzer Bildungsministeriums teilte die ADD Trier mit. Deren Präsident, Josef Peter Mertes, freut sich, mit Mayer „eine erfahrene und engagierte Schulleiterin" gefunden zu haben.

Christa Mayer wurde in Lahr im Schwarzwald geboren und studierte Mathematik, Chemie und Biologie in Heidelberg. Vor Eintritt in den rheinland-pfälzischen Schuldienst legte sie ihr zweites Staatsexamen in Baden-Württemberg ab. Vor zehn Jahren wechselte die Pädagogin von der Kurpfalz-Realschule Kaiserslautern nach Eisenberg, wo sie zunächst Konrektorin war und seit 2007 Schulleiterin ist.

Christa Mayer übernimmt ab sofort auch die Leitung der pädagogischen Planungsgruppe, die bereits seit längerem mit den Vorbereitungen für die IGS beschäftigt ist. Diese Gruppe setzt sich aus je zwei Lehrern aus dem Realschul- und Gymnasialbereich und einem Grund- und Hauptschullehrer zusammen und hat unter Leitung eines Vertreters der ADD das pädagogische Konzept der IGS entwickelt. Die interessierte Öffentlichkeit konnte sich darüber bereits bei einer Veranstaltung Ende vergangenen Jahres informieren.

Auf diesem Konzept aufbauend werde sich die Planungsgruppe bis zum IGS-Start mit weiteren Details beschäftigen müssen, sagte Mayer der RHEINPFALZ am Rande des wöchentlichen Gruppentreffens. Dazu gehören unter anderem der Ablauf der ersten Schulwoche mit Begrüßung und Eingewöhnung der Schüler, das Konzept der Klassenleiterstunden sowie Arbeitspläne und Differenzierung im Unterricht.

Außer Schulleiterin Mayer steht schon als weiteres künftiges Mitglied der IGS-Leitung, die künftige Koordinatorin der Orientierungsstufe (Klassen fünf und sechs), Monika Koch, fest. Ihr bisheriger Arbeitsbereich als Konrektorin an der Realschule ist ebenfalls die Orientierungsstufe. Noch nicht besetzt seien die übrigen Funktionsstellen in der neuen Schulleitung, sagte Mayer. Dabei handelt es sich um den stellvertretenden Direktor, den Didaktischen Koordinator, einen Organisationsleiter und die Stufenleiter für die Jahrgänge sieben/acht, neun/zehn und den Leiter der Mainzer Studienstufe (MSS), der zum Abitur führenden Oberstufe. (hsc)

WAGNERM

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.94
Datum: Freitag, den 23. April 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6300262'
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Die Rheinpfalz vom 22. April 2010

 

Die Rheinpfalz vom 17. April 2010

Wohnsiedler bleibt Vorsitzender
EISENBERG: Vorstandswahl des SPD-Gemeindeverbands - „Ramser Ortsverband nicht benachteiligt"

Reinhard Wohnsiedler bleibt Vorsitzender der SPD in der Verbandsgemeinde Eisenberg. Bei einer harmonischen Versammlung wurde er wie alle anderen Vorstandsmitglieder einstimmig gewählt. Kritik, die Karl Rieß, der Vorsitzende des SPD Ortsvereins Ramsen, am Gemeindeverband geübt hatte (wir berichteten), war lediglich am Rande ein Thema.

Die Zusammenarbeit der drei Ortsvereine klappe, betonte Wohnsiedler. Er teile die Einschätzung von Rieß, nicht, dass dessen Ramser Ortsverein im Unterbezirk benachteiligt werde. Unbestritten sei hingegen, dass der Gemeindeverband für die SPD in der VG gute Arbeit leiste und für die Koordinierung sozialdemokratischer Politik auf VG-Ebene notwendig sei, so Wohnsiedler.

Verbandsgemeinde-Bürgermeister Walter Brauer und SPD-Fraktionssprecher Alfred Wöllner sagten, nach der Kommunalwahl sei mit der FWG eine Koalition eingegangen worden, die zwar keine „Liebesheirat" gewesen sei, aber funktioniere. Wöllner ging zudem kurz auf die Wahlergebnisse ein: „Entgegen dem Bundestrend konnte die SPD in Eisenberg und Kerzenheim ihr Profil stärken." Vor allem die Tatsache, dass die SPD in Ramsen aus ihrer Krise heraus sei, wertete Wöllner als Erfolg. 15 Prozent mehr Stimmen für die Sozialdemokraten in Ramsen, die auch wieder den Ortsbürgermeister stellen - das sei ein Erfolg.

Hinsichtlich der angedachten großen Solaranlage bei Kerzenheim hoffen Wöllner und Brauer, dass es trotz anders lautender Vorgaben in Berlin noch gelingen werde, sie zu bauen. Die Rücknahme der Förderung zeige, dass Schwarz-Gelb auf Bundesebene eine klare Atompolitik betreibe, bei der nur die Energiekonzerne ihre Einkünfte mehren könnten.

Als Erfolg wertete Brauer die Schulpolitik der Verbandsgemeinde. Sowohl die neue IGS sei ein Erfolgsmodell als auch die freiwillige Ganztagsbetreuung an allen Grundschulen, die von der VG finanziert werde, sagte Brauer. Ein großer Schritt werde die Umgestaltung des Sportplatzes Kerzenheim zu einem Kunstrasenspielfeld sein. 750.000 Euro sollen investiert werden, unter anderem in neue Sanitärbereiche. „Wir hoffen, dass mit der Gemeinde Kerzenheim auch die Sanierung der Mehrzweckhalle geschultert werden kann, damit dort ein großes Gesamtpaket entsteht", so Brauer. Er hofft, dass die Zuschusszusagen für den Sportplatz bis Mai vorliegen.

Brauer ging kurz auf die Stelle des Sozialbeauftragten Markus Kraus ein. „Das Angebot wurde bereits bei der ersten Sprechstunde sehr gut genutzt", so sein Resümee. (jös)

INFO

Vorsitzender: Reinhard Wohnsiedler (Eisenberg), stellvertretende Vorsitzende: Alfred Wöllner (Kerzenheim), Norbert Bayer (Ramsen), Kassierer: Otto Rommel (Eisenberg), Schriftführerin: Gisela Mähnert (Kerzenheim), Beisitzer: Karl-Ludwig Asel, Karl-Ludwig Wageck, Annette Wahl (alle Eisenberg), Sascha Heidenreich, Helmut Pätzold (beide Ramsen), Dieter Hild, Christopher Krill (beide Kerzenheim).

DITTR

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.89
Datum: Samstag, den 17. April 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6281030'
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Amtsblatt vom 14. April 2010

 

Die Rheinpfalz vom 14. April 2010

„Ich will Ansprechpartner und Lotse sein"
INTERVIEW: Markus Krauß über seine Aufgaben als ehrenamtlicher Sozialbeauftragter der Verbandsgemeinde Eisenberg

EISENBERG. Gleichstellungs-, Migrations- und Behindertenbeauftragte gibt es in der Verbandsgemeinde Eisenberg schon. Vor kurzem hat der VG-Rat nun auch - bislang einmalig in der Region - das Amt eines Sozialbeauftragten geschaffen. Ausüben wird es der selbstständige Fuhrunternehmer und Zweite Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Eisenberg, Markus Krauß. Anja Benndorf hat mit dem 34 Jahre alten Familienvater über seine neue Aufgabe gesprochen.

Herr Krauß, Sie wurden einstimmig zum Sozialbeauftragten gewählt. Sind Sie prädestiniert für das Amt?

Der Vorschlag, mich zu benennen, kam aus der sozialdemokratischen Fraktion. Das Thema Armut rückt immer häufiger in die Öffentlichkeit und nicht nur deshalb in unser aller Bewusstsein. Längst ist vielen Menschen klar, dass Armut nicht nur ein Problem in fernen Ländern ist, sondern auch schnell Leute treffen kann, die einen scheinbar sicheren Job haben. Da ich selbst Familie habe, beschäftigt es mich besonders, dass immer mehr Kinder in Armut leben müssen. Bereits seit mehreren Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich. Es begann mit meiner Zivildienstzeit beim Deutschen Roten Kreuz, und als „Ostlandsträßler" helfe ich bei unseren jährlichen Straßenfesten, deren Erlöse dem Fonds für schwerkranke Kinder zugute kommen. Vor zwei Jahren haben wir an Weihnachten eine Geschenkaktion für bedürftige Jungen und Mädchen ins Leben gerufen.

Es ist eine Sache, Benefizveranstaltungen zu organisieren oder Geschenke zu verpacken, aber eine ganz andere, Berater für Hilfesuchende zu sein. Sind Sie denn Fachmann für Hartz IV und Rentenangelegenheiten?

Nein, ich kenne mich in den speziellen rechtlichen Fragen nicht aus. In der ersten Zeit werde ich sicher auf die Unterstützung der Verwaltung und anderer Einrichtungen angewiesen sein. Um ein gewisses Grundlagenwissen zu erlangen, habe ich mich bereits umfassend informiert, viel recherchiert und werde auch Fortbildungen besuchen. Meine Hauptaufgabe liegt darin, Ansprechpartner und Lotse zu sein. Ich werde die Probleme der Ratsuchenden aufnehmen und ihnen erklären, bei welchen Stellen im sozialen Netzwerk sie Hilfe finden, also ob sie etwa bei der Caritas, der Arge oder beim Jugendamt richtig sind.

Gibt es Ihrer Meinung nach genügend Angebote für Menschen in Not?

Ja, die gibt es. Neben der Eisenberger Brücke existiert beispielsweise die kirchliche Organisation Helfende Hände, das DRK hat eine Kleiderkammer, und die Verbandsgemeinde hat mit dem protestantischen Krankenpflegeverein einen Fonds für schwerstkranke Kinder und deren Eltern eingerichtet. Das Problem besteht weniger im Fehlen von Angeboten für Menschen in sozialen Ausnahmesituationen, sondern vielmehr darin, dass die Betroffenen diese oft nicht kennen oder ihnen der nötige Überblick fehlt. Auch mir fehlt er teilweise noch, und so bin ich dabei, verschiedene Einrichtungen zu besuchen, um mehr über die unterschiedlichen Organisationen und Vereine zu erfahren.

Sie wollen regelmäßige Sprechstunden anbieten. Wann und wo werden Sie beginnen?

Meine Sprechzeiten sind donnerstags. Ich fange morgen an. Zwischen 16 und 18 Uhr oder nach Vereinbarung werde ich im ersten Obergeschoss des Eisenberger Rathauses, Zimmer 215, auf Ratsuchende warten. Langfristig soll mein Beratungszimmer aber an einen neutralen Ort verlegt werden. Der offizielle Charakter des Verwaltungsgebäudes könnte für Betroffene eine zu große Hemmschwelle sein. Vielleicht gibt es einen Raum im künftigen Quartiersbüro am Marktplatz bei den anderen Beauftragten oder auch ganz woanders. Noch sind wir am Suchen.

Wenn Sie an „das erste Mal" denken: Sind Sie ein bisschen aufgeregt?

Nein, aufgeregt bin ich nicht. Ich freue mich darauf, anderen helfen zu können. Gespannt bin ich, wie das neue Angebot, für das noch keinerlei Erfahrungswerte vorliegen, angenommen wird und welche Ergebnisse erzielt werden können. (abf)

KONTAKT

Während der Sprechzeiten kann Markus Krauß ohne Anmeldung aufgesucht werden. Terminvereinbarungen und Infos unter Telefon 0160/2515914 oder per E-Mail: markus_krauss@arcor.de

WAGNERM

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.86
Datum: Mittwoch, den 14. April 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6252796'
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Die Rheinpfalz vom 26. März 2010

 

Die Rheinpfalz vom 25. März 2010


Schwimmbad-Eintritt wird teurer
EISENBERG: Tageskarte kostet künftig 50 Cent mehr - Feierabend-Tarif ab 17 Uhr - Rutsche erst im Juni wieder benutzbar

Besucher des Waldschwimmbads müssen tiefer in die Tasche greifen, wenn das Bad am 1. Mai wieder seine Pforten öffnet. Der Eisenberger Verbandsgemeinderat beschloss am Dienstagabend eine Erhöhung der Eintrittspreise.

Für die Freibäder in Hettenleidelheim und Altleiningen war bereits vor rund zwei Wochen vom Hettenleidelheimer Verbandsgemeinderat eine Preiserhöhung beschlossen worden. Nun zog auch Eisenberg nach. Von einer „adäquaten Gebührenerhöhung wie in den Nachbargemeinden" sprach Bürgermeister Walter Brauer in der Ratssitzung. Eine Tageskarte für Erwachsene wird im Waldschwimmbad künftig 4 Euro kosten. Seit 2002 war der Preis bei 3,50 Euro geblieben. Für eine Dauerkarte werden nun 40 statt wie bisher 35 Euro fällig. Für Personen unter 18 Jahren erhöht sich der Preise für eine Tageskarte von zwei auf 2,20 Euro.

Den Preiserhöhungen stehen allerdings auch einige Entlastungen gegenüber. So gibt es künftig einen „Feierabendtarif": Wer nach 18 Uhr kommt, zahlt als Erwachsener nur noch zwei Euro, als unter 18-Jähriger einen Euro. Nur die Hälfte des regulären Eintrittspreises zahlen neben Sozialhilfeempfängern und Arbeitslosen künftig auch Schwerbehinderte. Die Ermäßigungen nun auch für Dauerkarten. Und auch für Schüler und Studenten zwischen 18 und 26 Jahren gibt es künftig einen Nachlass von zehn Prozent.

Trotz der Preiserhöhung sei für jeden Badegast im Schnitt ein Zuschuss von vier Euro nötig, sagte Brauer. Angesichts eines kassenwirksamen Verlusts von rund 385.000 Euro, den das Waldschwimmbad 2009 eingefahren hat, sprachen sich alle Fraktionen für die Preiserhöhung aus, die jährlich rund 10.000 Euro mehr in die Kassen spülen soll. Es handle sich um eine „sehr moderate Erhöhung", die auch eine soziale Komponente beinhalte, erklärte Alfred Wöllner für die SPD-Fraktion. Auch die FWG äußerte Zustimmung: „Es gibt viele Gemeinden, die ihre Einrichtungen schließen müssen", sagte Uwe Kistner. Vor diesem Hintergrund sei es richtig, ein Zeichen zu setzen, ohne die Bürger übermäßig zu belasten. Sein Fraktionskollege Donald Siebecker regte an, den Feierabendtarif bereits ab 17 Uhr gelten zu lassen. Willmuth Klausing richtete den Appell an die Bürger, bezuschusste öffentliche Einrichtungen auch zu nutzen. Der Grüne Ernst Groskurt sprach von einer „gerechtfertigten Preiserhöhung". Und auch für die CDU geht diese in Ordnung. Heinz-Jürgen Daub mahnte dabei an, das Defizit nicht aus den Augen zu verlieren, damit nicht irgendwann doch die Schließung drohe.

Bereits im Werksausschuss in der vergangenen Woche Thema war die Erneuerung der Rutsche im Waldschwimmbad. Nach 25 Jahren seien die Röhren in so schlechtem Zustand gewesen, dass sie komplett ausgetauscht werden müssten, informierte Bürgermeister Walter Brauer auf RHEINPFALZ-Anfrage. Die Rutsche sei bereits abgebaut. Der Auftrag für die neue Rutsche, die vom Aufbau her genau der alten entspricht, sei vom Werksausschuss vergeben worden. Rund 64.000 Euro kostet die Erneuerung. In den ersten Wochen, in denen das Schwimmbad geöffnet ist, werden die Badegäste ohne die Rutsche auskommen müssen. Erst Anfang Juni soll sie wieder an ihrem Platz stehen. In der Ratssitzung wies Brauer außerdem auf das Schwimmbadfest am 3. Juli hin. (zin)

Schwimmbad-Preise

Für Erwachsene: Tageskarte 4 Euro, 12er Karte 35 Euro, Dauerkarte 40 Euro

Für unter 18-Jährige: Tageskarte 2,20 Euro, 12er Karte 18 Euro, Dauerkarte 1. Kind 21 Euro, Dauerkarte 2. Kind 17,50 Euro, Dauerkarte jedes weitere Kind 6,50 Euro, Kleinkinder unter vier Jahren Eintritt frei.

Familien: Familienkarte 75 Euro, Alleinerziehende 37,50 Euro

Feierabendtarif ab 18 Uhr: Erwachsene 2 Euro, unter 18-Jährige 1 Euro.

Verbandsgemeinderat in Kürze

DOS-Schulverband wird aufgelöst

Einstimmig beschloss der Verbandsgemeinderat die Auflösung des Schulzweckverbands für die Duale Oberschule Eisenberg-Hettenleidelheim zum 31. Juli 2010. Außerdem stimmte der Rat einer Vereinbarung mit dem Donnersberkreis zu, nach der das Schulvermögen und das kommunale Personal vom Zweckverband nach dessen Auflösung im Zuge der Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) auf den Kreis übertragen wird. Der Kreis übernimmt dabei auch die Verpflichtungen und Verbindlichkeiten des Zweckverbands. Die Vereine aus den Verbandsgemeinden Eisenberg und Hettenleidelheim können die Turnhalle weiterhin nutzen. Auch die Nutzung von Schulräumen etwa durch die Volkshochschule oder den Spielmannszug wird weiterhin möglich sein. Das Zuteilungsrecht liegt bei der Verbandsgemeinde Eisenberg. Begleitend zur Einrichtung der IGS richtet der Landkreis einen Beirat bestehend aus je einem Vertreter der VGs Eisenberg und Hettenleidelheim, des Donnersbergkreises und den Schulleitungen der IGS und der Realschule plus ein.

Markus Krauß ist erster Sozialbeauftragter der VG

Der Verbandsgemeinderat sprach sich einstimmig für den Vorschlag der SPD-Fraktion aus, einen ehrenamtlichen Sozialbeauftragten zu bestellen. Dieser soll laut SPD-Sprecher Alfred Wöllner „die Funktion eines Lotsen" für Bürger in sozialen Fragen wie Arbeitslosigkeit oder Rentenangelegenheiten haben. Wöllner plädierte dafür, den Beauftragten nicht innerhalb der Verwaltung, sondern im Quartiersbüro, das am Marktplatz entstehen soll, zu installieren. Es soll regelmäßige Sprechstunden geben. Halbjährlich wird der Sozialbeauftragte dem Rat Bericht erstatten. Zum ersten Sozialbeauftragten beriefen die Ratsmitglieder den Eisenberger Markus Krauß.

Nachtragshaushalt mit erhöhtem Fehlbetrag

Der Jahresfehlbetrag im Ergebnishaushalt hat sich im Nachtragshaushalt gegenüber dem ursprünglichen Plan um rund 180.000 Euro auf knapp 550.000 Euro erhöht. Gründe sind neben zurückgegangenen Steuereinnahmen unter anderem die Senkung des Essensgelds an den Grundschulen und der Unterhalt des Waldstadions. Im Finanzhaushalt hat sich der Fehlbetrag von rund 338.000 Euro auf knapp 518.000 Euro erhöht.

Bewerbung um Konzessionsverträge

Die Verbandsgemeinde Eisenberg will sich um die Konzessionsverträge für Strom und Gas in der Stadt Eisenberg und der Gemeinde Kerzenheim ab 2012 bewerben. Die endgültige Entscheidung darüber hängt laut dem Geschäftsführenden Beamten Bernd Frey von einer Wirtschaftlichkeitsanalyse ab, die erst möglich ist, sobald der VG Zahlen der Pfalzwerke vorliegen. Die bestehenden Verträge - in Eisenberg mit der VG, in Kerzenheim mit den Pfalzwerken - laufen aus. In den Konzessionsverträgen ist geregelt, wer das Recht hat, Strom- und Gasleitungen zu verlegen. Die bisherigen Konzessionsverträge hatten eine Laufzeit von 20 Jahren, die künftigen von zehn Jahren.

Punkte Stumpfwaldexpress und Erlebnisbahn vertagt

Die ursprünglich vorgesehenen Tagesordnungspunkte Erlebnisbahn Stumpfwaldexpress und Befreiung der Schüler der Grundschulen der Verbandsgemeinde Eisenberg vom Essensgeld wurden vertagt. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.71
Datum: Donnerstag, den 25. März 2010
Seite: Nr.19
"Deep-Link"-Referenznummer: '6208373'
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Markus Krauß zum Sozialbeauftragten der Verbandsgemeinde Eisenberg bestellt

Einstimmig beschloss der Verbandsgemeinderat Markus Krauß zum ersten ehrenamtlichen Sozialbeauftragten der Verbandsgemeinde Eisenberg zu bestellen. Der Fraktionsvorsitzende Alfred Wöllner beantragte für die SPD die Bestellung eines Sozialbeauftragten und schlug den 34jährigen selbständigen Fuhrunternehmer für dieses Ehrenamt vor. Markus Krauß hat sich bereits auf vielfältige Art sozial engagiert und wird sich mit Nachdruck für die Hilfesuchenden einsetzen. In dem von der SPD-Fraktion im Verbandsgemeinderat vorgelegten Konzept für den Sozialbeauftragten heißt es: "... Um den Herausforderungen z.B. der gesellschaftlichen Veränderungen, des demografischen Wandels, der anhaltenden Arbeitslosigkeit, des Missverhältnisses zwischen Arm und Reich und der fortschreitenden Globalisierung zu begegnen, wird es als notwendig erachtet, für den Bereich der Verbandsgemeinde Eisenberg (Pfalz) zusätzlich einen ehrenamtlichen Sozialbeauftragten zu bestellen. Nachstehend sind ... einige ... Aufgabenbereiche ... aufgeführt ...:
  • Arbeitslosigkeit
  • Unterstützung bei Hartz IV-Problemen
  • Rentenangelegenheiten, Grundsicherung, Wohngeld
  • Alters- und Kinderarmut
  • Privatinsolvenzen
  • Obdachlosenproblematik, Asylanten
..."
 

Atomkraft – Nein Danke! Demo und Kundgebung gegen Atomkraft in Kirchheimbolanden

Umweltministerin Margit Conrad, MdL: „Die Landesregierung hält am Atomausstieg fest und steht für den Ausbau von erneuerbaren Energien!“

Ein Votum gegen die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung, gegen die Risikotechnologie Atomkraft und ein klares Zeichen für den Atomausstieg setzte die von dem SPD Ortsverein Kirchheimbolanden initiierte Demonstration gegen Atomkraft. Zusammen mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin und Landtagsabgeordneten Margit Conrad, Landrat Winfried Werner und dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten aus der Region Gorleben Arne Fuhrmann zeigten die Bürgerinnen und Bürger deutlich Flagge gegen einen Rückmarsch in den Atomstaat und für den Ausbau der erneuerbaren Energien.

„Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen“, mit diesen Worten eröffnete Landrat Winfried Werner die Kundgebung und hob die Bedeutung des Ausbaus und der Investitionen in die erneuerbare Energientechnologie hervor. Der Donnersbergkreis sei mit seinem Energiekonzept auf einem guten Weg.

Entschieden kritisierte die Umweltministerin und Landtagsabgeordnete des Donnersbergkreises Margit Conrad bei ihrer Rede die Politik der schwarz-gelben Bundesregierung in Berlin und bezeichnete diese als eine „Energiewende rückwärts zu Lasten von Sicherheit und Arbeitsplätzen. Ich hätte nie gedacht, dass dieses alte Thema wieder neu aufgegriffen wird, aber wir machen das nicht mit.“
Die anhaltenden Störfälle in den Atomkraftwerken beweisen jeden Tag aufs Neue, dass Atomenergie nicht beherrschbar und hochgefährlich ist. Allein in Biblis kam es in den letzten 10 Jahren zu jeweils über 100 meldpflichtigen Ereignissen. 7 von 17 Atomkraftwerken sind nicht gegen Flugzeugabstürze ausgelegt. Eine Trennung von ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft sei weltweit nicht möglich. Wer Sicherheit wolle, müsse aussteigen aus der Atomkraft. „Die Bundesregierung hat für ihre Politik keine Mehrheit. Atomkraft löst weder die Klima- noch die Energiefrage“, stellte Margit Conrad fest. Aufgrund dieser Vielzahl gravierender und ungelöster Probleme hält die Landesregierung am Atomausstieg fest und baut die Nutzung der erneuerbaren Energien aus, „dies schafft neue Arbeitsplätze und zusätzliche Wertschöpfung im Land – die Nutzung von Atomenergie schadet dieser Entwicklung und kostet Arbeitsplätze. Die Zukunft liegt eindeutig in der Nutzung erneuerbarer Energien, die auch der nächsten Generation eine beherrschbare Chance auf ein selbstbestimmtes gutes Leben geben. Energie ist eine Schlüsselressource für den Wohlstand einer Gesellschaft“, bekrätigte Margit Conrad.
Der Ausgangspunkt dieser Demo, das in Sanierung befindliche Nordpfalzgymnasium, sei „ein Symbol für eine Energiepolitik mit Zukunft, die Arbeitsplätze schafft und die Energietechnologie für unsere Kinder fördert. Es ist und bleibt ein Fehler vom Atomausstieg abzurücken“, betonte Conrad abschließend und forderte wie alle Redner dazu auf, am 24. April an der geplanten Aktion „AKW-Umzingelung“ in Biblis teil zu nehmen.

Die Rheinpfalz vom 23. März 2010

SPD will Sozialbeauftragten
EISENBERG: VG-Rat entscheidet heute über Vorschlag - Nachtragshaushalt Thema

Der Verbandsgemeinderat Eisenberg will bei seiner Sitzung am heutigen Dienstag, 18.30 Uhr, im Sitzungssaal des Rathauses über die Bestellung eines Sozialbeauftragten entscheiden.

Die SPD-Fraktion hat ein Konzept entwickelt, dass sie dem Verbandsgemeinderat heute vorstellen will. Darin fordert sie, neben der Gleichstellungsbeauftragten, der Migrationsbeauftragten und dem Behindertenbeauftragten einen ehrenamtlichen Sozialbeauftragten zu bestellen. Dies werde als notwendig erachtet, um Herausforderungen wie demografischem Wandel, sozialer Ungleichheit oder Globalisierung zu begegnen. „Als direkter Ansprechpartner für die Bürgerinnen und Bürger soll der oder die Sozialbeauftragte bei den vielfältigen sozialen Fragen eine wichtige Vermittlungs-, Beratungs- und Unterstützungsfunktion übernehmen, das vorhandene soziale Netzwerk ergänzen und in enger Zusammenarbeit die Verwaltung unterstützen", heißt es in dem Konzept. Als mögliche Aufgabengebiete sind beispielhaft die Themen Arbeitslosigkeit und Probleme mit Hartz IV, Rentenangelegenheiten, Alters- und Kinderarmut, Privatinsolvenzen, Obdachlose und Asylbewerber genannt. Der Sozialbeauftragte soll regelmäßig Sprechstunden anbieten. Das SPD-Konzept schlägt eine monatliche Aufwandsentschädigung von 50 Euro vor.

Weitere Themen auf der Tagesordnung sind unter anderem die Erlebnisbahn Stumpfwaldexpress, das Essensgeld für Grundschüler, die Auflösung des Schulverbands Realschule plus, die Änderung der Gebührensatzung für das Waldschwimmbad und der Nachtragshaushalt 2010. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.69
Datum: Dienstag, den 23. März 2010
Seite: Nr.15
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Die Rheinpfalz vom 22. März 2010

Atomkraft wäre „Energiewende rückwärts"
Kirchheimbolanden: Umweltministerin Margit Conrad kritisiert auf Kundgebung Weichenstellung der Berliner Koalition

Nein zum Ausstieg aus dem Atomkraft-Ausstieg sagten weit über hundert Menschen am Samstag bei einem vom SPD-Ortsverein initiierten Marsch vom Nordpfalzgymnasium zur Kundgebung auf dem Römerplatz. Unter ihnen: Umweltministerin Margit Conrad, Bundestagsabgeordneter Gustav Herzog, das frühere Bundestagsmitglied Arne Fuhrmann aus der Region Gorleben und Landrat Winfried Werner.

„Auch der Salzstock verzeiht nicht", machte ein Transparent auf ungelöste Fragen der Endlagerung von Atomabfällen aufmerksam. Landrat Werner sagte auf der Kundgabung: „Wir wehren uns gegen Atomkraft. Der Donnersbergkreis ist bereits auf dem Weg, mit erneuerbaren Energien in die Zukunft zu gehen". Margit Conrad konstatierte: „ Ich hätte nie gedacht, dass dieses alte Thema wieder neu aufgegriffen wird, aber wir machen das nicht mit!" Die Ministerin betonte, dass die Landesregierung am Atomausstieg festhalte und für den Ausbau von erneuerbaren Energien stehe. Die Politik der neuen Bundesregierung bezeichnete sie als „Energiewende rückwärts zu Lasten von Sicherheit und Arbeitsplätzen." Denn Rheinland-Pfalz schaffe durch regerenative Energien neue Arbeitsplätze und sorge für zusätzliche Wertschöpfung. „Die Zukunft liegt in erneuerbaren Energien, die auch der nächsten Generation eine beherrschbare Chance auf ein selbstbestimmtes gutes Leben geben", bekräftigte die Ministerin. Der Ausgangspunkt dieser Demo, das in Sanierung befindliche Nordpfalzgymnasium, sei selbst Symbol zukunftsgewandter Energiepolitik.

Gastredner Arne Fuhrmann fühlte sich an den März 1997 in Gorleben erinnert, als massives Polizeiaufgebot die Demonstranten mit Gewalt zurückdrängte. Fuhrmann hinterfragte, wieso Atomkraft eigentlich als „saubere Energie" bezeichnet werde, da der Abfall für Jahrtausende sichergestellt werden müsse und keiner wisse, wie sich Endlager entwickeln. „Seit der Nutzung der Atomenergie gibt es keine Grenzen mehr. Der Castor ist überall", so Fuhrmann. Er appellierte an die Zuhörer, dies Bewusstsein weiterzutragen. Eine „Castor"-Attrappe hatte auch den Zug der Demonstranten zum Römerplatz begleitet.

Ein klares Zeichen gegen die Politik der schwarz-gelben Regierung und für einen Atomausstieg wollten durch ihre Teilnahme auch der Kreisverband der Grünen, das Bündnis gegen Rechts und „amnesty international" setzen. Professor Norbert Willenbacher (Grüne), der am Karlsruher Institut für Technologie arbeitet, forderte ein neues Bündnis über alle Gruppierungen hinweg gegen die weitere Nutzung der Atomkraft. Allein der Rückbau einer Versuchsanlage am Karlsruher Kernforschungszentrum, sagte er, koste Milliarden Euro. „Perfide ist, dass nachfolgende Generationen für alles zahlen müssen", sagte Willenbacher. Alle Redner forderten dazu auf, an einer für 24. April geplanten Aktion zur „Umzingelung von Biblis" teilzunehmen.

Die Teilnehmer der Kundgebung wurden musikalisch von Uli Valnion begleitet, dessen ältere Protestlieder nun ebenfalls wieder zu aktueller Wirkung kamen. (gth)

TILLB

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Donnersberger Rundschau
Ausgabe: Nr.68
Datum: Montag, den 22. März 2010
Seite: Nr.25
"Deep-Link"-Referenznummer: '6188633'
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Die Rheinpfalz vom 20. März 2010

 

Die Rheinpfalz vom 20. März 2010

Finanznot der Kommunen beklagt
EISENBERG: Stadt- und Verbandsgemeinderat stimmen Resolution zu - Gemeinderäte vertagen den Punkt

Bei ihrer gemeinsamen Sitzung am Mittwochabend stimmten der Eisenberger Stadtrat sowie der Verbandsgemeinderat einer Resolution zur Finanznot der Kommunen zu. Die Ortsgemeinderäte Kerzenheim und Ramsen beschlossen hingegen, den Punkt zu vertagen.

Die Resolution geht auf eine Vorlage des Städte- und Gemeindebunds zurück und wird in ähnlicher Form von Stadt- und Gemeinderäten im ganzen Land unterstützt. In ihr wird beklagt, dass Bund und Land „immer mehr Aufgaben auf die kommunale Ebene übertragen, ohne sich um die Finanzierung zu kümmern". Zentrale Forderungen sind daher eine Gemeindefinanzreform und ein Rettungsschirm für die Kommunen. Auch in der Verbandsgemeinde Eisenberg hat sich die Finanzlage in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert.

Zu der Resolution gab es bei der gemeinsamen Ratssitzung allerdings durchaus unterschiedliche Meinungen. Mit zwölf Ja-Stimmen, fünf Enthaltungen und vier Nein-Stimmen stimmte der Eisenberger Stadtrat mehrheitlich dafür. Bernhard Heise (SPD), der dagegen stimmte, begründete seine Ablehnung damit, dass es sich um eine „Einbahnstraße aus Sicht der Kommunen" handle. Bei drei Gegenstimmen und fünf Enthaltungen sprach sich auch der Verbandsgemeinderat für die Resolution aus. „Spät, aber nicht zu spät" wehren sich die Kommunen nun, sagte Uwe Kistner (FWG). Und Heinz-Jürgen Daub (CDU) forderte unmissverständlich: „Wir brauchen mehr Geld!"

Der Kerzenheimer Gemeinderat beschloss bei drei Enthaltungen, den Tagesordnungspunkt zu verschieben und noch einmal über die Resolution zu diskutieren, die Hans-Valentin Bastian (SPD) als „zu pauschal" empfand. Auch der Ramser Rat vertagte den Beschluss, nachdem Franz Blum (FWG) moniert hatte, dass im Gemeinderat nicht über die Resolution gesprochen worden sei. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.67
Datum: Samstag, den 20. März 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6184288'
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Die Rheinpfalz vom 19. März 2010

Solarpark-Planung geht weiter
EISENBERG: Verbandsgemeinderat, Stadtrat und Gemeinderäte gründen AöR

Die Planungen für zwei Solarparks im Gebiet der Verbandsgemeinde Eisenberg werden trotz der von der Bundesregierung angekündigten Einschnitte bei der Förderung weiter vorangetrieben. Das beschlossen der Verbandsgemeinderat und der Stadtrat Eisenberg sowie die Gemeinderäte Ramsen und Kerzenheim bei einer gemeinsamen Sitzung am Mittwochabend in der AGTSV-Halle in Ramsen.

Bevor die Beschlüsse gefasst wurden, fasste Verbandsbürgermeister Walter Brauer den derzeitigen Stand der Planungen für die Fotovoltaikanlagen zusammen. „Wir haben uns zur Aufgabe gemacht, einen Beitrag zur Stromerzeugung durch regenerative Energien zu leisten", begründete er das Vorhaben. Von insgesamt 29 untersuchten Flächen in der VG seien zwei als geeignet für Freiflächen- Fotovoltaikanlagen befunden worden: ein rund zehn Hektar großes Gebiet südlich der Stadt Eisenberg und eine rund fünf Hektar große Fläche im Osten Kerzenheims im Bereich der Windkraftanlagen.

Wie Bauamtsleiter Lothar Görg ergänzte, sollen beide Anlagen von einem sechs Meter breiten Grünstreifen und einem Zaun umfasst werden. Durch die Fläche auf Eisenberger Gebiet verlaufe eine überirdische Stromleitung, die in den Boden verlegt werden müsse. Mittlerweile liegt der Verwaltung laut Brauer der Entwurf des raumplanerischen Entscheids vor. Auch die Entwürfe der Bebauungspläne seien fertig. Die Grundstücksverhandlungen für das Kerzenheimer Gelände seien positiv verlaufen, informierte der Bürgermeister weiter.

Positiv sei auch die Wirtschaftlichkeitsberechnung, allerdings nur unter den derzeit noch geltenden gesetzlichen Bedingungen. Streiche die Bundesregierung die Subventionen für Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen wie angekündigt, so sei das Projekt gestorben, machte Brauer deutlich. Allerdings werde derzeit in Berlin noch darüber diskutiert, ab wann die neue Regelung gelten soll. Übergangsregelungen könnten das Eisenberger Projekt noch retten. Unabhängig davon, wie und wann letztendlich entschieden werde, solle das Planungsverfahren aber abgeschlossen werden, um ein fertiges Projekt in der Schublade zu haben und so auf eine Änderung der politischen Rahmenbedingungen reagieren zu können. „Wir haben die Hoffnung, dass der politische Druck so groß wird, dass wir wie vorgesehen und geplant noch dieses Jahr ans Netz gehen können", gab sich Brauer nach wie vor optimistisch.

Für beide betroffenen Flächen beschlossen die Räte eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufsstellung von Bebauungsplänen. Alle vier beteiligten Räte stimmten außerdem der Gründung einer gemeinsamen Anstalt des öffentlichen Rechts mit dem Namen „Energieprojekte in der Verbandsgemeinde Eisenberg" (EPE) zu. Die Anstalt soll Bau und Betrieb des Solarparks in Kerzenheim übernehmen. Das Stammkapital der EPE beträgt 30.000 Euro. Stadt und VG zahlen jeweils 10.000, die beiden Ortsgemeinden jeweils 5000 Euro. Der zweiköpfige Vorstand wird von einem Verwaltungsrat bestimmt, dessen Mitglieder die Räte ebenfalls bestimmten: Für die Stadt Eisenberg werden ihm Manfred Rauschkolb, Peter Funck und Ulrich Keil angehören, für die Verbandsgemeinde Uwe Kistner, Detlef Osterheld und Klaus Wohnsiedler, für Kerzenheim Hans-Valentin Bastian und Hans-Dieter Hild und für Ramsen Wolfgang Steitz und Andreas Happersberger. Ebenfalls dem Verwaltungsrat angehören werden die vier Bürgermeister. Für das Projekt in Eisenberg ist an eine private Lösung gedacht. Peter Funck (FWG) warb darum, dass sich Bürger mit Einlagen beteiligen. Er stehe als Ansprechpartner zur Verfügung. (zin) Weiterer Bericht folgt

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.66
Datum: Freitag, den 19. März 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6177279'
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"Atomkraft - Nein Danke" - Demo und Kundgebung am 20.03.2010 in Kibo

Zur Demo und Kundgebung "Atomkraft - Nein Danke" sind alle für Samstag, den 20. März 2010 nach Kirchheimbolanden eingeladen. Start ist um 10:30 Uhr am Nordpfalzgymnasium Kirchheimbolanden. Die Kundgebung ist um 12 Uhr auf dem Römerplatz mit

Landrat Winfried Werner
Staatsministerin Margit Conrad MdL
Arne Fuhrmann, ehemaliger Bundestagsabgeordneter aus der Region Gorleben
Greenpeace Deutschland

Veranstalter ist der SPD-Ortsverein 67292 Kirchheimbolanden

Die Rheinpfalz vom 12. März 2010

„Denk"-Ziele kaum erreichbar
KIRCHHEIMBOLANDEN: Einschnitte bei Solar-Förderung Thema im Kreisausschuss

„Das zieht uns den Boden weg", umschrieb Landrat Winfried Werner im Kreisausschuss, was die von der Bundesregierung geplanten Einschnitte bei der Photovoltaik-Förderung (wir berichteten) für entsprechende Planungen im Landkreis bedeuten. Das Ziel des Donnersberger Energie-Konzeptes „Denk", bis 2015 die Erzeugung regenerativer Energien zu vervierfachen, sei damit nur noch schwer erreichbar.

Die Frage nach Auswirkungen solcher Einschnitte für Projekte im Kreis hatte die SPD-Fraktion auf die Tagesordnung gebracht. Wie berichtet, will die Bundesregierung die Förderung zum 1. Juli je nach Anlagenkategorie zwischen 11 und 16 Prozent kürzen und für Anlagen auf Ackerflächen generell streichen; in die Förderung sollen nur noch Projekte kommen, für die bis Ende 2009 ein Bebauungsplan bestand und die bis Ende 2010 ans Netz gehen.

Das würde nach den Darlegungen von Umweltdezernent Albert Graf den Kreis treffen. Denn momentan seien in fünf Verbandsgemeinden nach aufwändigen Voruntersuchungen 16 Flächen - davon zwei in der Verbandsgemeinde Eisenberg - für solche Anlagen in einem Gesamtumfang von rund 330 Hektar ermittelt worden, aber noch für keine besteht bereits ein Bebauungsplan.

Kämen alle Projekte zum Tragen, so könnte damit mehr Strom erzeugt werden, als zur Zeit die Windkraftanlagen im Kreis einzuspeisen vermögen, gab Graf zu bedenken. „Ackerboden ist nicht gleich Ackerboden", wandte er sich außerdem gegen das Argument, dass durch Photovoltaik Anbauflächen verloren gingen. Zudem gehe es um gerade mal ein Prozent der landwirtschaftlichen Flächen im Kreis.

Aus Grafs Bestandsaufnahme ging hervor, dass die Planungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen auf Anregung des Kreises hin seit zwei Jahren in den Verbandsgemeinden im Gange seien. Dafür seien Fachbüros bezahlt worden, Verhandlungen mit Grundstückseigentümern und Pächtern seien weit gediehen. Fragen der Raumordnungen teilweise geklärt, für erste Flächen gebe es Aufstellungsbeschlüsse für Bebauungspläne, andere stünden kurz davor. Die Bedingungen des Entwurfs des Bundesregierung, dass bereits Ende 2009 ein Bebauungsplan bestanden haben muss, sei jedoch noch nirgends erfüllt. Ohne Förderung seien die Projekte zumindest unter derzeitigen Rahmenbedingungen für Investoren nicht rentabel. Gleichwohl sollten die Planungen abgeschlossen werden, um bei veränderten Rahmenbedingungen handlungsfähig sein zu können, riet Graf.

„Das ist sehr kurzfristig und sehr extrem", kritisierte Ulrich Dittrich (SPD) das Fehlen angemessener Übergangsfristen. Ohne Umsetzung der Projekte würden den Verbandsgemeinden Möglichkeiten der Refinanzierung ihres Aufwandes genommen, rügte auch Rudolf Jacob (CDU). Ulrich Kolb (FWG) verwies auf den einklagbaren Vertrauensschutz an und meinte: „Das sollte man sich nicht einfach gefallen lassen." (bke)

BEHNKET

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.60
Datum: Freitag, den 12. März 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '6144416'
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Die Entscheidung der Koalition in Berlin zur Solarförderung bedeutet das Aus für Freiflächenanlagen im Donnersbergkreis

Berlin hat entschieden, die Solarförderung für Freiflächen- Solaranlagen ganz einzustellen – die Entscheidung der Koalition zur Solarförderung stößt auf heftige Kritik bei unserer Umweltministerin Margit Conrad, denn diese Entscheidung bedeutet auch das Aus für Freiflächenanlagen im Donnersbergkreis.

„Diese Entscheidung wird 15 geplante Freiflächenanlagen unmöglich machen. Es ist unbestritten, dass auch über die regelmäßige Rückführung hinaus weiter reduziert werden kann. Es ist auch richtig, dass man Ackerflächen nur sehr zurückhaltend für Solaranlagen zur Verfügung stellen soll. Dies kann man durch planungsrechtliche Vorgaben und differenzierte Einspeisevergütungen bewirken. Aber dass jetzt ab Juli 2010 auf alle landwirtschaftlichen Flächen, das heißt auch auf schlechten oder Grenzertragsgrünflächen, keine Solaranlagen mehr möglich sind, bedeutet auch das Aus für einige Projekte im Donnersbergkreis“, sagte Ministerin Conrad.

„Auf Anregung von Landrat Winfried Werner hätten die Verbandsgemeinden im Rahmen des Donnersberger Energiekonzeptes sehr verantwortungsvoll Flächen auf Eignung oder auch Nutzungskonkurrenzen hin untersucht“, so Margit Conrad weiter. „Von „Zupflasterung“ war hier deshalb keine Rede. Auch schneiden Solaranlagen im Vergleich zur Biomasse z.B. für Biogasanlagen im Energieertrag pro Hektar besser ab.“ Das Argument sei also vorgeschoben. „Der kostengünstigste Solaranlagentyp wird gestoppt. Das ist ein Flurschaden für Vertrauen in eine Erneuerbare- Energien- freundliche Energiepolitik. Diese Entscheidung kostet konkret Arbeitsplätze in Deutschland.“

Die Rheinpfalz vom 08. März 2010

Engagierte Jugendliche ausgezeichnet
KERZENHEIM: Verbandsgemeinde verleiht zum zweiten Mal Ehrenamtspreis - Sportlicher, sozialer oder kultureller Einsatz

24 Jugendliche und junge Erwachsene wurden am Freitag in der Kerzenheimer Mehrzweckhalle mit dem Ehrenamtspreis der Verbandsgemeinde Eisenberg ausgezeichnet. Zum zweiten Mal verlieh VG-Bürgermeister Walter Brauer den im zweijährigen Turnus vergebenen Preis für herausragende Leistungen und besondere Verdienste im Ehrenamt.

Zahlreiche Verwandte, Freunde, Vereinsvorsitzende und Kommunalpolitiker bildeten den gut besuchten Rahmen der Feierstunde. Die Preisträger widerlegten das Vorurteil, dass „die Jugend nur in den Tag hineinlebt", sondern „diese Jugendliche tun etwas und tragen zum guten Miteinander in der Gesellschaft bei", sagte Kerzenheims Bürgermeister Alfred Wöllner.

VG-Chef Walter Brauer betonte, die durch Zeiteinsatz und Erfahrungen im jeweiligen Tätigkeitsbereich erhaltene Prägung der Persönlichkeit sei bei beruflichen Bewerbungen ein bedeutender Vorteil. Jeder ehrenamtlich Tätige übernehme Verantwortung und mache die Erfahrung, dass er als Einzelner oder in der Gruppe viel bewegen könne, so Brauer weiter. Er sei stolz auf die Nachwuchsarbeit der Vereine und Organisationen innerhalb der VG. Der Ehrenamtspreis in Form von Urkunden und Gutscheinen solle dazu beitragen, dass sich noch mehr junge Menschen mit ihren Fähigkeiten in die Gemeinschaft einbringen.

Ausgezeichnet wurde Lukas Ebel (Kerzenheim) von den Pfadfindern „Stamm Franz von Sickingen" in Eisenberg für seine zahlreichen Funktionen innerhalb der Organisation. Er leitet verantwortlich Gruppen und ist in der Stammesführung tätig. Besonders wegen seiner Teamfähigkeit und Kompromissbereitschaft werde er geschätzt, heißt es in der Begründung für den Preis.

Mit Kathrin Brach und Jürgen Hild erhielten zwei weitere junge Menschen aus Kerzenheim für ihr Engagement bei der Jugendfeuerwehr Auszeichnungen. Als Verantwortlicher für die VG-Feuerwehren sei er stolz und dankbar für diese Aktivitäten, sagte Brauer, der in sein Lob alle anderen Jugendwehren in der VG einschloss.

Für ihren sportlichen Einsatz bei der TSG Eisenberg wurden Christina Hoch (Eisenberg), Isabelle Kaiser (Kerzenheim) und Andreas Piehl (Steinborn) ausgezeichnet. Die beiden jungen Frauen waren in der Leichtathletik erfolgreich und sind mittlerweile als Betreuerinnen in der Jugendarbeit aktiv. Neben den wöchentlichen Übungsstunden begleiten sie die Kinder und Jugendlichen zu Freizeiten und Trainingslagern und gehören außerdem zum Organisationsteam der Eisenberger Flugnacht. Andreas Piehl ist aus der TSG-Fußballabteilung hervorgegangen und leitet als Schiedsrichter Fußballspiele in der Jugendregionalliga Süd und bei den Herren bis hin zur Landesliga.

Gleich zwei Mal wurden kirchliche Jugendgruppen geehrt, die in der protestantischen und katholischen Kirchengemeinde unentbehrliche Unterstützung leisten. Zu den Mitarbeitern der protestantischen Kinder-und Jugendarbeit, die alle die dreijährige Ausbildung zum Jugendleiter absolviert haben, gehören Johanna Biehl, Sofie Eidt, Ramona Hauth, Philipp Hinkel, Anna und Wera Neuhäuser, Markus und Yvonne Plume, Peter Schäfer und Gaby Schwarz. Ihren Dienst als Messdiener in Eisenberg und Kerzenheim versehen mit Begeisterung Ricarda Dagne, Nicole Hoppe, Mateusz und Sandra Pestka, Paula und Simon Mickert, David Schumacher und Lukas Wycisk.

Die musikalische und gesangliche Umrahmung gestalteten die Pfadfinder und eine Gesangsgruppe der katholischen Gemeinde. (hsc)

WAGNERM

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.56
Datum: Montag, den 08. März 2010
Seite: Nr.23
"Deep-Link"-Referenznummer: '6126420'
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Die Rheinpfalz vom 08. März 2010

Handlungsbedarf im Straßenbau
WINNWEILER: Auch Wirtschaft und Energie Themen bei Kreisparteitag der SPD

Staatliche Mittel seien in den Donnersbergkreis geflossen und würden auch künftig fließen, versicherte der rheinland-pfälzische Wirtchaftsminister Hendrik Hering (SPD) am Samstag beim Unterbezirksparteitag der SPD im Festhaus Winnweiler. Mit der Zusammenkunft stimmte sich die Kreis-SPD bereits auf die Landtagswahl am 27. März 2011 ein.

Die relativ stabile Situation auf dem Arbeitsmarkt im Donnersbergkreis führte Hering auf das Konjunkturpaket II zurück, das noch immer greife. 16 Millionen Euro sind mit diesem Programm in den Kreis geflossen und stärkten die Wirtschaft. Es müsse aber noch mehr Geld in die Infrastruktur gesteckt werden, dabei insbesondere in den Schienenverkehr, gab der Minister zu bedenken. Nur so könnten die Straßen entlastet werden. Die Umgehung von Eisenberg war wichtig, blickte der Staatsminister auf ein bedeutendes Straßenbauprojekt zurück, er sieht aber weiteren Handlungsbedarf im Straßennetz des Kreises.

In der DSL-Versorgung dürfe keine Zwei-Klassen-Gesellschaft entstehen. Auf dem flachen Land fehle es an den einfachsten Mittel, weshalb zur Abhilfe ein Landesprogramm aufgelegt wurde. Die Landesregierung werde sich dafür einsetzen, dass auch der Autobauer Opel eine Zukunftsperspektive hat. Die Menschen um den Donnersberg seien von der Entwicklung in den Werken in Kaiserslautern und Rüsselsheim durchaus unmittelbar betroffen. Die Senkung der Einspeisevergütung bei Photovoltaikanlagen und die Streichung von Ackerflächen als möglicher Anlagenstandorte (wir berichteten), wie die Bundesregierung sie jetzt umsetzen möchte, hält Hering für den verkehrten Weg. Im Kreis seien etliche Flächen mit einem bedeutenden Kostenaufwand geprüft worden. Er hofft, dass sich noch Investoren finden werden trotz der angekündigten gesetzlichen Änderung.

Die Bundes- und Landespolitik müsse aufnehmen, was vor Ort diskutiert werde, verlangte die Landtagsabgeordnete Margot Conrad, die auch das von Hering angesprochene Energiethema fortführte. Im Donnersbergkreis würden Energiekonzepte von unten aufgebaut wie in Eisenberg und Münchweiler, die sich beispielhaft entwickelten. Als Alternative zum Atomstrom dürften die geplanten Photovoltaikanlagen auf Ackerflächen nicht abwürgt werden.

Einige Straßen im Landkreis seien ausgebaut oder stünden in diesem Jahr zur Umsetzung an, betonten sowohl der Staatsminister als auch Landrat Winfried Werner. Beide strichen heraus, dass mit dem Ausbau der B 47 zwischen Albisheim und Marnheim in diesem Jahr begonnen werde. Bei einem Verkehrsforum sei die Notwendigkeit, aber auch der Nachholbedarf erkannt worden, ergänzte der Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog zu diesem Thema.

Das Land befinde sich in einer der schwersten Krisen, die Bundesregierung aber beschäftige sich mit sich selbst und streite, anstatt zum Wohle der Menschen zu regieren, hatte Herzog eingangs die schwarz-gelbe Koalition in Berlin attackiert. Die Senkung der Umsatzsteuer bei den Hotel-Übernachtungen treffe letztlich auch die Gemeinden, weil weniger Geld zur Verteilung komme. Bundesweit gehe man von einem Investitionsstau in einer Größenordnung von 600 Milliarden Euro aus. Das mache deutlich, dass die Gemeinden ihre Immobilien nicht mehr unterhalten können. (osw)

BEHNKET

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.56
Datum: Montag, den 08. März 2010
Seite: Nr.23
"Deep-Link"-Referenznummer: '6126840'
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SPD der VG Eisenberg informierte sich bei der SolarKraftwerke Kasper GmbH

Torsten Kasper, der Geschäftsführer der SolarKraftwerke Kasper GmbH, konnte in seiner Firma im Gewerbegebiet am Gielbrunnen 20 Mitglieder der SPD aus Eisenberg, Kerzenheim und Ramsen willkommen heißen. Derzeit sind in der Firma 42 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Mittlerweile haben die SolarKraftwerke Kasper ihre Geschäftstätigkeit auch auf Frankreich ausgedehnt.

Etwa die Hälfte der Aktivitäten der Firma machen der Verkauf und die Montage von Photovoltaikanlagen aus. Daneben werden auch Dachflächen angemietet und mit Photovoltaik ausgestattet. 2009 wurden von 270 Anlagen auf insgesamt 2,5 Hektar Dachfläche 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugt. Dies bedeutet Einsparung von etwa 1.500 Tonnen Kohlendioxid. Im Vergleich mit den anderen Arten der Stromerzeugung wird damit maßgeblich zum Umwelt- und Klimaschutz beigetragen.

In Deutschland sind meist „aufdachmontierte“ Anlagen in Betrieb. Diese sind günstiger als „indachmontierte“ Photovoltaikanlagen herzustellen. Wichtig sei auch, dass qualitativ hochwertige Module verwendet werden. Die Anlagen sind nicht wartungsfrei. Um möglichst lange einen hohen Wirkungsgrad zu erhalten, ist es notwendig die Module nach einigen Jahren von Verschmutzungen, Moosen und Flechten zu reinigen.

In den 90er Jahren wurde das Stromeinspeisegesetz verabschiedet und mit einer Novellierung im Jahre 1999 die Grundlage für die Nutzung von Photovoltaikanlagen geschaffen. Derzeit beträgt die Photovoltaikleistung in Deutschland 6 - 8 Gigawatt. Zum Vergleich: ein Atomkraftwerk leistet ca. 0,8 Gigawatt. Das größte Problem, dass aus Photovoltaik gewonnene Energie nur schlecht gespeichert werden kann, wird nach Einschätzung von Kasper in wenigen Jahren technisch zu bewältigen sein.

Gegenwärtig will die Bundesregierung aus CDU/CSU und FDP die Förderung von Solaranlagen zusätzlich drastisch kürzen. Daher werden wahrscheinlich die Pläne in der Verbandsgemeinde Eisenberg zwei großflächige Photovoltaikanlagen zu bauen in absehbarer Zeit nicht umgesetzt werden können.

Zum Angebot der SolarKraftwerke Kasper gehören auch Biomassekessel, Heizanlagen aller Art und solarthermische Anlagen zur Verwertung von regenerativer Energie. Ein Schwerpunkt sind auch energieeffizientere Maßnahmen. So gäbe es zum Beispiel bei den privaten Haushalten ein Einsparpotential von 20 bis 30 % beim Stromverbrauch.

Der SPD-Gemeindeverbandsvorsitzende Reinhard Wohnsiedler bedankte sich herzlich bei Herrn Torsten Kasper für die gute anschauliche Information über die Nutzung von regenerativer Energie und für die kompetente Beantwortung der zahlreichen Fragen der Teilnehmer. Wohnsiedler betonte, wir können in Eisenberg stolz darauf sein, dass sich ein solch innovatives Unternehmen wie die Solarkraftwerke Kasper bei uns angesiedelt hat.

 

Die Rheinpfalz vom 04. März 2010

Alle unterstützen wiederkehrende Beiträge
EISENBERG: Stadtrat beschließt einstimmig neue Satzung - Mehr Geld für protestantischen Kindergarten

Nachdem der Eisenberger Stadtrat sich bereits im Dezember grundsätzlich für die Einführung wiederkehrender Beiträge bei der Abrechnung von Straßenausbaumaßnahmen entschieden hat, stimmte das Gremium am Dienstag einstimmig auch der neuen Satzung zu.

Verwaltungsmitarbeiter Thorsten Hutzenlaub stellte den Ratsmitgliedern die Satzung kurz vor. Diese orientiert sich an einem Muster des Gemeinde- und Städtebunds, enthält aber auch einige speziell für Eisenberg getroffene Festsetzungen. So werden das Stadtgebiet, Steinborn und Stauf als getrennte Abrechnungsgebiete behandelt. In der als Anlage beigefügten Begründung heißt es dazu, dass die drei Stadtteile räumlich klar abgegrenzt seien und sie grundsätzlich unterschiedliche Strukturen aufweisen. Die Höhe der Beiträge soll sich nach dem Durchschnitt der in einem Zeitraum von fünf Jahren zu erwartenden Investitionsaufwendungen richten. Die Ausbauprogramme sollen laut Hutzenlaub Thema einer der nächsten Stadtratssitzungen sein. Der Gemeindeanteil wird in allen Abrechnungseinheiten gleichermaßen auf 30 Prozent festgesetzt. In der Satzung wird aufgeführt, wie lange Grundstücksbesitzer in Straßen, in denen erst kürzlich Ausbaubeiträge fällig geworden sind, von den wiederkehrenden Beiträgen ausgeschlossen sind. Inkrafttreten wird die Satzung rückwirkend zum 1. Januar 2010. Die Bürger sollen bald über die konkreten Auswirkungen informiert werden, kündigte Stadtbürgermeister Adolf Kauth an.

Die im Stadtrat vertretenen Fraktionen sprachen sich einmütig für die Umstellung auf wiederkehrende Beiträge aus. Von einer „gerechten Verteilung auf alle Bürger" und „überschaubaren Kosten" sprach Peter Funck (FWG). Auch Manfred Rauschkolb (SPD) unterstützte den Beschluss vor dem Hintergrund des damit verbundenen „Solidaritätsfaktors". Für Sven Hoffmann (CDU) ist an dem Vorhaben wichtig, dass Eisenberg „als Einheit gesehen wird".

Einmalige Ausbaubeiträge werden noch für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung in der Theodor-Storm-Straße 2009 sowie in der Lessing- und der Uhlandstraße 2007 fällig. Einstimmig sprach sich der Stadtrat auch dafür aus, den Gemeindeanteil für den Ausbaubeitrag auf 35 Prozent (Theodor-Storm-Straße) und 25 Prozent (Lessing- und Uhlandstraße) festzusetzen.

Ebenfalls die einmütige Zustimmung des Stadtrats fand ein stärkeres finanzielles Engagement der Stadt für den protestantischen Kindergarten (wir berichteten am Montag). Statt wie bisher mit 8000 bis 10.000 Euro beteiligt sich die Stadt künftig mit 25.000 bis 30.000 Euro jährlich an den Sachkosten. Einen Überblick über das derzeitige Angebot an Kindergartenplätzen gab der Fachbereichsleiter Bürgerdienste, Gerhard Scheifling. Für 330 Dreijährige stünden im kommenden Kindergartenjahr 350 Plätze zur Verfügung. Die „große Unbekannte" seien die Zweijährigen, für die es ab August einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz gebe.

Letzter Beschluss im öffentlichen Teil der Sitzung war die Vergabe des Auftrags für den Ausbau der Zufahrt zum Baugebiet Eisbach II. Günstigster Anbieter war eine Firma aus Enkenbach-Alsenborn mit einer Angebotssumme von rund 58.000 Euro.

Unter dem Tagesordnungspunkt „Mitteilungen und Anfragen" berichtete Manfred Rauschkolb von seiner Beobachtung, dass ein Teil der Fußgängerzone häufig von Autos befahren werde. Laut Bürgermeister Adolf Kauth ist das Problem bekannt. Es sei daran gedacht, absenkbare Poller zu installieren. Eine weitere Anfrage Rauschkolbs betraf das geplante Polizeiquartier am Marktplatz. Hier liefen die Ausschreibungen für die notwendigen Arbeiten an dem Gebäude, so Kauth. Jonny Scheifling (fraktionslos) merkte an, dass der Parkplatz an der Post eine „Stolperfalle" sei. Hier soll es bald Reparaturen geben, kündigte der Bürgermeister an. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.53
Datum: Donnerstag, den 04. März 2010
Seite: Nr.19
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Information bei den SolarKraftwerken Kasper GmbH





 

Die Rheinpfalz vom 27. Februar 2010

Solarpark-Plänen droht das Aus
EISENBERG: Bundesregierung kündigt an, Förderung für Solaranlagen auf Ackerflächen zu streichen

Die im Gebiet der Verbandsgemeinde Eisenberg geplanten Solarparks (wir berichteten mehrfach) stehen möglicherweise vor dem Aus, nachdem sich die schwarz-gelbe Koalition in Berlin in dieser Woche auf eine Kürzung der Solarförderung verständigt hat.

Das Bundeskabinett will die geplante Neuregelung in der kommenden Woche beschließen. Die Kürzung soll zum 1. Juli greifen. Die Förderung für Dachflächen soll laut CSU-Landesgruppenchef Hans-Peter Friedrich um 16 Prozent, jene für Freiflächen um 15 Prozent gekürzt werden. Entscheidend für das in der Verbandsgemeinde Eisenberg geplante Projekt: Für neue Solaranlagen auf Ackerflächen soll es überhaupt keine Förderung mehr geben.

Bereits im Januar hatte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) eine Kürzung der Einspeisevergütung für Anlagen auf Ackerflächen um 25 Prozent vorgeschlagen. Eisenbergs Verbandsbürgermeister Walter Brauer hatte bereits damals die Befürchtung geäußert, dass Bau und Betrieb von zwei Solarparks - einer auf Kerzenheimer und einer auf Eisenberger Gemarkung - dadurch unrentabel werden könnten. Sollte es künftig überhaupt keine Förderung mehr geben, würde das das Aus für die millionenschweren Pläne bedeuten, wie Brauer gestern auf Anfrage bestätigte: „Dann ist das Projekt gestorben."

Noch unklar ist für den Bürgermeister allerdings, ob die Kürzung auch für Solaranlagen gelte, mit deren Bau bereits vor dem 1. Juli begonnen wird. Dies wäre in Eisenberg wohl der Fall. Hier will Brauer in den kommenden Tagen versuchen, genauere Informationen zu bekommen. Laut Aussagte von CSU-Landesgruppenchef Friedrich soll die alte Förderung nur für solche Anlagen gelten, für die zum 1. Januar 2010 bereits eine Baugenehmigung vorlag und die bis Ende des Jahres Solarstrom ins Netz einspeisen.

Vorerst soll die Planung für die Solarparks, die ohnehin bereits weit fortgeschritten ist, weiter vorangetrieben werden, kündigt Brauer an. Darüber sei man sich in der Verbandsgemeinde einig. Schließlich könnten sich die politischen Rahmenbedingungen auch wieder ändern: „Dann haben wir es in der Schublade", so Brauer.

Heftige Kritik an der Ankündigung der Bundesregierung übte gestern auch die rheinland-pfälzische Umweltministerin Margit Conrad. Die Entscheidung werde 15 geplante Freiflächenanlagen im Donnersbergkreis unmöglich machen. Die Verbandsgemeinden hätten im Rahmen des Donnersberger Energiekonzepts sehr verantwortungsvoll Flächen auf Eignung oder Nutzungskonkurrenz hin untersucht. „Von ,Zupflasterung" war hier deshalb keine Rede. Auch schneiden Solaranlagen im Vergleich zur Biomasse zum Beispiel für Biogasanlagen im Energieertrag pro Hektar besser ab." Dieses Argument sei also vorgeschoben, so Conrad in einer Pressemitteilung. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.49
Datum: Samstag, den 27. Februar 2010
Seite: Nr.17
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Die Rheinpfalz vom 24. Februar 2010

„Mühlhecken" geschlossen
STEINBORN: Stadt kündigt Pachtvertrag - Pächter konnte nicht mehr zahlen

Die Gaststätte „In den Mühlhecken" im Steinborner Zentrum ist seit Ende vergangener Woche geschlossen. Weil der Wirt seit einigen Monaten seine Pacht nicht mehr zahlen konnte, habe die Stadt den Pachtvertrag aufgehoben, informiert Bürgermeister Adolf Kauth auf Anfrage.

Die Stadt Eisenberg hatte vor rund anderthalb Jahren die Gaststätte von der Siedlervereinigung Steinborn übernommen (wir berichteten). Weil bereits vorherige Pächter in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren und ihre Pacht nicht mehr zahlen konnten, waren die Reserven der Siedlervereinigung Mitte 2008 aufgebraucht. Die Stadt hatte sich daraufhin bereiterklärt, den Kredit, den die Siedlervereinigung für den Bau der Gaststätte 1998 aufgenommen hatte, zu übernehmen. Die verbliebene Kreditsumme beläuft sich laut Bürgermeister Kauth auf gut 180.000 Euro.

Bedient werden sollte der Kredit durch die Pachtzahlungen in Höhe von rund 800 Euro netto pro Monat. Nachdem die Gaststätte nach der Übernahme durch den vorerst letzten Pächter im Oktober 2008 zunächst gut gelaufen sei, habe es Ende des vergangenen Jahres Anzeichen gegeben, dass der Betrieb in finanziellen Schwierigkeiten stecke, so Kauth. „Der Pächter konnte seinen finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen." Im neuen Jahr habe er die Pacht nicht mehr zahlen können, auch aus dem Vorjahr gebe es noch Rückstände. Die Stadt habe deshalb den Pachtvertrag aufgehoben. „Wir bedauern das sehr", sagt Kauth. Die ausstehenden Forderungen will die Stadt aufrecht erhalten.

Ziel der Stadt ist es, möglichst schnell wieder einen Pächter für die Gaststätte zu finden. Dazu soll sie auch über das Immobilienportal des Donnersbergkreises zur Pacht angeboten werden. Interessenten gebe es derzeit noch nicht, sagt der Bürgermeister. Noch lieber wäre es ihm ohnehin, gleich einen Käufer für die Immobilie zu finden. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.46
Datum: Mittwoch, den 24. Februar 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6080900'
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Die Rheinpfalz vom 17. Februar 2010

Kontaktpflege bei Hering und Kartoffeln
EISENBERG: Etliche Vereine laden heute zur traditionellen Fischmahlzeit ein - Auftakt zur bis Ostern dauernden Fastenzeit

Nun sind die tollen Tage der „fünften Jahreszeit" vorbei. Heute endet die Fasnacht, also die „Nacht" vor der Fastenzeit, die bis Karsamstag dauert. Und mit dem Verzehr von Fisch wird die gut sechswöchige Phase der Enthaltsamkeit und Besinnung eingeläutet. Unabhängig von der eigentlichen religiösen Bedeutung hält sich die Tradition des Heringsessens am Aschermittwoch. Auch in der Region laden Vereine dazu ein.

Eine richtige Großveranstaltung ist es seit mindestens zehn Jahren bei den Eisenberger Sozialdemokraten. „Wir stellen uns auf 120 Besucher ein", sagt der Ortsvereins-Vorsitzende Reinhard Wohnsiedler. Regelmäßig kämen nicht nur SPD-Mitglieder, sondern auch Angehörige der Arbeiterwohlfahrt und ehemalige Schulkameraden. Oft seien zudem Ehrengäste dabei wie der Bundestagsabgeordnete Gustav Herzog, Landrat Winfried Werner oder Umweltministerin Margit Conrad.

Das Heringsessen sei ein schöner Rahmen, um Kontakte zu pflegen und sich auszutauschen, findet Waltraud Vahlenbreder, die das leckere Gericht gemeinsam mit ihrem Mann Jörn vorbereitet. Am Morgen des Fasnachtsdienstags „opfern" die beiden etwa vier Stunden und legen den Fisch in einer Soße aus Sahne, Joghurt und Milch mit Äpfeln, Gewürzgurken und Zwiebeln ein.

Dieses klassische Rezept findet in leichten Abwandlungen überall Anwendung - auch im Seehaus Forelle am Eiswoog. Pächter Jörg Maier begründet das ganz pragmatisch: „Die Leute erwarten das so." Um sicher zu gehen, dass man Fisch hoher Qualität bekommt, sollte weniger auf den Preis geschaut werden als auf einen guten Lieferanten, so Maier.

„Unser Matjes ist zart wie Butter", schwärmt Vahlenbreder. Die rund 250 Heringshälften sowie sämtliche Zutaten besorgt Norbert Diehl - als Mitglied und ehemaliger langjähriger Vorsitzender des Fischervereins Forelle Hettenleidelheim-Eisenberg Fachmann auf dem Gebiet. Heute Vormittag waren etwa ein halbes Dutzend Männer und Frauen mit Dekorieren und Tischdecken im Bürgerhaus beschäftigt. Das Team kocht auch die Pellkartoffeln, zu denen alternativ Hausmacher Wurst gereicht wird.

Wie zu hören ist, wird beim Heringsessen generell auch an die Menschen gedacht, die keine Meeres- oder Süßwassertiere mögen, aber trotzdem dabei sein wollen. Die große Mehrheit der Gäste freut sich allerdings auf das mineralstoffreiche Fischgericht, das hilft, den während der Karnevalszeit durch übermäßigen Alkoholgenuss gestörten Elektrolythaushalt im Organismus wieder ins Lot zu bringen. Im Waldhaus Schwefelbrunnen richten Antonie Joos und ihr Küchenteam vom Pfälzerwald-Verein durchschnittlich 100 Matjes-Portionen. Sie werden schon zur Mittagszeit ausgegeben. „Diesmal kommt ein Bus mit Senioren aus Wiesbaden", erzählt Joos.

Ebenfalls hauptsächlich älteres Publikum erwarten die Biedesheimer Hexen, die seit langem in Kooperation mit der Gemeinde ein Heringsessen im Dorfgemeinschaftshaus anbieten. „Wie viele Leute kommen, ist sehr unterschiedlich, mal sind es 30, mal 60", berichtet Oberhexe Elke Eckert. Insofern sei es nicht einfach, die richtige Menge zu kalkulieren. „Wir hatten schon zu wenig", erinnert sie sich. Bleibt dagegen etwas übrig, wird es auf die Helfer verteilt. Ein Rezept kann Eckert nicht verraten: „Wir bekommen den Matjes in Sahnesoße fix und fertig von einer Metzgerei geliefert."

Giannoula Pliatsigos hat vor sechs Jahren die Gaststätte des AGTSV Ramsen und damit gleichzeitig die Zubereitung der Fischmahlzeit am Aschermittwoch übernommen. Dafür bevorzugt die Griechin säuerlich marinierten Bismarckhering, den sie bereits am Sonntag in einem sahnigen Sud einlegt. Sollte sie zu wenige Abnehmer für ihre Speise haben, freuen sich die Stammgäste am Folgetag.

Eher eine interne Veranstaltung ist das Heringsessen beim Fischerverein Forelle. „Sie ist zwar offen für alle, aber es kommen fast nur Mitglieder", sagt Christel Andel, deren Ehemann Walter die Vereinsgaststätte betreibt. Unter sich ist man meist auch beim Kneipp-Verein Eisenberg-Eistal. Genau 21 hungrige Gäste kamen in diesem Jahr zum Heringsessen, das mit einem Spiel- und Singabend im Haus Isenburg verbunden war. „Um Terminüberschneidungen zu vermeiden, hatten wir dazu bereits am 3. Februar eingeladen", erläutert der Erste Vorsitzende des Vereins, Jürgen Stutzenberger. Drei Tage zuvor hatte Hannelore Kluckert den Fisch eingelegt - in einer süß-sauren Sahne-Essig-Soße. Sie verrät: „Ich mache immer noch ein paar Karottenstifte dran, weil es so schön aussieht." (abf) Stichwort

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.40
Datum: Mittwoch, den 17. Februar 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6056947'
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Die Rheinpfalz vom 06. Februar 2010

Zwei Solarparks in Planung
EISENBERG/KERZENHEIM: Geeignete Flächen in der Verbandsgemeinde gefunden - Angekündigte Subventionskürzung gefährdet Projekt

Von Timo Leszinski

Bereits Ende des Jahres könnten zwei Solarparks in der Verbandsgemeinde Eisenberg ans Netz gehen. 2008 hatte der Verbandsgemeinderat eine Firma beauftragt, geeignete Flächen im Gebiet der VG zu suchen. Allerdings könnte die von der Bundesregierung angekündigte Kürzung bei der Solarförderung das Projekt noch zum Scheitern bringen.

29 Flächen seien vom Landschaftsplanungsbüro Bachtler, Böhme und Partner in der Verbandsgemeinde untersucht worden, erläutert Bürgermeister Walter Brauer auf RHEINPFALZ-Anfrage. Wenn eine Fläche etwa zu nah an einem Wohngebiet liegt oder Naturschutzgründe dagegen sprechen, scheidet sie als möglicher Standort aus. Zwei Flächen hätten sich letztlich als interessant herauskristallisiert, so Brauer: Zum einen handelt es sich um ein Gebiet in Kerzenheimer Gemarkung im Bereich Esper in der Nähe der Windkraftanlagen, zum anderen um eine Fläche südlich von Eisenberg an der Grenze zur Tiefenthaler Gemarkung. Im Tiefenthaler Gemeinderat, der zu den Plänen deshalb Stellung nehmen darf, ist das Thema in der nächsten Sitzung am Mittwoch, 10. Februar, auf der Tagesordnung. In beiden Fällen handele es sich um landwirtschaftlich genutzte Flächen von eher geringer Bodenqualität.

„In Kerzenheim ist an ein kommunales Projekt gedacht", informiert Brauer. In einer Anstalt öffentlichen Rechts könnten beispielsweise VG und Ortsgemeinden die Anlage betreiben. Laut Kerzenheims Ortsbürgermeister Alfred Wöllner soll der Solarpark eine Größe von rund 5,5 Hektar und eine Leistung von 2 bis 2,2 Megawattpeak haben. Für das ausgesuchte Areal spreche, dass es dort keinen Schatten gebe und es optisch nicht so stark störe, weil es auf einer Kuppe liege, erläutert Wöllner. Außerdem gebe es mit der Bezirksstelle der Pfalzwerke in der Nähe eine Möglichkeit, den Strom ins Netz einzuspeisen.

Die Anlage, die auf Eisenberger Gebiet angedacht ist, soll eine ähnliche Größe haben. Hier soll nach Möglichkeit ein privater Investor tätig werden. Eisenbergs Stadtbürgermeister Adolf Kauth könnte sich dabei auch eine Art Anlagepool vorstellen, über den sich Bürger an dem Solarpark beteiligen können. Die ins Auge gefasste Fläche habe eine leichte Südlage und besitze den Vorteil, dass die Umspannstation der Pfalzwerke als Einspeisepunkt in der Nähe ist.

Nachdem es vor einigen Monaten eine nichtöffentliche gemeinsame Versammlung von Verbandsgemeinderat, Eisenberger Stadtrat und den Ortsgemeinderäten Kerzenheim und Ramsen gegeben hat, bei der die Entscheidungsträger Zustimmung zu den Plänen signalisiert haben, führt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion derzeit das notwendige raumordnerische Verfahren durch. Parallel dazu wird geprüft, ob der Bau und Betrieb der Anlagen für die Verbandsgemeinde wirtschaftlich ist, und ein Bebauungsplan wird erstellt. Außerdem laufen Verhandlungen über die Finanzierung und den Ankauf der betroffenen Flächen. Die Solarparks dienten nicht nur der Versorgungssicherheit, so Kauth. „Wir sind als Kommune auch in unserer Vorbildfunktion gefordert, erneuerbare Energien zu unterstützen", meint er.

Das Vorhaben zum Kippen bringen könnten die Pläne der Bundesregierung, die Subventionierung von Fotovoltaikanlagen zu kürzen. Wie am 21. Januar in unserem Wirtschaftsteil berichtet, sollen für Anlagen auf Freiflächen ab 1. Juli bis zu 25 Prozent weniger bezahlt werden. Da es sich bei dem Vorhaben in Eisenberg um ein „mehrere Millionen" schweres Projekt handelt, könnte eine solche Kürzung den Betrieb unrentabel machen. „Wir machen es nur, wenn es sich für uns rentiert", stellt Verbandsbürgermeister Brauer klar. Bis sich die Kosten für den Bau amortisiert haben, würde es wahrscheinlich ohnehin mindestens zehn Jahre dauern. Kerzenheims Bürgermeister Wöllner würde ein Scheitern bedauern: „Ich finde es bedenklich, dass die Laufzeit von Atomkraftwerken verlängert wird und man die Förderung von regenerativen Energien zurückfährt."

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.31
Datum: Samstag, den 06. Februar 2010
Seite: Nr.17
"Deep-Link"-Referenznummer: '6022183'
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Die Rheinpfalz vom 06. Februar 2010

 

Die Rheinpfalz vom 05. Februar 2010

 

Die Rheinpfalz vom 04. Februar 2010

Strom ab April teurer
Eisenberg: Verbandsgemeinderat beschließt Preiserhöhung - Prüfung der Gemeindekasse

Strom wird für die Kunden der Verbandsgemeindewerke Eisenberg zum 1. April teurer. Der Verbandsgemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend eine Preiserhöhung.

Für einen Haushalt mit einem mittleren Verbrauch von 4000 Kilowattstunden ergibt sich beispielsweise im Sondertarif Primus Klassik eine Nettopreiserhöhung von 6,3 Prozent oder 48 Euro (Brutto: 57 Euro) auf ein ganzes Jahr gerechnet. Der Preis für die Kilowattstunde steigt von 15,30 auf 16,50 Cent netto (Brutto: 19,64 Cent). „Mehraufwendungen, auf die wir keinen Einfluss haben" sind laut Verbandsbürgermeister Walter Brauer Grund für die Preiserhöhung, die der Verbandsgemeinderat am Dienstag einstimmig beschloss. Mit der Anpassung bewege man sich „an der unteren Grenze", so Brauer.

Der kaufmännische Leiter der Werke, Stefan Lorentz, führt im Gespräch mit der RHEINPFALZ die Preiserhöhung auf drei Gründe zurück. Zum einen seien die Einkaufspreise für Strom seit der letzten Preiserhöhung 2008 gestiegen. Ein zweiter Grund sei das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das regenerative Energiequellen fördern soll. Die Verbandsgemeindewerke hätten bislang einen Abschlag von 1,3 bis 1,4 Cent pro Kilowattstunde an RWE zahlen müssen, um damit Strom aus erneuerbaren Energiequellen einzukaufen, erläutert Lorentz. Für das Jahr 2010 gebe es eine neue Form der Abrechnung: Nun belaufe sich dieser Abschlag bundesweit einheitlich auf 2,047 Cent pro Kilowattstunde. Drittens hätten die Pfalzwerke die Netznutzungsentgelte erhöht. Weil das Netz, über das der Strom bis nach Eisenberg transportiert wird, den Pfalzwerken gehört, müssen die VG-Werke den Ludwigshafener Energieversorger dafür bezahlen.

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war der Bericht über die „Unvermutete überörtliche Prüfung der Gemeindekasse der Verbandsgemeinde Eisenberg" durch das Rechnungs- und Gemeindeprüfungsamt der Kreisverwaltung. Alle Kassen hätten „bis auf den Cent" gestimmt, lediglich kleinere Beanstandungen habe es gegeben, sagte VG-Bürgermeister Brauer. So bemängelten die Prüfer, dass von den Ortsbürgermeistern gelegentlich Barschecks als Präsente an Vereine oder ähnliche Einrichtungen übergeben würden, was das Risiko des Missbrauchs berge. In ihrer Stellungnahme erklärt die Verwaltung, dass im Einvernehmen mit den Bürgermeistern künftig nur noch Verrechnungsschecks ausgestellt werden sollen. Der VG-Rat nahm den Bericht einstimmig zur Kenntnis.

Als zusätzlichen Tagesordnungspunkt behandelte der Rat die Aufnahme eines Forward-Darlehens über einen Betrag von rund 685.000 Euro. Bisheriger Geber des Darlehens war die Hessische Landesbank. Zum 10. Februar 2011 wäre eine Zinsanpassung fällig, weswegen die VG Angebote von Banken einholte. Über die Empfehlung, das Angebot der Sparkasse Donnersberg mit einem Zinssatz von 3,63 Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren anzunehmen, entspann sich eine längere Diskussion. Sven Hoffmann von der CDU-Fraktion regte an, aufgrund der derzeitigen niedrigen Zinsen statt dessen ein 20 Jahre laufendes Angebot einer anderen Bank anzunehmen. „So günstig werden wir es nicht mehr kriegen", sagte Hoffmann. „20 Jahre sind ein zu unüberschaubarer Zeitraum", begründete Uwe Kistner, warum sich die FWG - wie auch die SPD - für das Sparkassen-Angebot aussprach. Gegen die fünf Stimmen der CDU beschloss der Rat, dieses Angebot anzunehmen.

Zu Beginn der Sitzung hatte Bürgermeister Brauer dem Gremium Grüße des erkrankten Ratsmitglieds und Ramser Ortsbürgermeisters Norbert Bayer ausgerichtet. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.29
Datum: Donnerstag, den 04. Februar 2010
Seite: Nr.16
"Deep-Link"-Referenznummer: '6014818'
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Die Rheinpfalz vom 27. Januar 2010

 

Die Rheinpfalz vom 25. Januar 2010

 

Die Rheinpfalz vom 16. Januar 2010

„Mit guter Dämmung lernt es sich besser"
EISENBERG: Feier nach energetischer Sanierung der Pestalozzischule - 1,1 Millionen aus Konjunkturpaket für die Verbandsgemeinde

Dank Fördergeldern aus dem Konjunkturpaket II können auch in Eisenberg einige größere Gebäudesanierungen durchgeführt werden. Am denkmalgeschützten Haus der Pestalozzi-Grundschule ist jetzt der erste Bauabschnitt von Wärmeschutzmaßnahmen abgeschlossen worden. Gestern fand zu diesem Anlass eine kleine Feier mit der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Margit Conrad statt.

Die Finanzspritze aus dem Konjunkturpaket sei genau zum richtigen Zeitpunkt gekommen, um die Schule zukunftsfähig zu machen, freute sich Verbandsbürgermeister Walter Brauer. Nachdem das Dach komplett ausgebaut und gedämmt worden war, habe es Probleme mit dem darunter liegenden, nicht isolierten Mansardenbereich gegeben, sodass gehandelt werden musste. Ohne die Bundes- und Landesmittel hätte man die Optimierung der Wärmedämmung aber nicht in Angriff nehmen können, so Brauer.

„Und wir haben das Ganze fast zum Nulltarif bekommen", sagte der VG-Chef. Für die Isolierung der Nord-, West- und Südfassade, die sieben Gewerke umfasste, waren 295.000 Euro veranschlagt worden. Dafür flossen Zuwendungen in Höhe von 236.000 Euro. Über die restlichen 59.000 Euro gewährte Mainz ein zinsloses Darlehen, welches ab 2012 in 16 gleich großen Teilbeträgen zurückzuzahlen ist. Obwohl das für die energetische Sanierung aufgestellte Gerüst auch gleich genutzt wurde, um dem 1913 errichteten Gebäude eine neue, farbenfrohe Außenhaut zu verpassen, war am Ende Geld übrig. „80.000 Euro haben wir jetzt noch, um die Ostseite zu sanieren", berichtete Brauer.

Nach Rücksprache mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) sei er guter Hoffnung, den zweiten Bauabschnitt, der rund 100.000 Euro kosten wird, noch in diesem Jahr beginnen und auch beenden zu können. Finanziert werde das aus Schulbaumitteln.

Weshalb die östliche Fassade noch nicht gemacht wurde, erklärt er so: „Dort steht die nach zwei Seiten offene Pausenhalle, die aber schon so marode ist, dass kein Gerüst aufgesetzt werden konnte." Sie soll abgerissen und durch eine geschlossene Halle ersetzt werden.

„Das Umfeld ist wichtig für den Lernerfolg", betonte Rektor Markus Fichter und bedankte sich dafür, dass die Maßnahme so zügig und weitestgehend ohne Störungen des laufenden Schulbetriebs umgesetzt wurde. Die Aufenthalts- und Arbeitsqualität habe sich nachhaltig verbessert, sagte auch Ministerin Conrad, die sich beeindruckt von dem „wunderschönen Gebäude mit städtebaulicher Bedeutung" zeigte. „In gut gedämmten und belüfteten Räumen lernt es sich besser", verwies sie auf entsprechende Studien.

Doch die Sanierung habe noch eine andere wichtige Bedeutung: die Senkung des Energiebedarfs. Während ihrer kurzen Ansprache wandte sich Conrad an die kleinen Akteure der Bläserklasse vier, die die Feier musikalisch umrahmten, und erklärte: „Das Heizen mit Gas und Öl schädigt das Klima. Außerdem sollt ihr später auch noch etwas von den Brennstoffen haben." Sie bedankte sich bei den Entscheidungsträgern in VG und Kreis für ihre vorbildlichen Bemühungen um mehr Energieeffizienz und Umweltschutz.

In die Verbandsgemeinde Eisenberg flössen mehr als 1,1 Millionen Euro an Zuschüssen aus dem Konjunkturpaket, vornehmlich für Projekte der energetischen Sanierung. Der Kreis erhalte insgesamt 17,3 Millionen Euro von Bund und Land. Die Zuwendungen trügen maßgeblich dazu bei, in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze zu erhalten und sogar zu schaffen. Mit 5,3 Prozent habe der Donnersbergkreis rheinland-pfalz-weit mit die niedrigste Erwerbslosenquote. (abf)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.13
Datum: Samstag, den 16. Januar 2010
Seite: Nr.15
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Zur Sache: Sechs „Konjunktur-Projekte" in der Verbandsgemeinde

Mit Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II, für das Bund und Länder zusammen 13,3 Milliarden Euro bereit gestellt haben, hätte der Donnersbergkreis gern 26 Schulen und 22 Kindertagesstätten energetisch saniert. Für 22 Projekte (zehn Schulen, zwölf Kitas) wurden Zuschüsse bewilligt, kreisweit werden nach Auskunft von Pressesprecherin Gundula Nakfour insgesamt 35 größere und kleinere Vorhaben gefördert.

In der Summe belaufen sich die Investitionskosten auf 24 Millionen Euro, wobei ein Drittel auf den Umbau des Nordpfalzgymnasiums in Kirchheimbolanden zum Passivhaus entfällt. 17,3 Millionen Euro vom Gesamtbetrag fließen als Zuschüsse. Im Raum Eisenberg werden sechs Projekte gefördert. Neben der Wärmedämmung des Mansardendachs der Pestalozzischule steht die Modernisierung des kommunalen Kindergartens Steinborn (Kosten: 120.000 Euro, Zuwendung: 96.000 Euro) auf der Liste. Die Maßnahme soll laut Verbandsbürgermeister Walter Brauer in den Osterferien in Angriff genommen werden und im Dezember abgeschlossen sein. „Ein zweiter Bauabschnitt für 160.000 Euro ist noch nicht genehmigt", erläutert er.

Bereits begonnen wurde mit der Generalsanierung der Turnhalle von der Realschule plus (ehemals DOS). „Die Arbeiten werden voraussichtlich im Sommer beendet sein", so Brauer über das Projekt, das rund 270.000 Euro kostet und mit 50 Prozent bezuschusst wird. Bisher seien Trennwände installiert worden. Die Erneuerung des Hallenbodens sowie der Prallschutzwände stehe noch aus.

Fortgeführt werden können mit Geldern des Konjunkturpakets auch die Modernisierungen der Berufsbildenden Schule in Eisenberg und ihrer Sporthalle, die im vergangenen Jahr begonnen wurden und eine beachtliche Energieeinsparung bewirken sollen. Der zweite Bauabschnitt schlägt mit 314.000 Euro zu Buche und wird mit gut 251.000 Euro gefördert.

Nakfour informierte noch über eine Investition von 43.000 Euro in der katholischen Kindertagesstätte Ramsen, für die Zuschüsse in Höhe von 80 Prozent fließen. Das sechste bewilligte Vorhaben ist ein Medienprojekt der evangelischen Gemeinschaftsjugend für 5600 Euro. (abf)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.13
Datum: Samstag, den 16. Januar 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '5953039'
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Die Rheinpfalz vom 15. Januar 2010

Neugier und Bedenken geäußert
EISENBERG: Eltern und Kinder informieren sich beim Tag der offenen Tür an der zukünftigen IGS - Viele Fragen zur Anmeldung

Wie macht man einen Tag der offenen Tür an einer Schule, die es noch gar nicht gibt? Dieser Herausforderung versuchte das Planungsteam für die kommende Integrierte Gesamtschule (IGS) am späten Mittwochnachmittag gemeinsam mit anderen Lehrern und Schülern gerecht zu werden. Das Interesse der Eltern war - wie bereits beim Info-Abend im Dezember - groß.

Bereits um kurz nach 17 Uhr, als der Tag der offenen Tür beginnt, strömen die Menschen in das Gebäude der Realschule Plus in - die frühere Duale Oberschule - der Martin-Luther-Straße. Das Planungsteam stellt dort in jenem Gebäudetrakt, in dem auch ab Sommer die ersten Fünftklässler der neuen Schule unterrichtet werden sollen, die verschiedenen geplanten Schwerpunkte der IGS vor. Unterstützt werden sie dabei von Kollegen und Schülern aus Realschule und Realschule plus, die beide sukzessive durch die IGS ersetzt werden.

„Etwas zu verkaufen, das es noch nicht gibt, ist schon ungewöhnlich", räumt Gabriele Steurer von der Planungsgruppe ein, die sich in jenem Raum postiert hat, der sich mit dem Schwerpunkt „Sprachen" beschäftigt und dort Eltern Rede und Antwort steht. Auf Plakaten werden daher vor allem Projekte vorgestellt, die es bereits an den beiden Vorgängerschulen gibt, etwa Austauschprogramme mit Frankreich oder Großbritannien. „Die erfolgreichen Projekte wollen wir in der IGS natürlich weiterführen", kündigt Steurer an.

Weitere fachliche Schwerpunkte der neuen Schule sollen Ökologie und Naturwissenschaften, Sport sowie Musik und Kunst sein. In einem weiteren Raum schwärmt deshalb Armin Bauer - ebenfalls Mitglied im Planungsteaum - von den Sportstätten im Umfeld der Schule. So gebe es etwa ein Mini-Fußballfeld und eine Kletterwand. „Wir haben hier sehr gute Sportmöglichkeiten auf engstem Raum", sagt er.

Wenige Meter weiter geht es um den Schwerpunkt Musik: Eine Schülerband der Realschule plus, verstärkt durch Musiklehrer der Realschule, sorgt für Stimmung - und lebt bereits die Kooperation der beiden Schulen vor, die mit Einführung der IGS kommen wird. Ein Stockwerk darüber sind Naturwissenschaften das Thema. Die Eltern und künftigen Fünftklässler, die gekommen sind, um sich zu informieren, können hier etwa Gegenstände unter einem Mikroskop betrachten oder eine Lochkamera basteln.

Vielen Eltern gefällt am Prinzip IGS, dass dort gemeinsam gelernt und trotzdem individuell gefördert wird. Dadurch, dass die Schüler je nach Leistungsstärke in verschiedene Kurse einsortiert werden, zwischen denen aber während der Schullaufbahn gewechselt werden kann, muss kein Schüler sitzen bleiben. Innerhalb der IGS können dabei alle Schulabschlüsse erreicht werden - von der Berufsreife bis zum Abitur.

Viele Fragen der Eltern drehen sich auch um das Thema Anmeldung, wie Armin Bauer bestätigt. „Einige haben Bedenken, dass ihr Kind nicht genommen wird." Peter und Sandra Heitmann aus Dreisen, deren Tochter im Sommer in die fünfte Klasse kommt, haben genau diese Befürchtung. Dabei wäre die IGS ihre Wunschschule: Auf einem Gymnasium könnte ihr Kind überfordert sein, „auf der Realschule plus wäre sie hingegen unterfordert", glauben die Eltern. Deshalb habe sie die Schulform IGS überzeugt: „Da werden die Kinder nicht fallen gelassen."

Gisela Trindade, die mit ihrer Tochter Tiara aus Carlsberg nach Eisenberg gekommen ist, hat ebenfalls die Angst, es könnten zu wenige Plätze vorhanden sein. Deshalb habe sie unter anderem interessiert, ob die Schule vierzügig bleibe - und danach sieht es momentan aus. „Schade, dass nur 120 Schüler die Chance haben, aufgenommen zu werden", findet sie. Das Prinzip IGS hat sie nämlich überzeugt: „Die Schulform ist super." (zin)

Zur Sache: Aufnahmeverfahren und -kriterien an der IGS

Ein viel gefragter Mann beim Tag der offenen Tür war Ulf Boeckmann, der bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion für die Koordination von IGS-Neugründungen verantwortlich ist. Viele Fragen an ihn betrafen das Thema, unter welchen Voraussetzungen ein Kind an der IGS aufgenommen wird. Zunächst werden laut Boeckmann alle Anmeldungen entgegengenommen. Die Anmeldung ist am Samstag, 30. Januar, 10 bis 14 Uhr, Montag, 1. Februar, 15 bis 18 Uhr, und Dienstag, 2. Februar, 9 bis 12 Uhr im Gebäude der Realschule Eisenberg in der Friedrich-Ebert-Straße möglich. Im gleichen Zeitraum liegen auch die Anmeldetermine für andere Integrierte Gesamtschulen. Die Eltern sollen dann bis zum 10. Februar Bescheid bekommen, ob ihr Kind genommen wird. Laut Boeckmann ist es möglich, bei der Anmeldung anzugeben, dass das Kind im Zweifel auch eine andere IGS - etwa jene in Enkenbach-Alsenborn oder Grünstadt - besuchen würde. Die benachbarten Gesamtschulen stünden während des Auswahlverfahrens miteinander in Kontakt, so dass kein IGS-Platz unbesetzt bleibt. Kann ein Kind dennoch nicht aufgenommen werden, ist immer noch die Anmeldung an einem Gymnasium oder einer Realschule plus möglich, da die Anmeldetermine für diese Schulformen später liegen.

Welche Kinder an einer IGS aufgenommen werden, richtet sich laut Boeckmann nach genau festgelegten Kriterien. Zunächst sei die Bildung von Leistungsgruppen ausschlaggebend. Vereinfacht ausgedrückt: Je ein Drittel der Schüler sollte hauptschul-, realschul- und gymnasial-geeignet sein. Dabei wird sich aber nicht streng nach den Empfehlungen aus der Grundschule gerichtet, erläutert Boeckmann. Melden sich zum Beispiel mehr schwächere Kinder an, werden auch solche Schüler mit einem etwas schlechteren Notenschnitt in das obere Drittel einsortiert, so dass die Jahrgangsstärke von 120 Schülern in jedem Fall erreicht wird. Als nächstes Kriterium für die Aufnahme ist der Wohnsitz ausschlaggebend. Kinder aus dem Bereich des Schulträgers - im Fall Eisenberg der Donnersbergkreis - werden bevorzugt. Drittes Kriterium können weitere sachliche Kriterien sein, etwa die Frage, ob Geschwister angemeldet werden. Sollten nach der statistischen Auswertung Kinder übrig bleiben, die exakt die gleichen Voraussetzungen mitbringen, entscheidet das Los. Dass die Zahl der Anmeldungen jene der Plätze vermutlich übersteigen wird, ist laut dem ADD-Vertreter sogar beabsichtigt: „Es ist für die IGS wünschenswert, dass es eine gewisse Auswahl gibt, damit wir die Leistungsverteilung hinbekommen", erklärt Boeckmann. (zin)

LESZINT

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.12
Datum: Freitag, den 15. Januar 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '5946801'
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Wir danken für die Treue zur Sozialdemokratie

Willi Becker - 50 Jahre
Gerhard Jung, Bernd Maltry - 40 Jahre
Erika Schwehm - 35 Jahre
Hans-Werner Dech - 30 Jahre
Angelika Piégsa - 25 Jahre

Die Rheinpfalz vom 06. Januar 2010

"Wir machen unser Land zukunftsfähig"
EISENBERG: Beim SPD-Neujahrsempfang räumt der Landtagsfraktionsvorsitzende Hartloff Fehler ein - Treue Mitglieder geehrt

Am Montagabend hatte der SPD-Ortsverein in seinem Gründungslokal „Gasthaus zum Engel" zum Neujahrsempfang eingeladen. Gast bei der gut besuchten Veranstaltung war der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion und Kuseler Bürgermeister Jochen Hartloff.

„Wir machen unser Land zukunftsfähig, und wir sind gut aufgestellt, die Probleme pragmatisch und auf sozialdemokratischem Fundament zu lösen, denn die Sozialdemokratie hat Zukunft", sagte er. Bundespolitische Themen wie Leiharbeit oder Mindestlohn sprach Hartloff ebenso an wie Schwerpunkte der Landes- und Kommunalpolitik, wobei er ganz bewusst auch selbstkritische Anmerkungen seiner Partei ins Stammbuch schrieb.

Da die SPD auf Bundesebene selbst ihre „eigene Politik nicht getragen" habe, sei folglich das jüngste Bundestagswahlergebnis nicht erstaunlich gewesen, stellte Hartloff fest, der seit 2009 auch dem SPD-Bundesvorstand angehört. In der Vergangenheit gemachte Fehler wie beispielsweise bei der Agenda 2010 müssten politisch aufgearbeitet werden. Dazu mahnte Hartloff an, die innerparteiliche Diskussion wieder zu pflegen.

Eingehend auf die aktuelle Wirtschaftskrise meinte der Fraktionsvorsitzende, das Ziel, die Finanzmärkte im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft zu kontrollieren, sei noch nicht erreicht. Wünschenswert wären EU-weite Regeln, um künftig ähnliche Finanzkrisen zu verhindern. Die desolate Schuldensituation auf allen politischen Ebenen sei keineswegs durch Steuersenkungen zu lösen, denn nur durch entsprechende Einnahmen könnten die notwendigen Ausgaben für Bildung, Infrastruktur oder innere Sicherheit geleistet werden.

Die magere finanzielle Ausstattung der Kommunen bedrohe deren Selbstverwaltung. Das Problem kann Hartloffs Ansicht nach nicht auf Landesbene, sondern langfristig nur bundespolitisch gelöst werden. Beim Nürburgring seien sicher auch Fehler gemacht worden, räumte er ein, legte aber Wert auf die Bedeutung der Maßnahme für die Region.

Im Anschluss an die Rede stellte Kerzenheims Bürgermeister Alfred Wöllner unter großem Beifall fest, die SPD habe in der Großen Koalition ihre soziale Glaubwürdigkeit verloren und dafür die Quittung bei der Bundestagswahl erhalten.

Ortsvereinsvorsitzender Reinhard Wohnsiedler stellte im Rückblick auf die Kommunalwahl „herbe Verluste in Eisenberg" fest, bei der trotz eines engagierten Wahlkampfs keiner der SPD-Direktkandidaten gewählt wurde. Die Verantwortung liege jedoch nicht bei den Kandidaten, sondern den Ausschlag habe die bundespolitische Stimmung für die Sozialdemokratische Partei gegeben.

Dank für ihr kommunalpolitisches Engagement sagte der Ortsverein den ehemaligen Ratsmitgliedern Hanna Holz-Hafner, Renaldo Trum, Karsten Remien und den ehemaligen Ortsvorstehern für Steinborn und Stauf, Jörn Vahlenbreder und Karl-Friedrich Dech.

Die musikalische Umrahmung gestalteten Ute und Michelle Rauschkolb sowie Jörg Wohnsiedler.

Geehrte Mitglieder:

Willi Becker (50 Jahre); Gerhard Jung, Bernd Maltry (je 40); Erika Schwehm (35); Hans-Werner Dech (30); Angelika Piégsa (25). (hsc)

WAGNERM

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Unterhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.4
Datum: Mittwoch, den 06. Januar 2010
Seite: Nr.15
"Deep-Link"-Referenznummer: '5905854'
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Die Rheinpfalz vom 02. Januar 2010

Von SPD-Bürgermeistern geprägt
KERZENHEIM: Verbandsbürgermeister Walter Brauer wird heute 60 Jahre alt

Das Schönste am seinem Amt sei, dass er mit vielen verschiedenen Leuten reden und diskutieren kann. So charakterisierte Walter Brauer einmal seine berufliche Tätigkeit, bei der er „als Pragmatiker geradlinig auf seine Ziele zugeht" und nicht vergisst, auch über den „eigenen Tellerrand" zu schauen.

Der in Kerzenheim wohnhafte Bürgermeister der Verbandsgemeinde Eisenberg feiert heute seinen 60. Geburtstag. Der 1950 in Quirnheim geborene Jubilar wurde 1996 zum VG-Bürgermeister direkt gewählt und stellte sich 2004 zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit, die 2012 endet. Seine berufliche Laufbahn begann 1966 als Verwaltungslehrling unter Bürgermeister Schneider bei der damaligen Gemeindeverwaltung Kerzenheim, von der er nach seiner Lehrzeit als Gemeindeinspektorenanwärter in das Beamtenverhältnis übernommen wurde. Nach der Verwaltungsprüfung wurde Brauer als Inspektor von der neu gebildeten Verbandsgemeinde übernommen und war als persönlicher Referent von Stadt- und VG-Bürgermeister Heinrich Rauschkolb im Hauptamt tätig. Nach Beförderung und der Verbeamtung auf Lebenszeit wechselte Brauer 1979 zu den VG-Werken, wo er ein Jahr später zunächst als stellvertretender und ab 1983 als Werkleiter für die Sicherstellung der Wasserversorgung, Kanalbauprojekte und Stromversorgung verantwortlich war. Seit 1990 saß er - mittlerweile zum Oberamtsrat ernannt - als Geschäftsleitender Beamter in der Schaltzentrale der VG-Verwaltung und wechselte 1996 nach seiner Wahl an den Chefschreibtisch. Geprägt von den SPD-Bürgermeistern Rauschkolb, Hirschberger und Holthöfer, sowie dem Kerzenheimer Ortsbürgermeister Karl Schneider, war 1992 die Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten nur noch der letzte Schritt in die Kommunalpolitik. Von den vielen Schwerpunkten in Brauers Amtszeit seien vor allem die Zukunftssicherung des Schulstandortes und der Schulgebäude in VG-Trägerschaft, die Sportstätten in den drei Gemeinden und die moderne Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehr genannt. Und als ehemaliger Werkleiter kann er stolz auf die komplette Grundversorgung der Bevölkerung mit Strom und Wasser sowie auf die mit dem neuesten technischen Stand ausgerüstete Kläranlage blicken. Dass eine bürgernahe Verwaltung selbstverständlich ist, dokumentiert das Servicebüro im Rathaus als erste und wichtigste Anlaufstelle für die Bürger.

Dem Kreistag gehört Brauer seit 1999 an, und über seine dienstlichen Aufgaben hinaus ist er Mitglied in zahlreichen Vereinen. Er engagiert sich unter anderem ehrenamtlich als Vorsitzender des VG-Kinder- und Jugendchores und kümmert sich als Rechner der katholischen Kirchenstiftung Kerzenheim um die kirchlichen Finanzen. Das Element Wasser spielt für den begeisterten frühmorgendlichen Schwimmer im Waldschwimmbad ebenso eine Rolle wie als Matrose auf einem Segelschiff im Mittelmeer. Als Gitarrist und Sänger der legendären „Stumpfwaldkrischer" trug das Geburtstagskind mit seiner musikalischen Leidenschaft aus Spaß an der Freud zur Unterhaltung bei vielen sich bietenden Gelegenheiten bei. (hsc)

 

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Gustav Herzog - unser Bundestagsabgeordneter

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